Smartphones bis 200 Euro : Acht Einsteiger-Handys im Test

Smartphones unter 150 bis 200 Euro stehen bei vielen Interessenten hoch im Kurs. Angesichts der großen Auswahl mangelt es an Übersicht, welche der günstigen Handys empfehlenswert sind. ComputerBase hat sich deshalb für einen Vergleichstest acht aktuelle Smartphones bis 200 Euro in die Redaktion geholt.

Acht Smartphones bis 200 Euro im Test

Zum anstehenden Mobile World Congress 2017 werden wieder allerhand neue Smartphone-Flaggschiffe erwartet, unter anderem auch das LG G6. Preisempfehlungen von 600 oder 700 Euro und mehr sind da keine Seltenheit, sondern gang und gäbe. Selbst für die Mittelklasse haben sich mittlerweile Preise von mehr als 300 Euro etabliert.

Dass auch weniger teure Einsteiger-Smartphones unter 200 Euro durchaus zu gebrauchen sind, haben in der Vergangenheit immer mal wieder Einzeltests auf ComputerBase gezeigt. Ergebnisse verschiedener Einzeltests lassen sich zwar auch miteinander vergleichen, groß angelegte Vergleichstests mehrerer Geräte ermöglichen das aber noch besser. Dabei weisen vier der acht getesteten Handys gar einen Preis von unter 150 Euro auf.

Testkandidaten von 150 bis 190 Euro

Für den aktuellen Vergleich hat sich die Redaktion acht Geräte zu Preisen zwischen 140 und 190 Euro geschnappt. Den Einstieg in die smarte Handy-Welt gibt es heutzutage also schon für knapp 150 Euro. Es galt, Vor- und Nachteile in wichtigen Bereichen wie Display, Kamera und Akku herauszustellen. Auch besondere Funktionen wie ein Fingerabdrucksensor oder Dual-SIM sollten berücksichtigt werden. Zu guter Letzt spielte auch die Aktualität des Betriebssystems eine wichtige Rolle. An dem Vergleich nehmen acht bisher nicht einzeln auf ComputerBase getestete Smartphones der Hersteller Gigaset, HTC, Huawei, Lenovo, LG, Samsung, Sony und Wileyfox teil.

  • Gigaset GS160
  • HTC Desire 530
  • Huawei Y6 II Compact
  • Lenovo Moto G4
  • LG X Power
  • Samsung Galaxy J3 (2016) Duos
  • Sony Xperia E5
  • Wileyfox Swift 2

