Cooler Master MasterLiquid im Test: Günstige AiO-Kühlung mit leiser Pumpe

Thomas Böhm 45 Kommentare
Cooler Master MasterLiquid im Test: Günstige AiO-Kühlung mit leiser Pumpe

tl;dr: Die MasterLiquid 240 ist die aktuelle Einsteiger-Kompaktwasserkühlung von Cooler Master; 70 Euro kostet sie. Ihre vom Hersteller entwickelte Pumpe agiert im Test angenehm leise, die Leistung ist mit den Serienlüftern aber gering. Erst der Tausch der Lüfter lässt sie zur Konkurrenz aufschließen.

Cooler Master MasterLiquid 240 im Test

Asetek hat in jüngerer Zeit einen geradezu übermächtigen Marktanteil bei den Kompaktwasserkühlungen eingenommen. Der Auftragsfertiger produziert für viele bekannte Hersteller wie Corsair, NZXT, Arctic, Cryorig und Fractal Design. Zwar sorgen die einzelnen Abnehmer für individuelle Anpassungen des Designs, der Kern bleibt jedoch immer derselbe – weshalb die Kühlleistung (in Abhängigkeit von der Radiatorgröße) und Pumpengeräusche allesamt in sehr ähnlichen Bereichen zu finden sind.

Umso erfrischender ist da die Abwechslung, die Cooler Master mit der MasterLiquid-Reihe bietet: Der Hersteller vertraut auf ein selbst entwickeltes Pumpendesign. Das Rad wird dabei nicht neu erfunden, denn wie üblich sitzt die Pumpe der MasterLiquid auf dem kupfernen CPU-Kühler und befördert Kühlflüssigkeit durch einen Radiator aus Aluminium. Wie die meisten Kompaktwasserkühlungen ist auch die MasterLiquid nicht erweiterbar, sondern lediglich zur Kühlung eines Prozessors bestimmt.

Weitere Konkurrenz für die neue AiO von Cooler Master stammt aus deutscher Entwicklung von be quiet! und Alphacool. Der Test der MasterLiquid 240 zeigt, wie gut sich die Kompaktwasserkühlung gegen die 240-Millimeter-Kontrahenten hält. Ebenso interessant sind die Fragen, wie sich die Pumpe von Cooler Master in Sachen Lautstärke schlägt und ob die Serienbelüftung auch für Silent-PCs tauglich ist.

MasterLiquid, Lite, Pro, Maker im Vergleich

Cooler Master bietet die MasterLiquid-Kompaktwasserkühlungen in mehreren Baureihen an. Angefangen mit der MasterLiquid Lite steht die kleinste und günstigste Version mit 120-Millimeter-Radiator und einem Lüfter zur Verfügung. Darüber positioniert der Hersteller die MasterLiquid-Kühlungen ohne weitere Kennzeichnung.

Die MasterLiquid-Kühlungen ohne Zusatz ähneln der MasterLiquid Lite wie ein Ei dem anderen, jedoch gibt es mehr Modellauswahl: Zusätzlich zur 120-Millimeter-Version (die im Fall der MasterLiquid mit zwei anstelle von einem Lüfter wie bei der MasterLiquid Lite ausgestattet wird) gibt es eine AiO mit 240-Millimeter-Radiator, die sich hier im Test befindet. Darüber positioniert Cooler Master die MasterLiquid-Pro-Baureihe, welche zusätzlich auch mit 140- und 280-Millimeter-Wärmetauscher erhältlich ist.

Pro-Variante mit Einblick in die Pumpe

Neben den weiteren Radiatorformaten lockt die MasterLiquid Pro mit einer besonderen Pumpenabdeckung, welche einen Blick auf die obere Kammer der Zwei-Kammer-Pumpe gewährt. Ein verändertes Lamellendesign mit sogenannten Square-Lamellen soll einen höheren Luftdurchsatz durch den Radiator ermöglichen. Dafür steigt der Preis: Gut 20 Euro Aufpreis werden für die MasterLiquid Pro 240 im Vergleich zur MasterLiquid 240 fällig.

