Nvidia GeForce GTX 1050 (Ti) im Test: Mittelklasse-GPU mit 2, 3 und 4 GB Speicher im Vergleich

Wolfgang Andermahr 104 Kommentare
Nvidia GeForce GTX 1050 (Ti) im Test: Mittelklasse-GPU mit 2, 3 und 4 GB Speicher im Vergleich

tl;dr: Die Nvidia GeForce GTX 1050 gibt es jetzt auch mit 3 GB Speicher, das Speicherinterface wurde allerdings auf 96 Bit gestutzt. Im Vergleich zu GeForce GTX 1050 (2 GB) und 1050 Ti (4 GB) zeigt sich: Der Rohleistung schadet das kaum, aber 4 GB GDDR5 bleiben die bessere Wahl.

Nvidias GeForce GTX 1050 mit 3.072 MB

Etwas überraschend hat Nvidia Ende Mai heimlich, still und leise eine neue Version der GeForce GTX 1050 vorgestellt, die sich zwischen der normalen GeForce GTX 1050 und der GeForce GTX 1050 Ti platziert.

Die Rohleistung der GPU ist dabei dank hoher Taktraten sogar minimal höher als bei der Ti-Version, allerdings ist die Speicherbandbreite geringer als bei beiden bekannten Varianten. So hat die GPU eigentlich vier 32-Bit-Controller für ein 128 Bit breites Interface. Die GeForce GTX 1050 3 GB kann jedoch lediglich auf deren drei zurückgreifen, sodass das Speicher-Interface nur 96 Bit breit ist.

Das Abschalten zieht zudem zwei weitere Konsequenzen nach sich: Auf der Grafikkarte sind gerade mal 24 ROPs aktiviert (32 ROPs sind vorhanden) und der L2-Cache ist nur 1,5 MB groß (2 MB sind vorhanden). Der Speicherausbau beträgt wiederum 3.072 MB und liegt somit genau zwischen den zwei anderen Produkten.

GeForce GTX 1050 (2 GB) GeForce GTX 1050 (3 GB) GeForce GTX 1050 Ti ( 4 GB)
Shadereinheiten 640 768 768
TMUs 40 48 48
Basis-/Boost-Takt 1.354/1.455 MHz 1.392/1.518 MHz 1.290/1.392 MHz
Theoretische Rechenleistung
auf Basis von Boost-Takt
1.864 GFLOPS 2.331 GFLOPS 2.138 GFLOPS
Speicherausbau 2.048 MB GDDR5 3.072 MB GDDR5 4.096 MB GDDR5
Speicherinterface 128 Bit 96 Bit 128 Bit
Speicherbandbreite 112 GB/s 84 GB/s 112 GB/s
TDP 75 Watt 75 Watt 75 Watt

Nvidia gibt für die GeForce GTX 1050 3 GB wie für die beiden anderen Modelle eine TDP (Grafikkarte) von 75 Watt an. Board-Partner haben damit die Möglichkeit, auf einen separaten Stromanschluss zu verzichten.

Bisher nur von Asus und Gigabyte gelistet

Auch wenn bereits mehrere Board-Partner eine GeForce GTX 1050 3 GB angekündigt haben, gibt es bis jetzt nur zwei Hersteller im deutschen Handel: Asus und Gigabyte. Asus hat ein Modell im Portfolio, Gigabyte dagegen gleich deren drei, die sich bezüglich Kühlung und Taktraten unterscheiden. Aber Lager zu kaufen gibt es sie allerdings noch nicht.

Gigabyte GeForce GTX 1050 3GB Windforce im Test
Gigabyte GeForce GTX 1050 3GB Windforce im Test

Die Gigabyte GeForce GTX 1050 Windforce OC 3 GB

ComputerBase hatte allerdings schon Zugriff auf die die Gigabyte GeForce GTX 1050 3 GB Windforce OC. Dabei handelt es sich um die größte Ausbaustufe der angebotenen Varianten. Wo sich die Grafikkarte einordnet, wird im Test geklärt. Und es wird ein genauer Blick auf den Speicherausbau geworfen.

Die Gigabyte GeForce GTX 3 GB 1050 Windforce OC im Detail

Obwohl die GeForce GTX 1050 3 GB Windforce OC die größte Variante der neuen Grafikkarte von Gigabyte ist, ist sie weiterhin als sehr klein zu bezeichnen. Mit einer Länge von nur 19 Zentimeter passt die Grafikkarte in jedes Gehäuse problemlos hinein, zumal die Hardware mit 11 Zentimeter auch nicht breiter als normal ist.

Bei dem Kühler handelt es sich um die kleinste Adaption des WindForce-Kühlsystems. Sie besteht aus einem schlichten Aluminium-Kühlkörper, der auf der GP107-GPU platziert ist. Kupfer oder Heatpipes gibt es nicht. Zwei im Durchmesser 75 Millimeter breite Axiallüfter sorgen für die notwendige Frischluft. Bei kühlen Temperaturen wie im Windows-Betrieb schalten sie sich ab.

Die Grafikkarte ist minimal übertaktet

Gigabyte hat die GeForce GTX 1050 3 GB Windforce OC leicht übertaktet. Die Basisfrequenz liegt bei 1.417 MHz (+25 MHz gegenüber den Referenzvorgaben), der durchschnittliche Turbo bei 1.556 MHz (+38 MHz). Wer Gigabytes Aorus Graphics Engine installiert, kann darüber hinaus den „OC-Modus“ aktivieren. Dann beträgt die Taktrate 1.442/1.582 MHz. Aber auch das macht nur einen minimalen Unterschied zu den Standardfrequenzen aus. Der 3.072 MB große Micron-Speicher arbeitet immer mit den gewöhnlichen 3.500 MHz.

Gigabyte verzichtet bei der Grafikkarte auf einen Stromanschluss, genauso fehlt eine RGB-Beleuchtung. Monitore können per Dual-Link-DVI, HDMI 2.0 oder DisplayPort 1.4 angeschlossen werden.

Die Gigabyte GeForce GTX 1050 3 GB Windforce OC ist aktuell ab 173 Euro im Handel gelistet, derzeit aber noch nicht lieferbar. Das gilt auch für die anderen beiden Varianten des Herstellers.

Gigabyte GeForce GTX 1050 3 GB Windforce OC
Merkmal Ausprägung
Karte PCB-Design Eigenentwicklung
Länge 19 cm
Stromversorgung
Kühler Design Eigener Windforce-Kühler, 2 Slot
Kühlkörper Alu
Lüfter 2 x 75 mm (axial)
Lüfter abgeschaltet (2D) Ja
Anlaufdrehzahl 1.050 Umdr.
Takt
(Stromsparmodus)
GPU-Basis 1.417 MHz (Gaming-Modus)
1.442 MHz (OC-Modus)
GPU-Maximum 1.734 MHz (Gaming-Modus)
1.765 MHz (OC-Modus)
Speicher 3.500 MHz
Speichergröße 3.072 MB GDDR5, Micron
Anschlüsse 1 x Dual-Link-DVI
1 x HDMI 2.0b
1 x DisplayPort 1.4

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