Technische Daten der Einsteiger-Handys im Überblick

Gigaset GS160 HTC Desire 530 Huawei Y6 II Compact (Dual-SIM) Lenovo Moto G4 (16 GB Dual-SIM) LG X Power Samsung Galaxy J3 (2016) (Duos) Sony Xperia E5 Wileyfox Swift 2
Software:
(bei Erscheinen)
Android 6.0 Android 5.1 Android 6.0 Android 5.1 Android 6.0
Display: 5,00 Zoll
720 × 1.280, 294 ppi
IPS
5,00 Zoll
720 × 1.280, 294 ppi
S-LCD
5,00 Zoll
720 × 1.280, 294 ppi
IPS
5,50 Zoll
1.080 × 1.920, 401 ppi
IPS, Gorilla Glass
5,30 Zoll
720 × 1.280, 277 ppi
IPS
5,00 Zoll
720 × 1.280, 294 ppi
HD Super AMOLED
5,00 Zoll
720 × 1.280, 294 ppi
TFT
5,00 Zoll
720 × 1.280, 294 ppi
IPS, Gorilla Glass 3
Bedienung: Touch
Fingerabdrucksensor
Touch Touch
Status-LED
Touch Touch
Status-LED
Touch
Fingerabdrucksensor, Status-LED
SoC: MediaTek MT6737
4 × Cortex-A53, 1,25 GHz
28 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 210
4 × Cortex-A7, 1,10 GHz
28 nm, 32-Bit
MediaTek MT6735P
4 × Cortex-A53, 1,30 GHz
28 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 617
8 × Cortex-A53, 1,50 GHz
28 nm, 64-Bit
MediaTek MT6735
4 × Cortex-A53, 1,30 GHz
28 nm, 64-Bit
Spreadtrum SC9830i
4 × Cortex-A7, 1,50 GHz
28 nm, 32-Bit
MediaTek MT6735
4 × Cortex-A53, 1,30 GHz
28 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 430
8 × Cortex-A53, 1,40 GHz
28 nm, 64-Bit
GPU: Mali-T720 MP2
550 MHz
Adreno 304
409 MHz
Mali-T720 MP2
400 MHz
Adreno 405
550 MHz
Mali-T720 MP2
600 MHz
Mali-400 MP2 Mali-T720 MP2
450 MHz
Adreno 505
375 MHz
RAM: 1.024 MB
LPDDR3
1.536 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR3
1.536 MB
LPDDR3
2.048 MB
LPDDR3
Speicher: 16 GB (+microSD) 8 GB (+microSD) 16 GB (+microSD)
Kamera: 13,0 MP, 1080p
LED, f/2,2, AF
8,0 MP, 720p
LED, f/2,4, AF
13,0 MP, 720p
Dual-LED, f/2,0, AF
13,0 MP, 1080p
LED, f/2,0, AF
13,0 MP, 1080p
LED, f/2,2, AF
8,0 MP, 720p
LED, f/2,2, AF
13,0 MP, 1080p
LED, f/2,0, AF
13,0 MP, 1080p
Dual-LED, f/2,0, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 5,0 MP, 720p
f/2,4
5,0 MP, 720p
f/2,8
5,0 MP, 720p
LED, f/2,4
5,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,2
5,0 MP, 1080p
Display-Blitz, f/2,4
5,0 MP, 720p
Display-Blitz, f/2,2
5,0 MP, 1080p
f/2,4
8,0 MP, 1080p
f/2,2
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Ja
↓150 ↑50 Mbit/s
Ja
↓150 ↑75 Mbit/s
WLAN: 802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct
802.11 a/b/g/n
Wi-Fi Direct
802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct
802.11 a/b/g/n
Wi-Fi Direct
802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct
Bluetooth: 4.0 4.1 4.0 4.2 4.0 4.1
Ortung: A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0 Micro-USB 2.0, NFC Micro-USB 2.0 Micro-USB 2.0, NFC Micro-USB 2.0 Micro-USB 2.0, NFC USB 2.0 Typ C, NFC
SIM-Karte: Micro-SIM, Dual-SIM Nano-SIM Micro-SIM, Dual-SIM Nano-SIM Micro-SIM, Dual-SIM Nano-SIM Nano-SIM, Dual-SIM
Akku: 2.500 mAh (9,50 Wh)
austauschbar
2.200 mAh
fest verbaut
2.200 mAh (8,36 Wh)
austauschbar
3.000 mAh
fest verbaut
4.100 mAh
fest verbaut
2.600 mAh (9,88 Wh)
austauschbar
2.300 mAh
fest verbaut
2.700 mAh
fest verbaut
Größe (B×H×T): 72,3 × 144,0 × 9,50 mm 70,9 × 146,9 × 8,30 mm 72,5 × 144,2 × 8,95 mm 76,2 × 153,0 × 9,80 mm 74,9 × 148,9 × 7,90 mm 71,0 × 142,3 × 7,90 mm 69,0 × 144,0 × 8,20 mm 71,9 × 143,7 × 8,60 mm
Schutzart:
Gewicht: 139 g 140 g 155 g 139 g 138 g 147 g 155 g
Preis: ab 137 € ab 169 € ab 135 € ab 179 € ab 172 € ab 129 € ab 138 € ab 180 €

5-Zoll-Gehäuse sind Standard

Irgendwas mit ungefähr 5-Zoll-Display und daraus für das Gehäuse resultierenden Abmessungen. So lässt sich salopp und stark verkürzt die untere, besonders preisgünstige Smartphone-Mittelklasse in puncto Design beschreiben. Alle Testkandidaten sind in etwa gleich groß und gleich schwer. Knapp über 140 × 70 × 8 oder 9 Millimeter bei circa 140 Gramm lautet die Formel für den erhofften Erfolg im Preissegment unter 200 Euro. Zwei Ausreißer gibt es dann aber doch: LG quetscht sich mit 5,3 Zoll, Lenovo sogar mit 5,5 Zoll in das Segment.

