Guild Wars 2: Kaufoption für Gems in Belgien abgeschaltet

Max Doll 72 Kommentare
Guild Wars 2: Kaufoption für Gems in Belgien abgeschaltet
Bild: ArenaNet

In Belgien können Spieler von Guild Wars 2 keine Euro mehr in Gems tauschen. Als Grund für das Verschwinden der Premium-Währung wird das Vorgehen des Landes gegen Beuteboxen genannt. Aus dem gleichen Grund werden die Ultimate Edition des Spiels sowie das Upgrade auf die Ultimate Edition nicht länger angeboten.

Den Schritt sei ArenaNet gegangen, „um Änderungen der belgischen Gesetzgebung zu entsprechen“, schreibt das Studio in einer Stellungnahme. „Flexiblere Lösungen“ würden derzeit ausgekundschaftet. Gems können in Guild Wars 2 für Ingame-Währung oder Euro gekauft und für den Erwerb von Beuteboxen ausgegeben werden.

Auf Reddit wird außerdem angemerkt, dass sich Gems in Gold tauschen lassen, mit dem sich an einem echten Ingame-Glücksspiel, dem „Ecto Gambling“, teilnehmen lässt. Auch dieser Mechanismus kann zusammen mit der neuen Sensibilität der Behörden ein Grund für die Deaktivierung der Kaufoption für Premium-Währung sein.

Anbieter knicken ein

Auch ArenaNet beugt sich damit dem Druck staatlicher Stellen, bekundet aber zugleich den Willen, möglichst weit und stark am Lootbox-Konzept festhalten zu wollen. Im Gegensatz zu Valve mit Dota 2 und CS: Go, 2K Games mit NBA 2k und Blizzard mit Overwatch handelt es sich bei Guild Wars 2 um keines derjenigen Spiele, die in der Untersuchung der belgischen Glücksspiel-Kommission analysiert wurden. Dem Anliegen der Behörde hat sich bislang nur EA verweigert. Das Unternehmen sieht deshalb einer Klage vor Gericht entgegen.

Beuteboxen im Blick der Behörden

Auch wenn Unternehmen an den lukrativen Mikrotransaktionen dieser besonderen Machart festhalten wollen, läutet sich langsam deren Ende ein. In Finnland wird derzeit ermittelt, ob Beuteboxen gegen Glücksspiel-Gesetze verstoßen. Das gleiche Ansinnen haben 15 weitere Behörden europäischer Staaten, die in einer Erklärung ein gemeinsames Vorgehen ankündigen. In Australien wurde derweil die Regulierung der Lootboxen empfohlen; auch dort wird auf die starke Ähnlichkeit zu üblichem Glücksspiel verwiesen. Darüber hinaus hat die PEGI einen entsprechenden Warnhinweis für Ingame-Käufe eingeführt.

Update 29.09.2018 10:56 Uhr

ArenaNet hat nun ein „verfeinertes“ System eingeführt. Gems können in Belgien wieder gekauft werden, vom Erwerb ausgeschlossen werden nun nur noch Beuteboxen und „damit verbundene Gegenstände“. Darunter fallen etwa Schlüssel für die Kisten. Das nun eingeführte System gleicht dem, das in anderen Spielen bereits Anwendung findet.

Die Redaktion dankt ComputerBase-Leser SA1330 für den Hinweis zu diesem Update!