Forza 7 Benchmark: Vega hat mehr Benzin im Blut als Pascal

Wolfgang Andermahr 778 Kommentare
Forza 7 Benchmark: Vega hat mehr Benzin im Blut als Pascal

tl;dr: Forza 7 für den PC gibt es exklusiv im Microsoft Store für Windows 10. Das Spiel nutzt UWP und unterstützt ausschließlich DirectX 12. Im Test zeigt der Titel nach vielen negativen Erfahrungen eine gute Leistung. Und die große Überraschung: AMD Radeon RX Vega schlägt die Konkurrenz zum Start deutlich.

Forza 7 mit UWP, DX12 und schöner Grafik

Update 02.10.2017 14:16 Uhr

Wie vor dem Wochenende bereits angekündigt, hat ComputerBase den Artikel um weitere Benchmarks zum Einfluss der CPU auf die Leistungsfähigkeit im CPU- sowie im GPU-Limit erweitert. Interessant ist, dass Intel bei den FPS, AMD wiederum bei den Frametimes vorne liegt. Darüber hinaus fällt auf, dass nur AMD von mehr als vier physischen Kernen profitieren kann, während Intel sogar Leistung verliert. Die Ergebnisse finden sich am Ende des Artikels im neuen Abschnitt „Intel führt bei FPS, AMD bei Frametimes (Update)

Update 09.10.2017 20:10 Uhr

Mit dem GeForce 387.92 will Nvidia abermals Optimierungen für Forza Motorsport 7 in den Treiber eingepflegt haben. Erste Benchmarks mit GeForce GTX 1080 und GeForce GTX 1060 bestätigen das. Die größere Grafikkarte mit Pascal legt 16 bis 20 Prozent zu, die kleinere knapp über zehn. Je höher das GPU-Limit, desto größer fallen die Zugewinne aus. Radeon RX Vega bleiben noch Vorteile im CPU-Limit, sie sind aber deutlich geschrumpft. Im Vergleich Polaris zu Pascal liegt Nvidia jetzt immer vorne.

Die Abschnitte Grafikkarten-Benchmarks von Full HD bis Ultra HD und Frametimes von Vega 64 und GTX 1080 wurden um aktualisierte Benchmarks ergänzt.

Mit Forza Motorsport 7 bringt Microsoft das erste Forza aus der Hauptserie neben der Xbox One auch für den PC. Zwar hat es für den Rechner bereits Forza Horizon 3 (Test) gegeben, das gehört aber einer eigenen Serie an.

Forza 7 wurde von Turn 10 Studios entwickelt und setzt auf die hauseigene ForzaTech-Engine. Das Spiel nutzt ausschließlich die DirectX-12-API, aber nur das Feature-Level 11_0 und damit, wie alle anderen DirectX-12-Spiele bisher, keine neuen Hardware-Features der API. Ob Async Compute genutzt wird, ist unbekannt, erscheint in Anbetracht der Testergebnisse aber als wahrscheinlich.

Forza 7 sieht immer gut aus

Optisch liegt Forza 7 auf einem hohen Niveau ohne herausragen zu können. Project Cars 2 bietet optisch mehr Highlights, dafür aber auch weniger schöne Stellen. Forza Motorsport 7 sieht immer gut aus. Die knalligen Farben und die Beleuchtung wissen besonders zu gefallen, je nach Wetterbedingung sind aber auch die Spiegelungen (des Fahrers in der Frontscheibe) sehr schön anzusehen.

Die Sache mit dem VSync bei UWP

Forza Motorsport 7 gibt es auf dem PC nur für Windows 10 und nur im hauseigenen Microsoft-Store – auf Steam oder anderen Plattformen wird Forza 7 nicht erscheinen. Das Rennspiel nutzt damit UWP mit allen bekannten Eigenheiten

Es fehlt zum Beispiel ein Exclusive-Fullscreen-Modus und bei diversen Tools wie zum Beispiel Fraps funktioniert das Overlay nicht mehr. Viel wichtiger ist jedoch eine weitere Eigenschaft, die jedes neue UWP-Spiel teilt: VSync lässt sich nur ausschalten, wenn im Spiel die native Auflösung des Monitors eingestellt ist. Wird eine andere Auflösung als die native genutzt, findet immer eine Synchronisation zwischen Grafikkarte und Monitor statt, egal was im Spiel selbst eingestellt ist. Da Forza 7 jedoch integriertes Down- und Upsampling bietet (Auflösung auf bis zu 25 Prozent reduziert oder auf 200 Prozent erhöht), gibt es einen Ausweg.

