Deepcool New Ark 90 im Test: Das PC-Gehäuse mit Wasserkühlung ab Werk

Carsten Lissack 36 Kommentare
Deepcool New Ark 90 im Test: Das PC-Gehäuse mit Wasserkühlung ab Werk

tl;dr: PC-Gehäuse von Deepcool setzen sich in der Regel von der breiten Masse am Markt ab. Der neue Big-Tower New Ark 90 ist beispielsweise mit einer integrierten Wasserkühlung und einer umfangreichen RGB-LED-Beleuchtung ausgestattet. Wer es leise mag, sollte die leuchtenden Lüfter aber tauschen – doch das kann teuer werden.

Einleitung

Der chinesische Hersteller Deepcool ist vor einigen Jahren sehr direkt in das Geschäft für Computergehäuse eingestiegen und hat dieses seither immer wieder mit Produkten wie zum Beispiel dem Raumschiff-ähnlichen Tristellar aufgemischt.

Selbiges gilt für das neue Deepcool New Ark 90, das seit Kurzem erhältlich ist. Der Big-Tower im Obsidian-Design ist ab Werk mit einem hauseigenen Wasserkühlsystem und vier 140-mm-RGB-Lüftern ausgestattet. Ein speziell konzipiertes, zur Front hin sichtbares Plexiglasrohr macht darüber hinaus das Kühlwasser mit weiteren LEDs sichtbar.

Deepcool New Ark 90
Deepcool New Ark 90

Die bereits genannten und viele weitere Ausstattungsmerkmale haben aber auch ihren Preis. Stolze 299 US Dollar verlangt der Hersteller für sein neuestes Werk. Bei einer so selbstbewussten unverbindlichen Preisempfehlung muss das finale Produkt in allen Kategorien überragend abschneiden. Der heutige Testbericht zeigt, ob Deepcool dies mit dem New Ark 90 gelingt.

Lieferumfang und Ausstattung

Dem New Ark 90 legt Deepcool das nötige obligatorische Schraubenmaterial, vier Kabelbinder und das Montagezubehör für die bereits integrierte Wasserkühlung mit bei. Diese ist kompatibel zu Intels LGA20XX, LGA1366 und LGA115X sowie AMDs AM4, AM3+, AM3, AM2+, AM2, FM2+, FM2 und FM1 und deckt damit auch ältere Sockel ohne Kompromisse ab. Das ist vorbildlich und wird einige Nutzer freuen.

Zwar liegt die Gebrauchsanweisung lediglich in englischer Sprache vor, zahlreiche gute Schwarz-Weiß-Skizzen helfen aber bei möglichen Sprachbarrieren. Abgesehen von einigen technischen Details ist ihr ansonsten nichts Interessantes zu entlocken.

Im Big-Tower sind bereits vier 140-mm-Lüfter vorinstalliert. Sie sind mit RGB-LEDs ausgestattet und erreichen maximal 1.800 U/min. Die Anlaufspannung beträgt 4,6 Volt.

Merkmale der vorinstallierten Lüfter
Position Größe U/min Anschluss Anlaufspannung
Innen 3 × 140 mm 1.800 4-Pin 4,6 Volt
Heck 1 × 140 mm 1.800 4-Pin 4,6 Volt

Mit den Abmessungen 530 × 232 × 546 mm (L x B x H) erreicht das New Ark 90 ein äußerliches Volumen von 67,14 Liter. Durch die üppigen Maße passen Hauptplatinen bis hin zum E-ATX-Format in den Big-Tower hinein.

Das Gehäuse setzt sich in großen Teilen aus getöntem Hartglas zusammen, wobei die Glasflächen der Front- und Topverkleidung auf Kunststoff aufgeklebt sind. Der Korpus ist klassisch aus schwarz lackiertem Stahl gefertigt. Insgesamt bringt das New Ark 90 so ein Leergewicht von 14,34 kg auf die Waage.

Im Inneren befindet sich Stauraum für bis zu sechs Festplatten. Es können bis zu sieben weitere Lüfter montiert werden, die den Luftstrom verbessern.