Bis auf LG und Lenovo haben alle Geräte ungefähr die gleiche Größe
Bis auf LG und Lenovo haben alle Geräte ungefähr die gleiche Größe

Alles andere als Gleichheit herrscht hingegen bei der Materialwahl der günstigen Handys. Am besten schneidet das Wileyfox Swift 2 ab, da es als einziges Smartphone mit Metallgehäuse und abgerundetem Glas – von vielen Herstellern 2,5D-Glas genannt – antritt. Bei den Kunststoff-Vertretern schneiden das Lenovo Moto G4, Sony Xperia E5 und HTC Desire 530 am besten ab. Alle drei Modelle hinterlassen ein gutes Gefühl in der Hand, der Kunststoff der anderen Geräte fasst sich hingegen billig an.

Nur LG und Samsung verteilen die Knöpfe sinnvoll

In puncto Ergonomie schneiden die Geräte am besten ab, die auf ein klassisches Tastenlayout mit Lautstärke links und An/Aus-Schalter rechts setzen. Das ist allerdings nur noch beim LG X Power und dem Samsung Galaxy J3 gegeben. Werden wie bei allen anderen Smartphone die Schalter nur auf einer Seite angebracht, empfiehlt es sich für den Hersteller, diese für eine bessere Erreichbarkeit in Richtung Mitte des Rahmens zu verschieben. Daran halten sich aber nur das Lenovo Moto G4 und das Wileyfox Swift 2. Bei den übrigen Smartphones sitzen die Tasten viel zu hoch. Apropos: Bis auf Samsung setzen alle Hersteller auf Software-Buttons für Android. Das Galaxy J3 kommt hingegen noch mit echtem Home-Button und zwei kapazitiven Schaltflächen.

Tasten nur auf einer Seite sind im Alltag eher unpraktisch
Tasten nur auf einer Seite sind im Alltag eher unpraktisch

Lenovo und LG haben den lautesten

Bei der Position für den Lautsprecher ergibt sich kein klares Gesamtbild. Es handelt sich in jedem Fall bei allen Herstellern nur um einen Mono-Lautsprecher, der auf Rückseite, Vorderseite oder im unteren Bereich des Rahmen untergebracht wird. Stereo bietet keines der Geräte. Klanglich gesehen schneidet erstaunlicherweise kein Smartphone besonders schlecht ab, besonders gut aber auch nicht. Position und Lautstärke des Lautsprechers haben sich im Alltag als wichtigeres Merkmal herausgestellt.

Ein nach vorne gerichteter Lautsprecher entfaltet sich viel besser als ein Lautsprecher, der im Rahmen oder auf der Rückseite angebracht ist. Besonders Lautsprecher im unteren Rahmen werden häufig vom Handballen abgedeckt, sobald das Smartphone für Videos zur Seite gekippt wird. Auf der Rückseite sind hingegen eher die Fingerspitzen verantwortlich für das Abdecken der Lautsprecheröffnung. Manchmal lässt sich die Hand aber auch dafür verwenden, dem Lautsprecher mehr Volumen zu verleiten und den Klang umzuleiten.

Dennoch schneiden im Alltag das Lenovo Moto G4 und das HTC Desire 530 aufgrund des nach vorne gerichteten Lautsprechers am besten ab. Das Moto G4 ist darüber hinaus auch noch das lauteste aller Smartphones im Test. Gemessen wurde jeweils aus Blickrichtung des Anwenders, als ob dieser ein Video schauen oder Spiel zocken würde. Das LG X Power schneidet trotz des Lautsprechers auf der Rückseite ebenfalls gut und vor allem laut ab.

Lautsprecher im Überblick
Gigaset
GS160
HTC
Desire 530
Huawei
Y6 II Compact
Lenovo
Moto G4
LG
X Power
Samsung
Galaxy J3
Sony
Xperia E5
Wileyfox
Swift 2
Typ Mono Mono Mono Mono Mono Mono Mono Mono
Position Rückseite
unten
zentral
Vorderseite
unten
zentral
Rahmen
unten
links
Vorderseite
oben
zentral
Rückseite
unten
links
Rückseite
oben
rechts
Rahmen
unten
rechts
Rahmen
unten
rechts
Lautstärke
db(A)
Trailer
Alien: Covenant
81,7 79,5 78,7 86,3 83,9 79,9 78,7 77,9
Trailer
Guardians of the Galaxy Vol. 2
81,0 79,9 78,4 84,6 86,7 83,3 81,2 78,3
Trailer
The Mummy
78,9 79,9 80,0 85,7 84,6 80,1 78,6 77,8
Gemessen aus 30 cm Abstand mit Smartphone-Display Richtung Messgerät zeigend

Wohin mit SIM-Karte, Akku und Speichererweiterung?

