Weihnachten 2016: Die besten Indie-, PC- und Konsolenspiele fürs Fest 2/4

Max Doll et al. 106 Kommentare

Unsere Top 3: Konsole

Wie im vergangenen Jahr handelt es sich bei den Konsolenempfehlungen nicht um konsolenexklusive Titel: Sony hat kaum eigene Produktionen in den Handel, Microsoft hingegen Xbox als neues Spielelabel auch auf den PC gebracht. Diese grundsätzlich zu begrüßende Entwicklung bedeutet aber nicht, dass die Konsole obsolet wird. Mit der diesjährigen Auswahl schneller, unbeschwerter und schwerer Titel lässt sich quer durch alle Genres wie gewohnt vor dem Fernseher eine Menge Spaß haben.

Titanfall 2

Mit Overwatch, Battlefield 1 und Titanfall 2 hält das Jahr 2016 eine überraschend große Auswahl ausgezeichneter Mehrspieler-Shooter unterschiedlicher Geschmacksrichtungen bereit, die sich ohne Ausnahme für lange Abende vor dem Bildschirm eignen.

Dass die Empfehlung am Ende auf den „Underdog“ fällt, hat einen einfachen Grund. Obwohl Blizzards neuer Online-Hit nach mittlerweile mehr als einhundert Spielstunden einfach nicht langweilig werden will, liefert EA den besten Allrounder ab, der einen gelungenen Einzelspieler-Part mit einem nun ausgereiften Online-Konzept kombiniert. Die besten Wallruns im Genre und der allgemeine Kontrast von Mobilität und massiver Feuerkraft heben sich wohltuend ab von ausgetretenen Pfaden; der Shooter ist mehr noch als sein Vorgänger eine echte Weiterentwicklung vieler Ideen, die Call of Duty schon seit langem nicht mehr weiterentwickeln kann oder will.

Der letzte Punkt, der aus persönlicher Sicht den Ausschlag zu Gunsten des Shooters gibt, ist der Verzicht auf einen Season Pass sowie (zumindest zum jetzigen Zeitpunkt) auf Mikrotransaktionen aus dem Free-to-Play-Abteil. Stattdessen werden kostenlose Karten und Spielmodi versprochen – und das ausgerechnet von Electronic Arts. Diese Kombination aus frischen Gameplay-Elementen, flotter Online-Action sowie fairem Geschäftsmodell macht aus Titanfall 2 eine exzellente Wahl für die Feiertage und darüber hinaus.

Forza Horizon 3

Manchmal braucht es nicht viel, um ein überzeugendes Spiel überzeugend fortzusetzen. Ein solcher Fall ist Forza Horizon 3. Weniger Story, mehr spielerische Freiheiten, Fahrzeuge und ein noch größerer Soundtrack mit unbeschwerter Spaßmusik erschaffen auf der Xbox One und für Windows 10 einen exzellenten Sandkasten für Autofans, die sich nach Lust und Laune auf unterschiedlichen Untergründen austoben können.

Dem Sandbox-Konzept fallen lediglich besondere Höhepunkte zum Opfer. Was Horizon 3 zu einem „der besten Rennspiele, die aktuell am Markt zu haben sind“, macht, ist wie bei den Vorgängern die große Gute-Laune-Welt mit Festival-Atmosphäre. Es sind dabei nicht die spektakulären Höhepunkte, sondern die vielen kleinen, aber unterhaltsamen Momente, die im Gedächtnis bleiben, unterstrichen durch den Umstand, dass die Schnellreise-Funktion lange Zeit kaum Beachtung zu finden vermag.

Auch wenn die Belohnung vielleicht mit der so häufig als Schmähbegriff verwendeten Bezeichnung „Casual“ abgetan werden mag, resultiert aus all dem zumindest das, was Autohersteller gerne als „Freude am Fahren“ zu verkaufen suchen: Fahrspaß, der immer und immer wieder dazu lockt, ein Rennen zu fahren und im sonnigen Australien noch ein Fahrzeug auszuprobieren. Kurzum: Ein perfekter Begleiter für die Winterzeit.

Dark Souls 3

Auch das dritte Spiel ist als dritter Teil einer Serie genaugenommen keine Revolution mehr. Für lange Winternächte eignet sich Dark Souls 3 aber hervorragend, weil es zu der seltenen Spezies Spiel gehört, die den Begriff Schwierigkeitsgrad mit der Betonung auf den ersten Silben interpretieren.

Dass Souls-Spiele zwar bisweilen hart, aber allenfalls sehr selten wirklich unfair werden, macht sie zu einem besonderen Vergnügen. Die Herausforderung entsteht nicht, indem Gegner überzogenen Waffenschaden und ein paar Millionen Lebenspunkte erhalten, sondern durch eine Lücke zwischen Können des Spielers und den wechselnden Anforderungen des (erklärungsarmen) Spiels, das außerdem geschickt darin ist, Erwartungen auf den Kopf zu stellen und Unachtsamkeiten transparent zu bestrafen. Weil Erfolg damit nicht auf dem Silbertablett dargeboten wird, macht Scheitern ungeahnten Spaß.

Das Ende der Dark-Souls-Trilogie entledigt sich zugleich des rauen Charmes eines Geheimtipps. Einsteiger werden ein wenig – und darauf liegt tatsächlich die Betonung – sanfter eingeführt, die Technik ist erstmals zeitgemäß, die Abstimmung der Einzelkomponenten feingewichtet. Das Ergebnis der Bemühungen ist fast schon ein Produkt, das Masochismus in den Mainstream einführt und nicht nur ein würdiger Abschluss der Serie mit ihrem Höhepunkt, sondern auch ein Höhepunkt des Spielejahres.

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