Deepcool New Ark 90
Mainboard-Format: E-ATX, ATX, Micro-ATX, Mini-ITX
Chassis (L × B × H): 530 × 232 × 546 mm (67,14 Liter)
Seitenfenster
Material: Kunststoff, Stahl, Glas
Nettogewicht: 14,34 kg
I/O-Ports: 2 × USB 3.0, HD-Audio, RGB-Beleuchtung
Einschübe: 3 × 3,5"/2,5" (intern)
3 × 2,5" (intern)
vollmodulare Laufwerkskäfige
Erweiterungsslots: 10
Lüfter: Front: 4 × 120 mm (optional)
Heck: 1 × 140/120 mm (1 × 140 mm inklusive)
Deckel: 3 × 120 mm (optional)
Innenraum: 3 × 140 mm (3 × 140 mm inklusive)
Staubfilter: Netzteil
Kompatibilität: CPU-Kühler: 186 mm
GPU: 490 mm – 490 mm
Netzteil: 312 mm
Preis: 299 $

Ausstattung außen

Sowohl Deckel als auch Front des monolithisch anmutenden Big-Towers weisen jeweils zwei getönte Hartglasoberflächen auf, die auf Kunststoff aufgeklebt und somit lichtundurchlässig sind. Bei genauerer Betrachtung sind auch Klebebahnen sichtbar, mit der die Glasplatten an den Kunststoffteilen befestigt sind. Für eine perfekte Umsetzung hätten die Glasflächen vor dem Kleben von unten komplett schwarz foliert werden müssen. Den sonst sehr positiven Ersteindruck schmälert dieser Umstand ein wenig, denn schließlich geben Käufer derzeit gut 300 Euro und damit alles andere als wenig Geld für das New Ark 90 aus.

In der Front ist ein Ausgleichsbehälter integriert

Die anfängliche Kritik ist beim genaueren Hinschauen auf die Front aber schnell wieder vergessen. Zwischen den beiden Glaselementen hat Deepcool beim New Ark 90 nämlich einen Ausgleichsbehälter aus Plexiglas, also den eigentlichen Blickfang, auf voller Länge integriert. Zusammen mit der dahinter eingelassenen RGB-LED-Beleuchtung wird dies später definitiv für neidische Blicke sorgen.

Auch das linke Seitenteil ist komplett aus getöntem Hartglas gefertigt und ermöglicht so einen ungehinderten Blick ins Innere des Big-Towers. Befestigt und entkoppelt wird sie mittels vier großer Rändelschrauben und innen liegender Gummiringe an den Stahlkorpus des Gehäuses. Das rechte Seitenteil hingegen ist aus Stahl gefertigt und weist 22 dreieckige Luftauslässe im vorderen Bereich auf.

Vertikale Montage der Grafikkarte mittels optionaler Riser-Karte

Ein Blick auf die Rückseite des New Ark 90 lässt Rückschlüsse auf einen weitestgehend konventionellen Innenraumaufbau ziehen. Demnach wird das Netzteil unten am Boden mit der Rückwand verschraubt, darüber befindet sich die Hauptplatine, der insgesamt acht horizontale und zwei vertikale Erweiterungsplätze zur Verfügung stehen. Die Grafikkarte kann dabei auch vertikal installiert werden. Die optionale und derzeit noch nicht erhältliche Riser-Karte PEC300 ist hierfür allerdings Voraussetzung. Oberhalb der Rückseite ist ein 140 mm großer RGB-LED-Lüfter ausblasend vormontiert. Das New Ark 90 bietet aber auch optional die Befestigungsmöglichkeit für ein Modell mit 120 mm Rahmenbreite.

Oben im vorderen Bereich des Deckels hat Deepcool das Panel eingelassen. Es setzt sich aus einem großen quadratischen Startknopf, der eine blaue LED zur Anzeige des Betriebs des Computers beinhaltet, einer roten LED für die Festplattenaktivität sowie zwei USB-3.0-Anschlüssen und jeweils einer 3,5-mm-Klinkenbuchse für den Soundaus- beziehungsweise Mikrofoneingang zusammen.