Große Unterschiede gibt es auch bei den Abdeckungen und Schubfächern für SIM-Karten, Speicherkarten und Akkus der Handys bis 200 Euro, sofern dieser überhaupt ohne Werkzeug vom Anwender entnommen werden kann. Das LG X Power und das Wileyfox Swift 2 schneiden hier schlecht ab, da bereits für das Einlegen einer SIM- oder Speicherkarte ein kleiner Metallpin benötigt wird. Der ist aber glücklicherweise bei beiden Einsteiger-Smartphones im Lieferumfang enthalten. Dabei hat man solch ein Werkzeug aber trotzdem nicht immer.

Wileyfox ist der einzige Hersteller mit USB Typ C
Wileyfox ist der einzige Hersteller mit USB Typ C

Bei Gigaset, Huawei, Lenovo und Samsung muss die Rückseite abgezogen werden, um an die Technik zu gelangen. Bei Lenovo ist es im Gegensatz zu den anderen drei Smartphones aber nicht vorgesehen, dass der Besitzer den Akku wechselt. Dass sich bei Gigaset, Huawei und Samsung noch der Akku wechseln lässt, hat stellenweise aber auch gute Gründe. Denn beim Huawei Y6 II Compact muss der Akku immer erst entnommen werden, um beide SIM-Karten und Speicherkarte einzulegen, beim Samsung Galaxy J3 sind davon nur die SIM-Karten betroffen, und beim Gigaset GS160 lassen sich microSD- und zweite SIM-Karte ohne Entnahme des Akkus einlegen.

Tasten, Anschlüsse, Steckplätze im Überblick
Gigaset
GS160
HTC
Desire 530
Huawei
Y6 II Compact
Lenovo
Moto G4
LG
X Power
Samsung
Galaxy J3
Sony
Xperia E5
Wileyfox
Swift 2
Tasten An/Aus links × × × × × × × ×
rechts
Lautstärke links × × × × × ×
rechts × ×
Fingerabdrucksensor × × × × × ×
Anschlüsse 3,5-mm-Klinke
Micro-USB 2.0 Typ B ×
USB 2.0 Typ C × × × × × × ×
Steckplätze SIM 1 Akku vorher
entfernen?
× × × × ×
SIM 2 × × ×
Speicherkarte × × × × × × ×
✓ = ja / × = nein / – = nicht zutreffend

Eine fummelige Angelegenheit

HTC und Sony gehen die Sache etwas anders an. SIM- und Speicherkarten werden in beiden Fällen hinter einer Abdeckung im linken Rahmen eingesteckt, die per Fingernagel geöffnet werden muss. Dadurch wird zwar kein Werkzeug benötigt, eine fummelige Angelegenheit bleibt es dennoch, besonders beim HTC Desire 530. Hinter den Abdeckungen geht es nicht weniger nervenaufreibend weiter. Die Speicherkarte lässt sich noch einfach einstecken, für die SIM-Karte muss bei HTC und Sony aber erst ein tief im Gehäuse sitzender Aufnahmeschlitten herausgezogen werden. Der eigentlich werkzeuglose Ansatz beider Hersteller verläuft deshalb schnell im Sand.

Fingerabdrucksensor bei Handys von Gigaset und Wileyfox

Insbesondere für das Gigaset GS160, einem der günstigsten Testgeräte im Vergleich (unter 150 Euro), gibt es Lob für die Integration eines Fingerabdrucksensors. Eigentlich findet man solch ein Ausstattungsmerkmal in dieser Preisklasse noch nicht an. Ein Fingerabdrucksensor erlaubt eine deutlich komfortablere Android-Absicherung, als es mit einem Passwort oder einer PIN möglich ist. Auch das Wileyfox Swift 2 bietet diese Ausstattung. Beide Hersteller bringen den Sensor auf der Rückseite des Smartphones an.