Andere Auflösungen lassen sich per Up- und Downsampling mit VSync nutzen

Bietet die Grafikkarte zu wenig Leistung für die native Auflösung, stellt man diese dennoch ein und reduziert die intern gerenderte Auflösung per Upsampling. Soll die Auflösung höher als die native sein, stellt man diese dennoch ein und nutzt Downsampling. Dann funktioniert das abgeschaltete VSync wie gewohnt und dessen Nutzung ist auch empfehlenswert.

Die von Forza 7 genutzte Synchronisation macht nach wie vor wenig Spaß. Fällt die Framerate zum Beispiel unter die Bildwiederholfrequenz vom Monitor, werden Frames nicht dargestellt, was sich mit einem kurzen Ruckler äußert. Kurz gesagt: Wer in Forza 7 direkt oder indirekt nicht die native Auflösung des Monitors nutzt, hat mit technischen Schwierigkeiten zu kämpfen. Erste negative Meldungen zur Performance des Titels dürften oft darauf zurück zu führen sein.

Maximal 30 FPS lassen sich abschalten

Die PC-Version von Forza 7 kommt mit einem umfangreichen Grafikmenü daher, über das sich das Spiel gut an schwächere Rechner anpassen lässt. Das Spiel bietet unter dem Punkt „Qualität des Dynamic Rendering“ vier verschiedene Presets (Sehr Niedrig, Niedrig, Mittel, Ultra) sowie eine Automatikfunktion (Empfohlen), die sich nach der eigenen Hardware richtet. In den erweiterten Grafikoptionen in einem separaten Menü, die im Haupt-Grafikmenü erst aktiviert werden müssen (Dynamische Optimierung auf Individuell), lassen sich aber auch alle Optionen einzeln anpassen.

Dort gibt es auch einen Frame-Limiter („Performanceziel“). Die Standardeinstellung ist 30 FPS. Alternativ gibt es 60 FPS sowie „Freigeschaltet“. Und „Freigeschaltet“ schaltet frei. Je nach Wunsch sollte die Framerate entweder komplett unlimitiert arbeiten können, oder auf 60 FPS limitiert sein. Mit maximal 30 FPS fühlen sich sowohl Menü als auch das Spiel selbst nicht gut an. Der Frame-Limiter muss dabei immer manuell verändert werden. Selbst das höchste Preset belässt ihn bei 30 FPS.

MSAA ist die Kantenglättung der Wahl

Auch wenn es mittlerweile sehr ungewöhnlich ist: Forza Motorsport 7 unterstützt keine Post-Processing-Kantenglättung. Stattdessen hat der Entwickler klassisches Multi-Sampling-Anti-Aliasing in die Engine integriert und zwar in den Stufen 2×, 4× und 8×.

In den meisten modernen Spielen funktioniert MSAA im Optimalfall befriedigend, meistens hingegen nur schlecht. In Forza 7 ist das aber nicht der Fall. MSAA bearbeitet jede sichtbare Kante und glättet sie. Und es gilt: viel hilft viel. 4×MSAA sieht besser aus als 2×MSAA und 8×MSAA sieht besser aus als 4×MSAA. Deutlich besser.

Sowohl in 1.920 × 1.080 als auch in 2.560 × 1.440 sollte deshalb 8×MSAA genutzt werden. Und selbst in 3.840 × 2.160 sieht die höchste Stufe sichtbar besser aus als 4×MSAA. Perfekt ist das Ergebnis aber immer noch nicht. Wer nur in Full HD rendert, bei dem flackert auch mit 8×MSAA noch so einiges. Ab 2.560 × 1.440 beruhigt sich das Bild dann aber deutlich, doch erst ab 3.840 × 2.160 fällt während der Fahrt kein Flackern mehr auf.

Kantenglättung – 3.840 × 2.160
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Aus
      116,1
    • 2× MSAA
      101,7
    • 4× MSAA
      94,5
    • 8× MSAA
      83,7
  • Nvidia GeForce GTX 1080 FE:
    • Aus
      94,4
    • 2× MSAA
      86,7
    • 4× MSAA
      79,7
    • 8× MSAA
      75,4

Dem Vorteil durch MSAA steht positiv zu Gesicht, dass der Modus in Forza 7 überraschend wenig Leistung kostet. Der Geschwindigkeitsverlust ist zwar deutlich höher als bei PP-AA, aber geringer als in den meisten anderen Spielen, die MSAA unterstützen. So reduziert 4×MSAA die Performance auf einer GeForce GTX 1080 um 16 Prozent, 8×MSAA kostet nur weitere 5 Prozent. Auf einer Radeon RX Vega 64 liegt der Leistungsverlust bei 19 Prozent respektive weiteren 11 Prozent. AMD verliert also mehr Geschwindigkeit, aber die Grundleistung ist deutlich höher.

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