Drei unauffällige Knöpfe ermöglichen verschiedene RGB-Modi

Zwischen den beiden Glasplatten auf Höhe des Panels befinden sich weiterhin drei unauffällige kleine runde Taster. Über sie kann die RGB-Beleuchtung dem eigenen Geschmack angepasst werden. Hierfür stehen verschiedenste Farben, die Wahl zwischen einem statischen oder pulsierenden Modus und die Einstellung über die Helligkeit der RGB-Beleuchtung zur Auswahl.

Von der Rückseite aus kann das Topcover schnell entfernt werden. Darunter befindet sich der Zugang zu insgesamt drei optionalen 120-mm-Lüfterplätzen. Ein Staubfilter ist weder im Deckel noch in der Front zu finden.

Dafür befinden sich unterhalb des New Ark 90 zwei Nylonstaubfilter, die in akzeptabler Zeit ausgebaut und gereinigt werden können, ohne den Big-Tower zwangsläufig auf die Seite legen zu müssen. Erwähnt sei an dieser Stelle, dass der Filter im vorderen Bereich überhaupt keinen Sinn ergibt, weil hier kein Lüfterplatz vorgesehen ist.

Sichtbare Klebestreifen sind ein No-Go

Zwar hinterlässt das Deepcool New Ark 90 hinsichtlich der Verarbeitungsqualität einen sehr guten Eindruck, kleinere Schwächen und Denkfehler sind aber dennoch auszumachen. Besonders die sichtbaren Klebestreifen zwischen Hartglas und Kunststoff sind bei einem derzeitigen Anschaffungspreis von 300 Euro nicht tolerierbar und hätten mit verhältnismäßig wenig Aufwand beseitigt werden können.

Ausstattung innen

Hinter dem Glasseitenteil verbirgt sich ein großer, schwarz lackierter Innenraum mit fest integriertem Raumtrenner. Zum ersten Mal wird auch die werksmäßige RGB-Wasserkühlung sichtbar, deren 280 mm großer Dual-Radiator hinter dem Mainboardtray verbaut und mit dem externen Ausgleichsbehälter sowie der Pumpe verbunden ist. Zwei der drei innen liegenden RGB-Lüfter (140 mm) kühlen dabei den anliegenden Wärmetauscher, das dritte Modell bläst lediglich Luft aus dem Big-Tower durch die Luftauslässe am rechten Seitenteil heraus.

Ansonsten ist der Innenraum, wie von außen bereits vermutet, konventionell aufgebaut. Mehrere Aussparungen, verkleidet mit Gummimanschetten, ermöglichen ein sauberes und unauffälliges Kabelmanagement. Eine große Öffnung im Tray lässt die Montage der Wasserpumpe oder die eines Lüfterkühlers von der Rückseite zu, wenn die Hauptplatine bereits eingebaut ist.

Bündig am Raumtrenner ist zur Rechten ein modularer Käfig mit insgesamt drei Montageschienen für 3,5"- und 2,5"-Festplatten vorzufinden. Beide Festplattengrößen werden durch außen liegende, an den Schienen verklebte Moosgummiflächen entkoppelt. Dieses Vorgehen ist eher ungewöhnlich, funktioniert in der Praxis aber sehr gut. Die größeren 3,5"-Festplatten werden zusätzlich durch vier Gummiringe noch weiter entkoppelt.

Auf den Raumtrenner kann eine weitere 2,5"-SSD angebracht werden. Außerdem befinden sich auch hier drei weitere Kabeldurchführungen. Ein Acrylglasausschnitt lässt zudem das Netzteil durch den Raumtrenner durchblicken.

An der Rückseite des Deepcool New Ark 90 sind zahlreiche Ösen zum Befestigen von Kabelsträngen mit Hilfe von Kabelbindern vorhanden. Zwei weitere 2,5"-Brackets lassen die gleiche Anzahl an SSDs zusätzlich aufnehmen, sodass unterm Strich bis zu sechs Festplatten in den Big-Tower hineinpassen.

Im Innenraum gibt es keinen Anlass für Kritik. Die Materialstärke der einzelnen Brackets ist hoch, sodass sie sehr verwindungssteif sind – sämtliche Materialübergänge sind bündig. Alle Komponenten sind hinsichtlich ihrer Verarbeitungsqualität robust und überzeugend verarbeitet.

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