Vorbildlich: Fingerabdrucksensor bei Gigaset und Wileyfox
Vorbildlich: Fingerabdrucksensor bei Gigaset und Wileyfox

Bei Ergonomie, Verarbeitung, Materialwahl, Lautsprecher und Steckplätzen schneidet in Summe das Lenovo Moto G4 am besten ab. Nur auf die Hochwertigkeit des Gehäuses reduziert, ist das Wileyfox Swift 2 mit Abstand das beste Handy im Vergleich und bietet mit dem Metallgehäuse ein Alleinstellungsmerkmal im Einsteiger-Segment.

Full HD hat nur Lenovo

Lenovo ist mit dem Moto G4 im doppelten Sinne ein Ausreißer im Testfeld. Neben dem größten bietet Lenovo auch das beste Display im Vergleich. Es hat mit Full HD die höchste Auflösung, höchste Helligkeit, beste Farbdarstellung und besten Blickwinkel.

Alle anderen Testkandidaten bieten nur 1.280 × 720 Pixel, selbst das LG Power mit ebenfalls größeren 5,3 Zoll, sodass dieses Smartphone die niedrigste Pixeldichte aufweist. In puncto Bildschärfe schneidet aber trotzdem das Samsung Galaxy J3 am schlechtesten ab. Die für OLED typische ungleiche Verteilung von Subpixeln führt zu einem leicht fransigen Bild und weichen anstatt scharfen Kanten bei Symbolen und Text.

Displays im Überblick
Gigaset
GS160
HTC
Desire 530
Huawei
Y6 II Compact
Lenovo
Moto G4
LG
X Power
Samsung
Galaxy J3
Sony
Xperia E5
Wileyfox
Swift 2
Größe 5,0 Zoll 5,0 Zoll 5,0 Zoll 5,5 Zoll 5,3 Zoll 5,0 Zoll 5,0 Zoll 5,0 Zoll
Panel IPS S-LCD IPS IPS IPS OLED TFT IPS
Auflösung 720 × 1.280 720 × 1.280 720 × 1.280 1.080 × 1.920 720 × 1.280 720 × 1.280 720 × 1.280 720 × 1.280
Pixeldichte 294 ppi 294 ppi 294 ppi 401 ppi 277 ppi 294 ppi 294 ppi 294 ppi
Umgebungslichtsensor ×
✓ = ja / × = nein

Das Samsung Galaxy J3 ist auch das Schlusslicht bei der Displayabdeckung, die sehr schnell stark verschmiert und den Finger nur schwer gleiten lässt – auch wenn es sauber ist. Das gilt jedoch auch für das Huawei Y6 II Compact und das Gigaset GS160. Das Glas mit den besten Gleiteigenschaften besitzt das Wileyfox Swift 2.

Samsung verbaut keinen Umgebungslichtsensor

Ein Sonderfall ist das Galaxy J3 auch in anderer Hinsicht. Es ist das einzige Smartphone im Testfeld, das nicht mit einem Umgebungslichtsensor ausgestattet ist und somit seine Display-Helligkeit nicht in Abhängigkeit zum Umgebungslicht selbst regulieren kann. Ist eine andere Helligkeit gewünscht, muss diese stets manuell gewählt werden.

5 Zoll sind der Standard, Lenovo und LG bieten 5,5 und 5,3 Zoll
5 Zoll sind der Standard, Lenovo und LG bieten 5,5 und 5,3 Zoll

Das Galaxy J3 ist zudem das einzige der getesteten Geräte, dessen Display über einen Outdoor-Modus verfügt. Damit gleicht Samsung ein wenig die ansonsten schlechte Maximalhelligkeit aus – allerdings nur temporär. Nach Aktivierung bleibt der Outdoor-Modus für 15 Minuten aktiv, auch nach dem Ausschalten und erneuten Einschalten des Displays. Ist das Gerät für eine längere Zeit als 15 Minuten durchgehend in Benutzung, bleibt der Outdoor-Modus auch über die 15 Minuten hinaus aktiv, schaltet sich dann aber selbst ab, sobald das Display ausgeschaltet wird. Zur nächsten Aktivierung des Smartphones liegt wieder die reguläre Maximalhelligkeit an.

