Forza 7 Benchmark: Vega hat mehr Benzin im Blut als Pascal 3/3

Wolfgang Andermahr 778 Kommentare

Frametimes von Vega 64 und GTX 1080

Mit einer AMD Radeon RX Vega zeigt Forza 7 in 3.840 × 2.160 fast schon einwandfreie Frametimes. Es gibt lediglich einen Ausreißer in der Messreihe, der sich beim Spielen aber nicht spüren lässt. Auf der GeForce GTX 1080 fallen die Frametimes dagegen deutlich schlechter aus. Es gibt mehrere teils auch größere Ausreißer. Beim Spielen fällt das Gefühl mit der GeForce GTX 1080 aber deutlich runder aus, als die Frametimes es vermuten lassen. Im Spielverlauf gibt es also auch mit GeForce keine Probleme. Wenn die Frameraten bei langsameren Grafikkarten sinken, dann ist das Spielgefühl auf einem AMD-Beschleuniger allerdings etwas besser als auf einem von Nvidia.

Update vom 9. Oktober 2017, 20:00 Uhr: Mit dem neuen Treiber GeForce 387.92 hat Nvidia auch die Frametimes verbessert. Sie fallen auf einer GeForce GTX 1080 in Ultra HD nun deutlich ruhiger als mit dem GeForce 385.69 aus. Es gibt weniger Ausreißer, die darüber hinaus auch kleiner sind. In den genutzten Einstellungen gibt es in Forza 7 jedoch auch mit dem älteren Treiber keinerlei spürbarer Ruckler, sodass der Unterschied nur messbar ist. An die fast perfekten Frametimes einer Radeon RX Vega 64 kommt die GeForce aber immer noch nicht ganz heran.

4 GB Speicher für Full HD, 6 GB Speicher für Ultra HD

Forza Motorsport 7 bietet gute Texturen, ohne bei den Details Maßstäbe zu setzen. Das ist bei einem Rennspiel aber auch nicht notwendig. Forza 7 und Project Cars 2 (Test) nehmen sich hier nicht viel.

Der Speicherbedarf von Forza 7 fällt trotzdem höher aus. Für die maximalen Texturdetails sollte die Grafikkarte 4.096 MB aufweisen, mit zwei Gigabyte kommt es sonst bereits in 1.920 × 1.080 zu Rucklern. Und in 3.840 × 2.160 reichen vier Gigabyte für die höchste Texturstufe nicht mehr aus, wie das Abschneiden der AMD Radeon R9 Fury X eindrucksvoll zeigt. Mit sechs Gigabyte gibt es keine Probleme mehr.

Grafikkarten-Empfehlungen für Forza 7

Ab rund 40 FPS ist Forza 7 spielbar, im Schnitt sollten aber mindestens durchschnittliche 45 FPS anvisiert werden. Ab 60 Bilder in der Sekunde ist das Spielgefühl dann richtig gut. Höhere Frameraten bringen jedoch immer noch eine fühlbare Verbesserung, in Rennspielen liegt das in erster Linie an dem weiter sinkenden Input-Lag.

Empfehlungen für Forza 7 bei maximalen Details
gut spielbar (ab ~60 FPS) annehmbar spielbar (ab ~ 45 FPS)
1.920 × 1.080
AMD Radeon RX Vega 64/56
ab Radeon RX 570
ab Radeon RX 470
ab Radeon R9 390
Radeon RX Vega
ab Radeon RX 570
ab Radeon RX 470
ab Radeon R9 380
Nvidia ab GeForce GTX 1060
ab GeForce GTX 980
ab GeForce GTX 1050 Ti
ab GeForce GTX 970
2.560 × 1.440
AMD Radeon RX Vega 64/56
Radeon RX 580
Radeon RX 480
ab Radeon R9 390
Radeon RX Vega 64/56
ab Radeon RX 570
ab Radeon RX 470
ab Radeon R9 390
Nvidia ab GeForce GTX 1060 ab GeForce GTX 1060
ab GeForce GTX 970
3.840 × 2.160
AMD Radeon RX Vega 64/56 Radeon RX Vega 64/56
Radeon RX 580
Nvidia ab GeForce GTX 1070 ab GeForce GTX 1060

Intel führt bei FPS, AMD bei Frametimes (Update)

Auch die CPU ist für die Leistung in Forza 7 verantwortlich, das gilt insbesondere mit Blick auf die Frametimes. Und ob Intel oder AMD mehr Leistung liefern, hängt im Test mit der Radeon RX Vega 64 ebenfalls davon ab, welche Kennzahl genau gemessen wird.

Bei den Durchschnitts-FPS liegt der Core i7-7700K (Test) mit vier Kernen und acht Threads in niedrigerer Auflösung vor der versammelten Konkurrenz an erster Stelle. Er liefert in 1.920 × 1.080 knapp zwei Prozent mehr Bilder in der Sekunde als der zweitplatzierte Ryzen 7 1800X (Test) mit acht Kernen und sechzehn Threads. Das Bild dreht sich bei den Frametimes aber um.

Bei den Frametimes holt Ryzen deutlich auf

In diesem Szenario übernimmt der Acht-Kern-Prozessor von AMD die Führung und liefert einen um acht Prozent besseren Messwert als der vormals erstplatzierte Konkurrent. Auch der Ryzen 5 1600X (Test) mit sechs Kernen und zwölf Threads schiebt sich hier am Core i5-7600K mit vier Kernen vorbei, der auf den Core i7-7700K leicht verliert. Und der Ryzen 3 1300X (Test) mit vier Kernen schafft fast einen Gleichstand mit dem Intel Core i7-6850K mit sechs Kernen und zwölf Threads.

