DDR5 RAM: DDR4-Nachfolger soll 2018 spezifiziert werden

Volker Rißka 81 Kommentare
DDR5 RAM: DDR4-Nachfolger soll 2018 spezifiziert werden
Bild: SK Hynix

Das Industrie-Konsortium JEDEC hat offiziell die bereits lang erwartete Ratifizierung von Spezifikationen für DDR5-Speicher als logischem Nachfolger des aktuellen DDR4 SDRAM angekündigt. 2018 sollen die finalen Spezifikationen vorliegen, eine Vorschau soll es aber bereits in drei Monaten geben.

Die Entwicklung von DDR5 läuft schon lange

Dass DDR5-Speicher auf DDR4-Speicher folgen wird, ist bereits seit Jahren klar. Deshalb sind auch alle Speicherhersteller bereits mit Tests der neuen Spezifikationen beschäftigt, haben diese zum Teil bereits sogar in die Öffentlichkeit getragen. Auch DDR5 folgt dem von DDR-Speicher bekannten Muster: Die Bandbreite wird primär über höhere Taktraten weiter gesteigert, dort, wo heute hochtaktender DDR4-Speicher liegt, wird DDR5 ansetzen.

Micron zu Hot Chips 28
Micron zu Hot Chips 28 (Bild: Micron)

Micron hatte schon im Sommer des letzten Jahres erklärt, dass die Spezifikationen Mitte 2018 stehen werden, erste Speichermodule jedoch frühestens zwei Jahre später im Jahr 2020 erscheinen. Dabei sollte DDR5-3.200 den Anfang machen, auch wenn die Spezifikationen selbst bis zu DDR5-6.400 reichen könnten. Die JEDEC lotet das aktuell aus.

Das Konsortium hat bisher nur erklärt, dass gegenüber DDR4 im Wesentlichen die Bandbreite verdoppelt sowie die Effizienz durch die abermals gesunkene Leistungsaufnahme gesteigert werden soll. Gleichzeitig soll das Interface, also der Speicherslot, nutzerfreundlicher sowohl für Server als auch Client-Systeme werden. Erste Vorträge auf Veranstaltungen haben gezeigt, dass er vor allem vielfältiger werden und so auch von SSDs genutzt werden können soll – einen ähnlichen Weg gehen die ersten Optane-Module von Intel, die zuerst für M.2 und später auch im DDR4-Speicherslot erscheinen sollen.

NVDIMM-P ergänzt NVDIMM-N als Hybrid-Lösung

Mit NVDIMM-P wird zudem eine weitere Sorte von hybriden Speichermodulen aufgelegt. Mit hybriden Speichermodulen sind Module gemeint, die in herkömmliche DIMM-Slots passen und sich gegenüber dem Speichercontroller als normales DDR4 SDRAM ausgeben, zusätzlich zum beziehungsweise anstelle des DRAMs aber NAND-Flash oder eine andere Art nichtflüchtigen Speichers auf dem Modul tragen, der Daten auch bei einem Stromausfall vorhält – daher die Bezeichnung Non-Volatile Dual Inline Memory Module oder NVDIMM. NVDIMM-P wird laut JEDEC eine neue Form von new high capacity persistent memory module.

NVDIMM wird von einigen Herstellern eine große Zukunft zugesprochen. Sie glauben, dass Cache-basierte Speicherriegel das Interface der Zukunft sind und NVMe in den kommenden fünf bis zehn Jahren hinsichtlich der Leistung überholen werden. Damit sollen sie die Brücke zu neuen Speichertechnologien wie 3D XPoint, ReRAM oder Phase Change Memory (PCM) schlagen, am Ende aber einen leichten Kostenvorteil für sich verbuchen.

Sowohl NVDIMM-P als auch DDR5-Speicher will die JEDEC in diesem Jahr auf mehreren Veranstaltungen präsentieren, jeweils begleitet von technischen Workshops. Mitte Juni 2017 sollen sie auf dem JEDEC Server Forum zudem erstmals genauer vorgestellt werden.