Maximale und minimale Helligkeit sowie Kontrast im Überblick

Helle Displays sind noch nicht zum Standard geworden

Wie eingangs erwähnt, bietet das Lenovo Moto G4 mit einem klaren Abstand von über 20 Prozent das hellste Display im Testfeld. Gut schneiden auch das Sony Xperia E5, Wileyfox Swift 2 und Huawei Y6 II Compact ab, die sich allesamt zwischen 470 und 500 cd/m² bewegen. Die Helligkeit des Gigaset GS160 geht mit rund 430 cd/m² noch in Ordnung, das LG X Power ist mit 355 cd/m² aber nur noch mittelmäßig für den Außeneinsatz geeignet. Enttäuschend ist die Leistung des Desire 530. HTC stellt eines der teuersten Geräte im Testfeld und liefert hier das schlechteste Ergebnis ab.

Die Zeiten billiger TN-Panels mit schwachen Blickwinkeln sind zum Glück selbst im unteren Preissegment vorbei. Das heißt aber nicht, dass es keine Unterschiede gibt. Die Smartphones von Gigaset, HTC, Sony und Wileyfox haben als gemeinsame Schwachstelle die Betrachtung des Displays von schräg unten rechts. Bei allen vier Geräten kommt es dabei zu einer Farbverfälschung in Richtung Gelbbraun, als ob Gilb das Display überziehen würde. Zu diesem Effekt kommt es auch aus der gegenüberliegenden Blickrichtung von schräg oben links.

Keiner der getesteten Hersteller lässt es sich nehmen, ein paar Sonderfunktionen für das Display anzubieten. HTC etwa erlaubt das Einstellen der Farbtemperatur. Besitzer eines Moto G4 können zwischen dem normalen und einem intensiven Farbmodus wählen, außerdem wird ihnen eine Art Always-on-Display geboten, das Uhrzeit, Datum und Benachrichtigungen beim Anheben des Gerätes anzeigt. Beim Huawei Y6 II Compact kann ebenfalls die Farbtemperatur eingestellt werden, und das Samsung Galaxy J3 bietet Samsung-typisch wieder vier OLED-Modi mit verschiedenen Farbräumen und Sättigungswerten. Bei Sony lässt sich ein Weißabgleich des Displays durchführen, und LG bietet für das X Power einen Blaulichtfilter sowie Double-Tap zum Aufwecken und Ausschalten des Displays.

Gigaset und Wileyfox mit umfangreichen Display-Optionen

Umfangreicher fallen die Zusatzoptionen bei Gigaset und Wileyfox aus. Gigaset setzt für seine Display-Einstellungen auf MiraVision von MediaTek, das Einfluss auf die Bildqualität nehmen kann und potenziell – zumindest laut Werbetext – auch den Akku schonen soll. Zunächst werden dem Anwender drei Bildmodi geboten: Standard, lebendig und benutzerdefiniert. Letzterer schaltet die manuelle Kontrolle über Kontrast, Farbsättigung und Bildhelligkeit frei. Auch auf Schärfe und Farbtemperatur lässt sich in diesem Modus Einfluss nehmen. Mit allen drei Modi kombinieren lässt sich die Einstellung für den dynamischen Kontrast, der standardmäßig deaktiviert ist.

Gigaset und Wileyfox haben die umfangreichsten Display-Optionen
Gigaset und Wileyfox haben die umfangreichsten Display-Optionen

Das Swift 2 bietet nicht weniger Möglichkeiten. Die LiveDisplay-Funktion ermöglicht zum einen eine manuelle Kalibrierung der Grundfarben Rot, Grün und Blau. Das zweite Untermenü Bildschirmmodus erlaubt den manuellen oder nach Tageszeit automatisch gesteuerten Wechsel zwischen verschiedenen Farbtemperaturen, die das Display bei Tag oder Nacht angenehmen zu betrachten machen sollen. Ab Werk stellt Wileyfox die Farbtemperatur für Weiß bei Tag auf 6.500 Kelvin und bei Nacht auf 4.500 Kelvin. Das stimmt allerdings nicht ganz, die Messung ergibt rund 7.100 Kelvin im Tag-Modus.

Darüber hinaus bietet auch das Swift 2 ein Always-on-Display, jedoch nur in einer Light-Version. Wenn eine Benachrichtigung eingeht, schaltet sich das Display kurz dafür ein. Double-Tap wie bei LG gibt es auch für das Swift 2, allerdings nur zum Ausschalten und nicht zum Einschalten des Displays. Die Funktion kann zudem nicht an beliebiger Stelle auf dem Display ausgeführt werden, sondern muss auf der Statusleiste erfolgen. Zu guter Letzt gibt es noch einen Modus für hohe Touch-Empfindlichkeit, der auch mit Handschuhen funktionieren soll – das klappte aber mehr schlecht als recht.

