RX Vega 64/56: Preise, Radeon Packs und Partnerkarten im Überblick

Update 3 Jan-Frederik Timm
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RX Vega 64/56: Preise, Radeon Packs und Partnerkarten im Überblick

Wie von AMD angekündigt, ist die Radeon RX Vega 64 (Test) noch am Montag im deutschen Online-Handel eingetroffen. Die Preise liegen allerdings deutlich über der offiziell vermeldeten UVP. Auch erste „Radeon Packs“ sind verfügbar. Und anders als erwartet gibt es die Varianten Limited Edition und Liquid Cooled auch separat.

RX Vega 64/56: Am ersten Tag nur bei einem Anbieter

Liefern konnten am Montag allerdings nur der Händlerverbund der Mindfactory AG: Mindfactory.de, VibuOnline, DriveCity und Compuland verlangten den Einheitspreis von 609 Euro für die schwarze Basisversion „von Sapphire“ und „von XFX“, die AMD mit einer UVP von 499 benannt hat. Kurzzeitig hatte Mindfactory die Radeon RX Vega 64 auch für 509 Euro im Angebot. Das zu diesem Sonderpreis angebotene Kontingent hielt allerdings nur für kurze Zeit. Auch Caseking* bot das Modell von Sapphire pünktlich zum Start an und verlangt nach anfänglich ebenfalls 609 Euro mittlerweile 649 Euro. Erste Ware traf am späten Nachmittag ein. Denselben Preis verlangt Caseking auch für die noch nicht lieferbare und baugleiche Version von MSI. Modelle von Gigabyte und PowerColor sollen weitere 15 Euro mehr kosten - auch hier ist Caseking bisher der einzige Händler, der die Vorbestellung zulässt.

Die AMD Radeon RX Vega 64
Die AMD Radeon RX Vega 64

Das gilt auch für die im Vorfeld als nur in „Radeon Packs“ verfügbar angekündigte Limited Edition mit der Kühlerabdeckung in der Farbe Silber und der Rot-Blau-LED-Beleuchtung. 689 Euro (Sapphire) respektive 699 Euro (PowerColor) lauten hier die Preise. Die wassergekühlte Liquid Edition gibt es für 779 bis 799 Euro. Ohne Datum für das Eintreffen der Ware. Interessant: Am Dienstag von Alternate* in das Sortiment aufgenommene Angebote bestätigen das Preisgefüge.

Die UVP wird weltweit überboten

Nicht nur in Deutschland, auch in den USA (z.B. Newegg) und Großbritannien (z.B. Scan) liegen die für Radeon RX Vega 64 im Handel verlangten Preise über der von AMD genannten UVP. Dass Grafikkarten die UVP in Folge der hohen Nachfrage durch Miner von Kryptowährungen wie Ethereum überschreiten, ist zwar nicht neu, die einheitliche Linie der Händler überrascht allerdings. Gerüchte, AMD könnte die UVP kurz vor dem Start von 499 US-Dollar auf 599 US-Dollar vor Steuern angehoben haben, hatte der Hersteller allerdings nicht bestätigen wollen. Der Händler OverclockersUK behauptet am Montag allerdings, die 499 US-Dollar hätten sich nur auf das allererste Kontingent zum Start bezogen, die jetzt gültige UVP liege hingegen 100 US-Dollar höher.

Gratis zwei Spiele bis Ende September

Sowohl Caseking als auch die Mindfactory AG gehören zu den Händlern, bei denen Käufer einer Radeon RX Vega 64 bis Ende September die beiden Spiele Prey und Sniper Elite 4 kostenlos erhalten. Die entsprechenden Gutscheincodes werden ein bis zwei Werktage nach Warenerhalt per E-Mail versendet, erklärt Caseking.