Die Nomenklatur aktueller Produkte von Cooler Master sieht zudem die Maker-Version als High-End-Produkt vor. Die MasterLiquid Maker ist allerdings nur als Sonderform erhältlich: Eine Kompaktwasserkühlung mit 92-Millimeter-Radiator und zwei Lüftern, der direkt auf dem CPU-Kühler Platz findet. Für das Konstrukt werden aktuell über 100 Euro aufgerufen.

Detailbetrachtung der MasterLiquid 240

Die MasterLiquid 240 bringt alles mit, was eine aktuelle CPU-Kühlung benötigt. Neben der Kühlung selbst ist im Lieferumfang Montagematerial für alle modernen Sockel inklusive AM4 von AMD enthalten. Glänzender schwarzer Sleeve bedeckt sämtliche Kabel- und Schlauchverbindungen. Eine Ausnahme hiervon stellt lediglich der nur unvollständig gesleevte Y-Verteiler dar, mit dem die beiden Radiatorlüfter über einen Mainboard-Lüfteranschluss versorgt werden können.

Zur Befestigung der Radiatorlüfter sind acht Rändelschrauben mit großem Kopf beigelegt, die werkzeuglos mit zwei Fingern festgedreht werden können. Das ist praktisch, wenn die Kühlung im Gehäusedeckel befestigt werden soll, denn die Lüfter können sogar nach der Montage des Radiators problemlos installiert werden. Die Schrauben können aber bei der Montage in der Front hinderlich sein, wenn direkt vor den Lüfterplätzen noch ein Staubschutzfilter angebracht werden soll. Wärmeleitpaste wird anwenderfreundlich in Form einer kleinen Spritze geliefert, sodass der mehrfachen Montage der Kühlung nichts im Wege steht.

Cooler Master MasterLiquid 240
Radiator (L × B × H): 277 × 120 × 27 mm
Anschlüsse: geschlossenes System
Schlauchlänge: ?
Ausgleichsbehälter:
Pumpe: ??
Lebensdauer (MTBF): 70.000 Stunden
Anschluss: ?
Position: in Kühler integriert
Verbrauch: ?
Lüfter: 2 × 120 × 120 × 25 mm
650 – 2.000 U/min
? – 112,7 m³/h
? – 2,3 H²O
6,0 – 30,0 dBA
4-Pin-PWM
Entkopplung
Lüftersteuerung: ?
Kompatibilität: AMD: Sockel AM4/AM3(+)/AM2(+)/FM2/FM1
Intel: LGA 2011/1366/115x/775
Preis: 90 €

Radiator und Lüfter

Der Aluminium-Radiator der MasterLiquid 240 ist schlanke 27 Millimeter tief und, von den obligatorischen wenigen verbogenen Lamellen abgesehen, gut verarbeitet. Auf einer Längsseite befinden sich in weißer Farbe das Logo des Herstellers sowie die Bezeichnung der Kühlung. Mit einer Lamellendichte von knapp 20 FPI (Fins per Inch) liegt der Wärmetauscher im üblichen Bereich für AiO-Wasserkühlungen. Die Schlauchverbindungen zwischen Pumpe und Radiator sind etwa 33 Zentimeter lang und damit relativ kurz – die Konkurrenz bietet oftmals Schläuche mit circa 40 Zentimetern Länge, womit die Montage des Radiators in der Gehäusefront besser machbar ist.

