Nvidia-Grafikkarten im Test: GeForce GTX 460, 560, 660, 760, 960 und 1060 im Vergleich

Wolfgang Andermahr 181 Kommentare
Nvidia-Grafikkarten im Test: GeForce GTX 460, 560, 660, 760, 960 und 1060 im Vergleich

tl;dr: Die Grafikkarte ist die wichtigste Komponente in einem Spiele-PC. Aber wann lohnt es sich, eine ältere GPU aufzurüsten? ComputerBase vergleicht im Test Nvidias Mittelklasse der letzten acht Jahre von GeForce GTX 460 über GTX 560, GTX 660, GTX 760, GTX 960 bis hin zur GTX 1060 und gibt die Antwort.

Gaming-Grafikkarten von Nvidia seit 2010

Egal ob ein altes oder ein neues Spiel gestartet wird, in erster Linie entscheidet der 3D-Beschleuniger, ob es flüssig oder nur ruckelnd über den Monitor läuft. Und auch wenn die Entwicklungssprünge mittlerweile in größeren Abständen vollzogen werden, sind die Fortschritte, wenn es sie denn gibt, weiterhin beachtlich.

Das Dauerduell: AMD gegen Nvidia in der Mittelklasse

Mit das größte Interesse genießt dabei die Mittelklasse. Das ist wenig verwunderlich, denn entsprechende Modelle liefern meist genug Performance für die neuesten Spiele, ohne die Preise allzu sehr in die Höhe schnellen zu lassen. Nvidia und AMD beharken sich in diesem Segment seit Jahren.

ComputerBase wird im Forum öfter danach gefragt, wie viel schneller eine moderne Grafikkarte im Vergleich zu einem drei, vier oder gar fünf Jahre alten Modell ist. Das sind Zeiträume, die sich in gewöhnlichen Produkttests oder der Grafikkarten-Rangliste nicht sinnvoll abbilden lassen. Von Zeit zu Zeit steht daher immer mal wieder ein großer Vergleich der Generationen an. Und nun ist es wieder so weit.

Der 1. Teil einer ganzen Serie

Die Artikelserie wird wie zuletzt die Benchmark-Serie zu beliebten Multiplayer-Titeln vier verschiedene Berichte umfassen. Zwei werden sich mit den Mittelklasse-Modellen von AMD und Nvidia befassen, zwei weitere mit den jeweiligen High-End-Beschleunigern. Die ältesten Grafikkarten stammen aus dem Jahre 2009, die neuesten dagegen von 2017. Damit zeigen die Benchmarks, was sich in neun Jahren Entwicklungszeit getan hat.

Dieser und damit der erste Teil der Serie umfasst die Mainstream-Produkte von Nvidia. Angefangen mit Nvidias erster DirectX-11-Grafikkarte aus dem Jahre 2010, der GeForce GTX 460, bis hin zur immer noch aktuellen GeForce GTX 1060 sind insgesamt sechs verschiedene GeForce-Grafikkarten im Test vertreten. Bei den vier restlichen 3D-Beschleunigern handelt es sich um die GeForce GTX 560, die GTX 660, die GTX 760 und die GTX 960.

Der zweite Artikel wird sich mit den direkten Gegenspielern aus dem Hause AMD beschäftigen. Der dritte Teil widmet sich den High-End-Produkten von AMD, während der vierte Part die Serie mit Nvidias High-End-Ablegern abschließen wird. Die vier Artikel werden sich mit insgesamt 25 verschiedenen Grafikkarten befassen. Pro Woche wird ein Teil der Artikelserie erscheinen, sodass diese nach vier Wochen abgeschlossen sein wird.

2 Auflösungen, 8 Spiele und 6 Nvidia-Grafikkarten

Alle Grafikkarten werden ein Testfeld von insgesamt acht verschiedenen Spielen in den Auflösungen 1.920 × 1.080 sowie 3.840 × 2.160 über sich ergehen lassen. In allen vier Artikeln werden die Auflösungen und die Grafikdetails identisch sein, weshalb die Ergebnisse vergleichbar miteinander sind. Dieser und noch weitere Wünsche der ComputerBase-Leser wurden für den Artikel berücksichtigt.