Android mit viel Bloatware

Smartphones bis 200 Euro müssen üblicherweise noch mit 16 Gigabyte Speicher auskommen. Eine Ausnahme bildet das Samsung Galaxy J3, das nur 8 Gigabyte bietet, obwohl es gleich viel oder mehr kostet als Geräte mit doppelt so viel Speicher.

Umso wichtiger ist es bei dem begrenzt zur Verfügung stehenden Speicher, dass ein microSD-Steckplatz vorhanden ist, damit Anwender günstig den internen Speicher mit einer externen Speicherkarte erweitern können. Ebenfalls wichtig ist es, dass Betriebssystem oder vorinstallierte Apps nicht zu viel Speicher wegnehmen.

In beiden Bereichen gibt es deutliche Unterschiede zwischen den Geräten. Dabei ist znächst einmal zwischen der auf der Verpackung des Smartphones beworbenen Speicherkapazität, der abzüglich der Systempartition verfügbaren Speicherkapazität sowie des tatsächlich noch freien Speichers für den Anwender zu unterscheiden.

Was draufsteht ist nicht drin

Bei den Smartphones mit 16 Gigabyte Speicher gelingt diese Aufgabe Gigaset am besten, gefolgt von Lenovo und LG. Abzüglich der Systempartition und weniger vorinstallierter Apps bleiben dem Nutzer auf dem GS160 nach der Einrichtung noch 9,84 Gigabyte. Beim Lenovo Moto G4 sind es 8,78 Gigabyte, beim LG X Power noch 8,22 Gigabyte. Das unrühmliche Schlusslicht bildet in diesem Vergleich das HTC Desire 530, das dem Käufer nur 6,34 Gigabyte freien Speicher zur Verfügung stellt.

Bedienoberflächen im Überblick

Adoptable Storage sollte Standard sein – ist es aber nicht

Die Erweiterung des Speichers ist bei allen getesteten Smartphones mittels microSD-Speicherkarte möglich. Bis auf das Huawei Y6 II Compact ist das Einstecken im laufenden Betrieb möglich. Beim Y6 II Compact muss aus Platzgründen zunächst der Akku entfernt werden. Ärgerlich ist, dass nicht alle Hersteller Googles Adoptable Storage unterstützen, das eine Zusammenlegung von internem und externem Speicher erlaubt, der für das Betriebssystem wie ein großer interner Speicher erscheint. Nur Gigaset, HTC, Lenovo und Wileyfox bieten diese Option. Ein Sonderfall ist wieder das Y6 II Compact, das den externen Speicher nur anstatt des internen verwenden kann.

Einfluss auf den freien Speicher nimmt zum einen die Größe des Betriebssystems, zum anderen die Anzahl der vom Hersteller vorinstallierten Apps, die der Käufer vielleicht gar nicht haben möchte. Vorbildlich ist die Herangehensweise von Lenovo, wo keine einzige zusätzliche App auf dem Moto G4 installiert ist. Auf dem Swift 2 von Wileyfox findet sich mit Skype nur eine zusätzliche App. Schlimm sieht es beim Galaxy J3 aus, das mit unzähligen Microsoft-Apps, Facebook und einer unnötigen Werbe-App von Samsung zugepflastert wurde. Auch Huawei und Sony gehen mit sieben und sechs Apps nicht zimperlich vor. Das Mittelfeld bilden Gigaset, HTC und LG mit vier Apps.

Bei Gigaset, Huawei und Wileyfox lassen sich die vorinstallierten Anwendungen ohne Probleme deinstallieren. Bei HTC, LG, Samsung und Sony können die Apps hingegen nur deaktiviert oder ihre letzten Aktualisierungen entfernt werden, nicht aber die Basisversion. App-Reste bleiben so in jedem Fall auf dem Speicher des Smartphones.

