BlackBerry Motion im Test: Marathon-Smartphone 2/3

Nicolas La Rocco 76 Kommentare

Sparsames System on a Chip

Qualcomm kümmert sich nicht nur um den Ladevorgang, sondern steuert auch das System on a Chip des Motion bei. Verbaut wird ein Snapdragon 625 aus der noch relativ neuen zweiten Generation der 14-nm-Fertigung von Samsung (14LPP). Das ist neben dem großen Akku ein Grund dafür, warum das Motion so gute Laufzeiten erzielt.

Das SoC ist der Mittelklasse zuzuordnen und mit acht ARM-Cortex-A53-Kernen mit bis zu 2,0 GHz bestückt. Als Grafikeinheit kommt eine bis zu 650 MHz schnelle Adreno 506 von Qualcomm zum Einsatz. Auf schnellere CPU-Kerne des Typs A72 oder A73 muss diese SoC-Klasse von Qualcomm verzichten. BlackBerry Mobile rüstet das Smartphone mit 4 GB RAM und 32 GB Speicher aus, der mittels microSD-Karte um theoretisch bis zu 2 TB erweitert werden kann. Einen zweiten SIM-Slot, wie es bei einem Business-Smartphone durchaus praktisch gewesen wäre, sucht man allerdings vergebens.

Die gebotene Leistung ist gut, aber der von BlackBerry Mobile gewählte Begriff „leistungsstark“ ist dann doch etwas übertrieben. Mit einem besonders leistungsstarken Smartphone bringt man eher die aktuellen Flaggschiffe von Apple und Samsung oder Geräte mit High-End-SoC von Qualcomm in Verbindung. Genug Leistung liest sich zwar weniger spektakulär, ist im Alltag aber die ehrlichere Beschreibung.

Android mit aktuellem Patch

Dem Smartphone hilft die Tatsache, dass eine weitgehend unmodifizierte Version des Android-Betriebssystems installiert ist, die BlackBerry Mobile um ein paar eigene Apps und Sonderfunktionen ergänzt. Auf dem Motion ist ab Werk noch nicht Android 8.0 Oreo (Test) installiert, wenngleich der Hersteller versichert, dass das Update bald kommen soll. Gut gefällt allerdings, dass immerhin die aktuellen Sicherheits-Patches von Google installiert sind. Zum Zeitpunkt des Tests war dies die Sicherheits-Patch-Ebene Januar 2018.

BlackBerry-Features

Zu den von BlackBerry Mobile installierten Sonderfunktionen zählt zum Beispiel der Locker: ein per PIN oder Fingerabdruck geschützter Datei-Explorer. Praktisch ist beim Locker die Funktion, die Kamera mit dem Fingerabdrucksensor auszulösen, woraufhin Aufnahmen direkt geschützt im Locker landen. Ein guter Zusatz ist auch der „Privacy Shade“, der verhindern soll, dass neugierige Mitmenschen auf dem Display mitlesen können. Nur wo sich der Finger befindet, wird der Inhalt auf dem Display sichtbar. Die Maske lässt sich rund oder rechteckig sowie in verschiedenen Größen nutzen.

Wie auf dem KeyOne steht auch wieder der beinahe legendäre BlackBerry Hub zur Verfügung. Alle Mails, Messenger-Nachrichten, SMS und Co. werden an zentraler Stelle nach Ursprung sortiert dargestellt. Im Test stellte sich wieder einmal die Synchronisation von Unterordnern des geschäftlich genutzten Postfaches als besonders sinnvoll heraus. Mit der Gmail-App von Google funktioniert dies unter Android seit Jahren nicht.

Erneut mit an Bord ist auch die sogenannte Komforttaste auf der rechten Seite des Smartphones. Hier lassen sich Apps oder Funktionen des Smartphones hinterlegen. Neuerdings lassen sich die hinterlegten Befehle mit Orten verknüpfen, zum Beispiel mit dem Auto, einer Besprechung im Büro oder Zuhause. Das Telefon nutzt für die Erkennung das Bluetooth im Fahrzeug, einen Kalendereintrag oder das aktuelle WLAN, um zu erkennen, wo es sich gerade befindet. Im Auto würde es so etwa Google Maps starten lassen, zu Hause aber eine Smart-Home-App und im Büro den Lautlosmodus. Auch Funktionen wie der Start der Kamera können mit der Taste verknüpft werden.

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