Die schwarzen Masterfan-Serienlüfter von Cooler Master besitzen leicht transparente Lüfterschaufeln, sind aber im Betrieb nicht beleuchtet. Die Ventilatoren tragen in den Ecken des Rahmens Gummi-Elemente zur Entkopplung. Cooler Master spezifiziert die Lüfter auf ein Drehzahlintervall von 650 bis 2.000 U/min. Im Test erreichen die Lüfter maximal 2.100 U/min; das untere Limit stimmt mit den Herstellerangaben überein. Die 4-Pin-Lüfter verhalten sich bei niedriger PWM-Leistung ungewöhnlich: Der Start erfolgt erst bei 26 % Leistung der Aquaero-5-Lüftersteuerung mit etwa 750 U/min. Anschließend kann die Leistung auf 21 Prozent (650 U/min) gesenkt werden, bevor die Lüfter stehen bleiben. Die Minimaldrehzahl kann also nicht ohne Weiteres eingestellt werden, obwohl es sich um PWM-gesteuerte Ventilatoren handelt.

Die Masterfan-120-Lüfter agieren im niedrigen Drehzahlbereich leise, jedoch mit leicht wahrnehmbarem Betriebsgeräusch. Bei hohen Drehzahlen dominiert wie üblich das Geräusch des Luftstroms. Angesichts der relativ hohen Anlaufdrehzahl und der im Verlauf des Tests festgestellten Schwäche der Ventilatoren auf Radiatoren profitieren sowohl Besitzer von Silent-PCs als auch Käufer, die die Leistung der MasterLiquid 240 optimieren wollen, vom Tausch der Lüfter gegen andere Modelle.

CPU-Kühler und Pumpe

Ebenso wie die restlichen Komponenten der MasterLiquid, ist auch die Pumpe in Schwarz gehalten. Auf der Abdeckung der Pumpen-/Kühlereinheit hat Cooler Master sein Herstellerlogo angebracht, das in Weiß beleuchtet wird. Die Beleuchtung ist an die Betriebsspannung der Pumpe gekoppelt und kann nicht separat gedimmt oder abgeschaltet werden. Der Stecker der Pumpe ist als 4-Pin-Modell ausgeführt. Es sind aber nur drei Pins belegt – die Pumpe erlaubt folglich keine PWM-basierte Steuerung.

Die Übergänge zwischen Schläuchen und Pumpe können – etwas schwergängig – gedreht werden. Der Sleeve ist mit schwarzen Schrumpfschläuchen fixiert, die ihre industrielle Herkunft mit weißer Beschriftung kundtun. Dies ist nicht an jeder Verbindung sichtbar, kann Case-Moddern bei der Betrachtung durch ein Sichtfenster aber negativ auffallen. Die Bodenplatte des CPU-Kühlers ist kupferfarben. Sie ist nicht ganz blank poliert, sondern zeigt sichtbare längs verlaufende Rillen.

Montage auf Sockel 2011

Zur Befestigung der CPU-Kühlung müssen zunächst die passenden Haltebügel an der Pumpeneinheit festgeschraubt werden. Dies und die Befestigung des Radiators am Gehäusedeckel sind die einzigen Schritte, die einen Schraubendreher voraussetzen – alle anderen Schritte können werkzeuglos erfolgen. Für den Intel-Sockel 2011 müssen Verlängerungen in die Sockelaufnahmen gedreht werden. Nachdem die leicht verstreichbare Wärmeleitpaste aufgetragen worden ist, kann die Kühlereinheit auf die Sockelaufnahmen geschoben und durch vier Muttern fixiert werden. Die Muttern werden gemäß Anleitung nur mit den Fingern und nicht mithilfe eines Schraubendrehers angezogen.

Cooler Master Masterliquid 240 im Testsystem
Cooler Master Masterliquid 240 im Testsystem

Die beiden Radiatorlüfter können ebenfalls werkzeuglos befestigt werden. Sobald auch der Radiator im Gehäuse montiert ist, können die Kabelverbindungen hergestellt werden: Für die beiden PWM-basierten Radiatorlüfter ist das Y-Kabel vorhanden, die Pumpe bedarf aber eines weiteren Lüfteranschlusses auf dem Mainboard. Insgesamt ist die Installation der Kompaktwasserkühlung einfach gestaltet und kann auch von Anfängern gut bewältigt werden.

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