Radeon Packs: 100 Euro Rabatt

Caseking ist es auch, der als erster Händler in Deutschland so genannte „Radeon Packs“ anbietet. Sie bestehen aus einer beliebigen Radeon RX Vega 64, Ryzen 7 1700X oder 1800X (Test) und einem X370-Mainboard. Caseking bietet aktuell die Wahl zwischen dem Gigabyte GA-AX370X-Gaming K7 und dem MSI X370 XPower Gaming Titanium, AMD hat allerdings auch das Asus ROG Crosshair VI Extreme für das Angebot qualifiziert. Der gebotene Preisvorteil gegenüber den Einzelpreisen der Produkte beim jeweiligen Händler beträgt 100 Euro. In den USA gibt es für dieses Paket aus drei Produkten 100 US-Dollar Rabatt, in Kombination mit einem in Deutschland nicht angebotenen Monitor sind es sogar 300 US-Dollar.

RX Vega 64: 100 Euro Rabatt in Kombination mit Ryzen 7 und X370-Mainboard
RX Vega 64: 100 Euro Rabatt in Kombination mit Ryzen 7 und X370-Mainboard (Bild: AMD)

Erst eine Partnerkarte in Sicht, Vergleich kommt

Partnerkarten hat hingegen nach Asus mit der Strix noch kein Hersteller angekündigt. Offensichtlich gestattet AMD diesem Hersteller bei Vega einen Alleingang. Marken wie PowerColor oder Sapphire, die nur auf AMD setzen, dürfte das nicht gefallen. Für AMD dürfte Asus als Zugpferd aber wichtiger sein.

Diese Übersicht wird bei signifikanten Veränderungen bei den Marktpreisen, der Verfügbarkeit oder der Bekanntgabe neuer Informationen zu Partnerkarten fortlaufend aktualisiert und zu einem umfangreichen Vergleich ausgebaut.

Update

Parallel zur Veröffentlichung dieses Beitrags hat auch Alternate* die Radeon RX Vega 64 in das Sortiment aufgenommen. Die Preise beginnen auch hier bei 649 Euro für die schwarze Basisvariante.

AMD dementiert UVP von 599 Euro, Handel bleibt dabei

AMD hat auf Nachfrage wiederum abermals betont, dass die UVP unverändert bei 499 Euro inklusive Steuern liegt. In Deutschland gilt allerdings ein Verbot der Preisbindungen, dem Handel steht es deshalb auch in diesem Fall frei, eigene Preise anzusetzen. Der wiederum widerspricht dieser Darstellung auch in Deutschland und stützt die Aussage aus Großbritannien: 499 Euro war nur ganz zum Start die UVP, das Kontingent sei bereits weg.

Bei der am Montag für 509 Euro verkauften Version der Radeon RX Vega 64 durch Mindfactory hat es sich entgegen der Behauptung in der ursprünglichen Meldung wiederum nicht um einen Preisfehler sondern eine zeitlich begrenzte Aktion zum Start gehandelt. Das schnell vergriffene Kontingent wurde in der Tat ausgeliefert. Darüber hinaus konnte auch Caseking am Montagnachmittag bereits liefern. Der Text wurde entsprechend angepasst.

Update

Weitere Gespräche mit Personen, die über die notwendigen Einblicke verfügen, zeichnen mittlerweile auch ohne eine offizielle Aussage von AMD ein klares Bild. Die Erklärung, warum es Radeon RX Vega 64 nicht mehr für die beworbene UVP von 499 US-Dollar vor Steuern respektive 499 Euro inkl. MwSt. gibt, ist die folgende.

Wie von AMD bereits zur finalen Präsentation von RX Vega Ende Juli kommuniziert, galt die niedrigere UVP nur für die nackte Grafikkarte ohne Bundle. Der abgebildeten Folie aus der Präsentation vom 31. Juli 2017 ist das klar zu entnehmen. Nicht kommuniziert hatte AMD jedoch: Anbieten konnten diese Version über gewährte Rabatte nur ausgewählte Händler weltweit, die Stückzahl war stark limitiert. Der Händler OverclockersUK sprach von ein paar Hundert Produkten, die nach 20 Minuten vergriffen waren. In Deutschland gab es das Angebot nur bei Mindfactory.