Intel profitiert kaum von mehr als vier Kernen

Ob Forza 7 von größeren Mehrkern-CPUs profitieren kann, hängt damit interessanter Weise vom Hersteller ab. Bei Prozessoren von Intel gibt es keinen relevanten Schub durch zusätzliche Kerne gegenüber der Basis mit vier Kernen. Der Sprung vom Pentium G4560 mit zwei Kernen und vier Threads zum Core i5-7600K mit vier fällt mit 41 Prozent hingegen noch groß aus. Der Abstand zum Core i7-7700K mit acht Threads beträgt hingegen nur noch sechs Prozent.

Beides zusammen zeigt, dass das Rennspiel offenbar keinen großen Nutzen aus Hyper-Threading zieht. Doch auch mehr Kerne helfen bei Intel nicht viel. Der Core i7-6850K mit sechs Kernen ist reproduzierbar bei mehreren Testreihen langsamer als der Core i5-7600K. Eine offensichtliche Erklärung gibt es nicht. Irgendwas scheint Forza 7 entweder an der Broadwell-Architektur oder mehr als vier echten Kernen von Intel nicht zu gefallen. Dabei kann das Spiel durchaus von mehr als vier CPU-Kernen profitieren.

Ryzen legt mit mehr als vier Kernen deutlich zu

Denn das zeigen die Ryzen-Prozessoren von AMD. So ist der Ryzen 5 1600X mit sechs Kernen und SMT 23 Prozent schneller als der Ryzen 3 1300X mit vier Kernen und ohne SMT. Der Ryzen 7 1800X mit acht Kernen ist wiederum sechs Prozent schneller als die Sechs-Kern-Variante. Kein großer Sprung, aber auch keine Messungenauigkeit. Mit acht Prozent fällt der Abstand bei den Frametimes sogar noch etwas größer aus.

Die Frametimes bestimmt auch in Ultra HD die CPU

Im GPU-Limit in Ultra HD gibt es bei den Durchschnitts-FPS kaum noch einen Unterschied zwischen den Prozessoren. Bei den Frametimes hingegen zeigen sich zu Full HD vergleichbare Abstände – auch in hoher Auflösung werden sie also von der CPU bestimmt.

Abschließend lässt sich damit sagen, dass ein moderner Vier-Kern-Prozessor ohne SMT im GPU-Limit ausreichend für eine hohe Leistung in Forza 7 ist. Das gilt sowohl für AMD- als auch für Intel-CPUs. Mit einer älteren AMD-CPU (Bulldozer-Architektur) oder einer Zwei-Kern-CPU von Intel mit SMT ist Forza 7 zwar immer noch spielbar, jedoch müssen dafür Einschränkungen in der Performance in Kauf genommen werden. Die besten Frametimes gibt es hingegen bei Intels Topmodellen mit vier physischen Kernen und AMDs Ryzen 7 und 5. CPUs mit weniger Kernen (oder mehr bei Intel) haben Nachteile.

Fazit

Nachdem Forza Horizon 3 (Test) zum Start der PC-Version vor einem Jahr technisch schlicht eine Katastrophe gewesen ist, haben Microsoft beziehungsweise der Entwickler Turn 10 Studios mit Forza Motorsport 7 alles besser gemacht. Das betrifft neben der Technik auch das ziemlich umfangreiche Optionsmenü, über das sich das Spiel einfach an den jeweiligen Rechner und die individuellen Vorlieben anpassen lässt. Und die Grafik, die die Engine zaubert, kann sich ebenfalls sehen lassen.

Eine weitere gute Nachricht: Forza 7 braucht auch bei voller Grafikpracht keine High-End-Grafikkarte. Die Anforderungen sind genügsam und sowohl auf Radeon- als auch GeForce-Beschleunigern läuft das Spiel gut. Im Internet gibt es jedoch auch erste Berichte, die von Schwierigkeiten sprechen – in der Redaktion konnten sie nicht nachgestellt werden.

AMD ist stark, Vega ist stärker

Der genaue Blick auf die Benchmarks zeigt ein interessantes Detail: Alle Grafikkarten von AMD sind im Vergleich zur Konkurrenz von Nvidia schneller, als es in der Regel der Fall ist. Bei Project Cars 2 (Test) war es noch genau anders herum. In Forza Motorsport 7 gipfelt das im Extrem AMD Radeon RX Vega: RX Vega 64 und RX Vega 56 (Test) fahren gefühlt in einer anderen Rennserie und rendern in niedrigen Auflösungen sogar schneller als die GeForce GTX 1080 Ti. Erst in Ultra HD erkämpft sich das Topmodell mit Pascal die Führung zurück. Die kleine Vega liegt aber immer noch mit der GeForce GTX 1080 gleich auf. Nvidia hat das Verhalten bestätigt. Ob ein weiterer Treiber mehr Leistung freischalten können wird, darüber liegt der Redaktion bisher keine Aussage vor.

Das Fazit in diesem Jahr fällt am Ende damit ganz anders aus als zu Horizon 3: Beim aktuellen Stand der Dinge spricht nichts gegen den Kauf der PC-Version von Forza Motorsport 7. Seit heute können Käufer der 100 Euro teuren Ultimate Edition das Spiel spielen, ab dem 3. Oktober steht der Titel dann allen Käufern zur Verfügung. Die Preise beginnen bei 70 Euro.

ComputerBase bereitet Benchmarks mit verschiedenen Prozessoren in Forza 7 vor. Der Artikel wird aller Voraussicht nach am Montag um diese Ergebnisse erweitert.

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