Das gilt auch für die Spieleauswahl: Mit Far Cry 5 sowie Kingdom Come: Deliverance sind zwei moderne AAA-Titel vertreten. Rainbow Six Siege sowie The Witcher 3 vertreten dagegen eine ältere, aber immer noch beliebte Auswahl. Und mit Dota 2, Fortnite, Overwatch und World of Warcraft sind auch vier E-Sport-Spiele mit dabei. Neben den Benchmarks ist zudem die Leistungsaufnahme Bestandteil der Testreihen.

GeForce GTX 460, 560, 660, 760, 960 & 1060 im Vergleich

Die älteste Grafikkarte im Test, die GeForce GTX 460, stammt aus dem Jahre 2010, während das neueste Produkt, die GeForce GTX 1060, im Jahr 2016 erschienen ist. Demnächst soll es mit Turing eine neue GeForce-Generation geben.

Von Fermi bis Pascal

Während die GeForce GTX 460 mit der neuen Fermi-Architektur aufwarten konnte, ist die GeForce GTX 560 schlussendlich nur eine leicht überarbeitete GTX 460. Erst mit der GeForce GTX 660 und damit mit Kepler gab es wieder einen großen Fortschritt, vor allem wurde die Energieeffizienz deutlich verbessert. Die GeForce GTX 760 war dann wieder nur ein simpler Aufguss, während die GeForce GTX 960 einen Schritt nach vorne darstellte: Maxwell verbesserte die Effizienz erneut deutlich, zudem wurde die Leistung pro Shader-Einheit massiv angehoben.

Grafikkarten-Generationenvergleich von Nvidias Mittelklasse
Grafikkarten-Generationenvergleich von Nvidias Mittelklasse

Alle zwei Generationen gibt's in der Regel einen großen Schritt

Die GeForce GTX 1060 und damit die Pascal-Generation ist grob gesehen nur ein verbesserter Maxwell. Allerdings hat Nvidia massiv an zwei Stellschrauben gedreht, sodass der aktuelle 3D-Beschleuniger deutlich schneller ist. Zum einen wurde erneut die Energieeffizienz stark verbessert, zum anderen erlaubt Pascal höhere Taktraten bis hin zu 2,0 GHz. Das erhöht die Performance spürbar.

Die wichtigsten Nvidia-Generationen im technischen Vergleich
GeForce GTX 460 GeForce GTX 660 GeForce GTX 960 GeForce GTX 1060
Erscheinungsdatum 12.07.2010 13.09.2012 22.01.2015 19.07.2016
Fertigungsprozess 40 nm 28 nm 28 nm 16 nm
Architektur Fermi Kepler Maxwell Pascal
Transistoren ca. 1,93 Mrd. ca. 2,54 Mrd. ca. 2,94 Mrd. ca. 4,4 Mrd.
Shader-Einheiten 336 960 1.024 1.280
GPU-Takt 675 MHz 980 MHz 1.127 MHz 1.506 MHz
Rechenleistung 970 GFLOPS 1.882 GFLOPS 2.412 GFLOPS 4.730 GFLOPS
Speichergröße 1.024 MB GDDR5 2.048 MB GDDR5 2.048/4.096 MB GDDR5 6.144 MB GDDR5
Speichertakt 1.800 MHz 3.004 MHz 3.504 MHz 4.000 MHz
Speicherinterface 256 Bit 192 Bit 128 Bit 192 Bit
Speicherbandbreite 115.200 MB/s 144.192 MB/s 112.128 MB/s 192.000 MB/s

Die Grafikkarten im Test stammen von verschiedenen Herstellern. Bei manchen handelt es sich um das Referenzdesign, während andere von Board-Partnern stammen. Um die beste Vergleichbarkeit zu gewährleisten, arbeiten aber alle Grafikkarten im Test mit den von Nvidia vorgegebenen Referenztaktraten.

Die Probanden besser einordnen

Wer weitere Details über die einzelnen Modelle in Erfahrung bringen oder in Erinnerungen schwelgen möchte, dem seien die entsprechenden Tests zur Vorstellung der Produkte empfohlen.

Diese Artikel bieten sich allerdings auch als Ausgangspunkt für weitere Vergleiche an, um die in diesem Artikel behandelten Grafikkarten in Relation zu anderen Vertretern ihrer Zeit zu stellen.

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