RX 580/570 mit Quiet-BIOS: Asus, PowerColor und Sapphire können auch leiser

Wolfgang Andermahr 46 Kommentare
RX 580/570 mit Quiet-BIOS: Asus, PowerColor und Sapphire können auch leiser

tl;dr: Alle von ComputerBase bisher getesteten Radeon RX 580 und 570 bieten einen Quiet-Modus per BIOS oder Software an. Stellschrauben sind der maximale Takt, die maximale Lüfterdrehzahl oder die Zieltemperatur des Kühlsystems. Im Test erweist sich der Modus fast immer als die deutlich bessere Wahl.

Radeon RX 580/570 mit Quiet-BIOS und Silent-Mode im Test

Sechs verschiedene Partnerkarten hat ComputerBase im Test von Radeon RX 580 und Radeon RX 570 verglichen, aus Zeitgründen aber nur mit den von den Herstellern gewählten Voreinstellungen. Vier Modelle sind aber mit zwei unterschiedlichen BIOS bestückt. Standardmäßig ist in allen Fällen ein in der Regel „OC“ getauftes BIOS aktiv, das mit etwas höheren Taktraten agiert. Der Verbrauch und die Lautstärke des Kühlsystems fallen deshalb höher aus.

Weil bei Polaris die Leistungsvorteile aus Übertaktung klein ausfallen, ist der Wechsel auf das „Quiet-BIOS“ oder die Auswahl eines „Silent-Modus“ in der Software der Hersteller attraktiv. Dann rendert die Grafikkarte vielleicht nicht mehr ganz so schnell, hat bei gesenktem Verbrauch aber die Möglichkeit, die Lüfter deutlich langsamer drehen zu lassen und damit die Lautstärke zu reduzieren.

PowerColor und Sapphire mit BIOS-Switch

Die PowerColor Radeon RX 580 Red Devil, die PowerColor Radeon RX 580 Red Devil Golden Sample, die Sapphire Radeon RX 580 Nitro+ sowie die PowerColor Radeon RX 570 Red Devil bieten diese Möglichkeit an. PowerColor hat auf den Radeon-RX-580-Grafikkarten die Stellungen mit „OC“ beziehungsweise „Silent“ gekennzeichnet. Die Radeon RX 570 beziehungsweise das Sapphire-Modell verzichten dagegen auf eine Beschriftung – hier hilft nur ein Blick auf die Taktraten unter Windows. Auf der Radeon RX 580 Nitro+ schaltet man mit der von vorne gesehenen linken Position auf das Quiet-BIOS, bei der Radeon RX 570 Red Devil ist es die rechte Position.

Asus hat für die Radeon RX 580 Strix mittlerweile ein zweites BIOS im Angebot – allerdings per Download und nicht bereits vorinstalliert. Der Download ist für Radeon RX 580 Strix OC sowie die schnellere Radeon RX 580 Strix TOP über die Webseite des Herstellers möglich. Die Installation ist mit der Ausführung einer EXE-Datei sehr einfach gehalten. Nach einem Neustart ist das Silent-BIOS aufgespielt. Die Grafikkarten-Garantie bleibt erhalten.

Silent geht auch per Software

Die dritte Variante nutzt MSI auf der Radeon RX 580 Gaming X. Per Software kann ein Silent-Modus aktiviert werden. Dafür muss die hauseigene MSI Gaming-App jedoch durchweg im Hintergrund laufen, ansonsten fällt die Grafikkarte auf die im BIOS hinterlegten Werte zurück. Auch Asus bietet einen Silent-Modus über das Tool GPU Tweak II an. Der ist aber längst nicht so weitreichend wie das Pendant beim BIOS-Update.

Die Auswirkungen im Vergleich

Im BIOS oder dem Software-Profil können verschiedene Anpassungen dafür sorgen, dass eine Grafikkarte mit Polaris leiser agiert. Bei den getesteten Grafikkarten werden die Optimierungen durch geringere Taktraten, ein geringeres Power Target, eine niedrigere maximale Lüfterdrehzahl oder eine höhere Ziel-Temperatur erreicht. Die anliegenden Spannungen passt hingegen kein Hersteller an.

Verschiedene Wege führen nach Rom

Keinen Einfluss auf die Taktraten hat das Anpassen der Zieltemperatur der Lüftersteuerung. In diesem Fall muss das Kühlsystem die GPU auf einer höheren Temperatur halten, was mit einer geringeren Lüfterdrehzahl als bei einem niedrigeren Temperaturniveau möglich ist. Asus und PowerColor sowie Sapphire gehen im leiseren BIOS diesen Weg, MSI per Software hingegen nicht. AMD WattMann im Crimson-Treiber (Download) stellt diese Funktion ebenfalls bereit.

Den maximal möglichen Takt der Grafikkarte senken wiederum alle Hersteller außer Asus. Die MSI Radeon RX 580 Gaming X, die PowerColor Radeon RX 570 Red Devil sowie die Sapphire Radeon RX 580 Nitro+ reduzieren die Frequenz um mehr als 50 MHz, die anderen Modelle dagegen weniger. Die maximale Lüfterdrehzahl wird auf der Asus Radeon RX 580 Strix TOP, der Sapphire Radeon RX 580 Nitro+ sowie der PowerColor Radeon RX 570 Red Devil eingeschränkt. Die in der Praxis erzielten Werte liegen allerdings darunter.

Asus 580
Strix TOP
(OC/Silent)
MSI 580
Gaming X
(OC/Silent)
PowerColor 580
Red Devil
(OC/Silent)
PowerColor 580
Red Devil GS
(OC/Silent)
Sapphire 580
Nitro+
(OC/Silent)
PowerColor 570
Red Devil
(OC/Silent)
Maximaler GPU-Takt in MHz 1.410/1.410 1.395/1.340 1.380/1.355 1.425/1.410 1.410/1.340 1.320/1.270
GPU-Spannung (WattMan) 1.150V/1.150V 1.150V/1.150V 1.150V/1.150V 1.150V/1.150V 1.150V/1.150V 1.150V/1.150V
Speicher-Takt in MHz 4.000/4.000 4.000/4.000 4.000/4.000 4.000/4.000 4.000/4.000 3.500/3.500
Maximale Lüfterdrehzahl in Umdr. 2.100/1.900 2.400/2.400 3.000/3.000 3.000/3.000 2.280/2.000 3.100/3.000
Ziel-GPU-Temperatur 65°C/75°C 70°C/70°C 75°C/80°C 75°C/80°C 75°C/76°C 76°C/80°C
Maximale GPU-Temperatur 87°C/87°C 90°C/90°C 90°C/90°C 90°C/90°C 85°C/85°C 90°C/90°C

Bei Asus könnte der Wechsel auf das leisere BIOS also sogar ohne Leistungsverlust einhergehen, sofern die höhere GPU-Temperatur nicht den Verbrauch hebt und die Taktraten deshalb fallen.

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