Die Präsentation der Radeon RX Vega
Die Präsentation der Radeon RX Vega (Bild: AMD)

Seitdem verkaufen Händler nur noch die Kombination aus Grafikkarte und den beiden Spielen Prey und Sniper Elite 4 (Deutschland) als kleinstes „Radeon Pack“, deren offizielle UVP bei 599 US-Dollar liegt – in Deutschland werden im Handel 609 Euro verlangt. Ohne den von AMD gewährten Rabatt zur anfänglichen Verfügbarkeit der niedrigeren Preise für die einzelne Grafikkarte sei die Marge allerdings extrem gering, viele Händler verlangen deshalb noch einmal mehr.

“Gratis-Spiele“ sind gar nicht gratis

Problematisch ist, dass die im Handel eingerichteten Aktionsseiten weiterhin von „Gratis-Spielen“ sprechen. Gratis bekommen Kunden sie nämlich nicht – und das hat im Vorfeld nicht einmal AMD behauptet, wie die verlinkte Folie abermals zeigt. Jetzt, da es die Grafikkarte ohne Spiele nicht mehr im Handel gibt, steht wiederum eine Anschlussfrage im Raum: Was passiert, wenn die Aktion mit den Spiele-Codes Ende September offiziell endet?

Warum AMD RX Vega nicht separat zu niedrigerem Preis im Handel sehen will, bleibt ebenfalls weiterhin offen. AMD hatte in der Vergangenheit betont, Vega über Bundles unattraktiver für Miner machen zu wollen. In der Tat liegen die UVP für die nackte Karte unter dem Aspekt Mining mit Vega niedrig. Die für den Hersteller in Massen eingekauften Code für Spiele lassen in jedem Fall den Profit pro verkaufter Grafikkarte steigen – bei einem 12,5 Mrd. Transistoren großen Chip mit HBM2-Speicher könnte auch das die Motivation von AMD gewesen sein.

RX Vega 56 droht dasselbe Schicksal

Mit Verfügbarkeit der Grafikkarten im Handel wird für viele Spieler allerdings offensichtlich, dass das teurere Bundle keinen persönlichen Mehrwert bietet; abgesehen von der eventuell besseren Verfügbarkeit am Markt. Dass AMD bei Radeon RX Vega 56 Ende August vergleichbar verfahren wird, ist wahrscheinlich. Denn angesichts des Leistungsunterschieds zwischen RX Vega 64 und RX Vega 56 in Spielen wäre ein Preisunterschied von um die 400 Euro ohne Spiele zu 600 Euro mit Spielen zu groß und würde das teurere Modell stark unter Druck setzen.

Update

AMD hat sich erstmals offiziell zur Verfügbarkeit von Radeon RX Vega 64 zur UVP von 499 US-Dollar respektive 499 Euro geäußert und erklärt: „Die Nachfrage nach der Radeon RX Vega 64 übersteigt auch weiterhin unsere Erwartungen. AMD arbeitet eng mit den Partnern zusammen um die Nachfrage zu befriedigen.“ Und nach der Bestätigung der zum Marktstart gültigen Preise (siehe Folie oben) fügt AMD an: „Wir arbeiten mit unseren Partnern daran die Radeon RX Vega 64 sowohl als separate Grafikkarte [ohne Radeon Pack zum Preis von 499 Euro, Anm.d.Red.] und in den Gamer Packs über die kommenden Wochen wieder verfügbar zu machen.

Es wird also erneut Vega ohne effektiv 100 Euro teures Spiele-Bundle im Handel geben. In welcher Stückzahlt sagt AMD allerdings nicht.

Radeon RX Vega 64 demand continues to exceed expectations. AMD is working closely with its partners to address this demand. Our initial launch quantities included standalone Radeon RX Vega 64 at SEP of $499, Radeon RX Vega 64 Black Packs at SEP of $599, and Radeon RX Vega 64 Aqua Packs at SEP of $699. We are working with our partners to restock all SKUs of Radeon RX Vega 64 including the standalone cards and Gamer Packs over the next few weeks, and you should expect quantities of Vega to start arriving in the coming days.

Das Statement in Gänze

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