Betriebssysteme, Speicher und Bloatware im Überblick
Gigaset
GS160
HTC
Desire 530
Huawei
Y6 II Compact
Lenovo
Moto G4
LG
X Power
Samsung
Galaxy J3
Sony
Xperia E5
Wileyfox
Swift 2
OS Android Android Android Android Android Android Android Android
Version 6.0 6.0.1 5.1 6.0.1 6.0.1 5.1.1 6.0 6.0.1
Sicherheitspatch-Level 05-10-2016 01-12-2015 05-10-2016 01-07-2016 01-07-2016 01-09-2016 05-09-2016 01-12-2016
UI Stock Sense EMUI Stock LG UI TouchWiz Sony UI Cyanogen OS
Tastatur Google HTC Swype Google LG Samsung SwiftKey Google
Speicherangabe (GB) 16 16 16 16 16 8 16 16
Speicher verfügbar (GB) 10,87 8,92 10,15 10,82 10,32 4,79 10,62 9,58
Speicher frei (GB) 9,84 6,34 7,73 8,78 8,22 1,78 7,52 7,89
Speicher erweiterbar
microSD

microSD

microSD

microSD

microSD

microSD

microSD

microSD
Adoptable Storage × × × ×
Bloatware (Apps)* 4 Gigaset
T-Online
TankenApp
Wetter.info
4 Facebook
Facebook Messenger
Instagram
News Republic
7 Booking
Facebook
News Republic
Todoist
Twitter
Vmall
WPS Office
0 4 Evernote
Facebook
Instagram
SmartWorld
8 Excel
Facebook
meinGalaxy
OneDrive
OneNote
PowerPoint
Skype
Word
6 Amazon
AVG Protection
Facebook
Kobo eBooks
Spotify
What's New
1 Skype
Deinstallierbar? × × × ×
*Als Bloatware gilt jede vorinstallierte App, die nicht vom Hersteller (Ausnahme Werbe-Apps) oder von Google stammt
✓ = ja / × = nein / – = nicht zutreffend

Die Aktualität des Betriebssystem spielt insbesondere bei Android eine gewichtige Rolle. In den letzten Monaten hat dabei aber weniger die Hauptversionen des Betriebssystems Priorität gehabt, sondern ein aktuelles Sicherheitspatch-Level ist wichtiger, um den Nutzer von akuten Bedrohungen aus dem Netz zu schützen. Dennoch: Mit Android 5.1 respektive 5.1.1 Lollipop sind die Betriebssysteme auf dem Huawei Y6 II Compact und dem Samsung Galaxy J3 hoffnungslos veraltet. Die Sicherheitspatch-Level hinken mit Stand Oktober und September 2016 ebenfalls hinterher, sind aber noch halbwegs aktuell. Alles andere als vorbildlich ist die Situation dennoch.

Tastaturlayouts im Überblick

Tastaturen v.l.n.r.: Gigaset, HTC, Huawei, Lenovo, LG, Samsung, Sony, Wileyfox
Tastaturen v.l.n.r.: Gigaset, HTC, Huawei, Lenovo, LG, Samsung, Sony, Wileyfox

Beim Thema Sicherheit liegen Welten zwischen HTC und Wileyfox

Es geht aber noch schlimmer: Dem HTC Desire 530 fehlen Android-Sicherheitsupdates von über einem Jahr. Mit Stand Dezember 2015 ist die Software ein Sicherheitsrisiko für jeden Anwender. Etwas enttäuschend schneidet auch das Moto G4 ab. Die Situation ist zwar bei weitem nicht so schlimm wie auf dem Desire 530, mit Stand Juli 2016 landet das Smartphone zusammen mit dem LG X Power aber nur auf dem vorletzten Platz. Ein Wermutstropfen für Moto-G4-Besitzer ist das von Lenovo zugesicherte Update auf Android 7.0 Nougat, das auch ein neues Sicherheitspatch-Level mitbringen wird. Bis Ende Februar soll das Update in Deutschland zur Verfügung gestellt werden.

Sieger im Sicherheitsvergleich ist das Wileyfox Swift 2. Die Briten liefern das Smartphone mit dem Android-Fork Cyanogen OS aus, das auf Android 6.0.1 basiert. Das Sicherheitspatch-Level ist mit Stand Dezember 2016 das neueste im Testfeld. Für das gesamte Wileyfox-Sortiment wurde zudem bereits das Update auf Android 7.0 angekündigt. Nach dem Aus von Cyanogen OS steht aber noch nicht fest, in welcher Form Nougat auf den Geräten laufen wird. Es soll aber weiterhin pures Android sein.

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