GeForce RTX 2060 im Test: Schnelle GPU trifft 6 GB statt 8 GB GDDR6 für 370 Euro 6/6

Wolfgang Andermahr 677 Kommentare

Preis-Performance-Verhältnis

3 Einträge
Preisliste (Stand 07.01.2019)
Angaben in Euro
    • Nvidia GeForce RTX 2080 Ti FE
      1.139
    • Nvidia GeForce RTX 2080 FE
      669
    • Asus GeForce RTX 2070 Turbo
      479
    • AMD Radeon RX Vega 64
      449
    • Nvidia GeForce RTX 2060 FE
      369
      Hinweis: UVP
    • AMD Radeon RX Vega 56
      349
    • Nvidia GeForce GTX 1070 FE
      329
    • AMD Radeon RX 590
      250
    • Nvidia GeForce GTX 1060 FE
      215
    • AMD Radeon RX 580
      189

Nvidia gibt für die GeForce RTX 2060 Founders Edition eine unverbindliche Preisempfehlung von 369 Euro an. Das ist zugleich auch der Preis, ab dem die ersten Partnerkarten starten werden. Ab dem 15. Januar werden die Grafikkarten im Handel lieferbar sein. Die Founders Edition gibt es exklusiv im Nvidia-eigenen Shop. Jeder Käufer einer GeForce RTX 2060 wird eine Zeit lang eine kostenlose Kopie von Anthem (erscheint am 22. Februar) oder Battlefield V erhalten.

Im Vergleich zum Namensvorgänger GeForce GTX 1060 wird die GeForce RTX 2060 mit einem Aufpreis von 154 Euro starten. Der UVP der GeForce GTX 1060 beträgt 279 Euro. Die GeForce GTX 1070 ist mit 329 Euro 40 Euro günstiger als der Neuling, die Radeon RX Vega 56 mit 349 Euro 20 Euro. Die vergleichbar schnelle GeForce GTX 1070 Ti ist mit 400 Euro 30 Euro teurer. Die leicht schnellere und mit 2 GB mehr Speicher ausgestattete GeForce RTX 2070 kostet mit 479 Euro einen Aufpreis von 110 Euro.

Fazit

War die GeForce GTX 1060 eine klassische Mittelklasse-Grafikkarte mit viel Abstand zur Oberklasse, spricht die GeForce RTX 2060 einen anderen Kundenkreis an. Das fängt bei der Performance an, denn Nvidia hat das Portfolio bei Turing deutlich enger gestaltet als noch bei Pascal. So ist die GeForce RTX 2080 Ti in 2.560 × 1.440 Pixel „nur“ 80 Prozent schneller als die GeForce RTX 2060, bei Pascal lagen zwischen beiden Varianten 120 Prozent. Und insbesondere das vorerst kleinste Modell hat darauf einen nicht unerheblichen Einfluss.

Überraschend starke GPU

Nvidia bremst die bekannte TU106-GPU gegenüber der GeForce RTX 2070 nur geringfügig aus. 17 Prozent weniger Einheiten resultieren im Parcours in einem Rückstand von gerade mal 13 Prozent, der Vorgänger GeForce GTX 1060 wird gleichbedeutend um 58 Prozent abgehängt. Auch die GeForce GTX 1070 wird problemlos geschlagen, erst die GeForce GTX 1080 ist schneller. Im Durchschnitt entspricht die Geschwindigkeit ziemlich genau der einer GeForce GTX 1070 Ti. Damit wird auch AMDs Radeon RX Vega 56 geschlagen. Dass das Speicherinterface um 25 Prozent gegenüber der RTX 2070 beschnitten wurde, fällt in den heutigen Benchmarks nicht weiter negativ auf.

Die GeForce RTX 2060 eignet sich in den meisten Spielen damit sehr gut fürs Spielen in 1.920 × 1.080 bei vollen Details, auch 2.560 × 1.440 ist bei teils reduzierten Details fast immer gut spielbar. Wer die Grafikkarte übertaktet, kann eine Framerate knapp unterhalb einer GeForce RTX 2070 erhalten.

Der Preis von 369 Euro für die in Sachen Kühlung gut (Leerlauf) bis sehr gut (Last) umgesetzte Founders Edition kann da vor dem Hintergrund der bisherigen Strategie bei Turing fast schon überraschen: Er liegt zwar 90 Euro über dem der GeForce GTX 1060, aber immer noch 30 Euro unter dem der GeForce GTX 1070 Ti, deren Leistung erreicht wird. Die im Durchschnitt nicht viel schnellere GeForce RTX 2070 kostet 110 Euro mehr und auch gegenüber älteren Nvidia-Grafikkarten sowie Konkurrenzprodukten von AMD ist die GeForce RTX 2060 preislich auf den ersten Blick gut aufgestellt. Hinzu kommt, dass es durch ein kurzzeitiges Angebot zusätzlich eine kostenlose Kopie des Spiels Anthem oder Battlefield V gibt, falls die Grafikkarte bei einem am Programm teilnehmenden Händler gekauft wird.

Der Speicher ist trotzdem das Gegenargument

Ist die GeForce RTX 2060 damit sogar ein Preis-Leistungs-Tipp? Nein. Denn wie die GeForce GTX 1060 verfügt auch die GeForce RTX 2060 über einen nur 6 GB großen Speicher. Dieser ist im Jahr 2019 nicht mehr zeitgemäß. Erst recht, weil günstigere Mittelklasse-Modelle der Konkurrenz bereits seit zweieinhalb Jahren über 8 GB verfügen.

Die meisten aktuellen Spiele haben mit 6 GB statt 8 GB noch kein Problem und kommen auch bei vollen Texturdetails damit aus. Aber es gibt heute bereits einige Titel, die nach mehr verlangen und bei maximalen (Textur-)Details anfangen zu ruckeln, obwohl die GPU schneller rendern könnte. In dem Fall ist die einzige Gegenmaßnahme, die Texturdetails zu reduzieren, was zum Beispiel auf einer Radeon RX 580 nicht nötig ist. Diese Probleme werden sich in Zukunft häufen. Zukunftssicherheit mit 8 GB statt 6 GB kostet bei aktuell nur geringer Mehrleistung im Nvidia-Turing-Lager letztlich 110 Euro mehr.

Der Nutzen von Raytracing und DLSS bleibt offen

Die neuen Funktionen Echtzeit-Raytracing und DLSS sind auf der GeForce RTX 2060 nicht nur ob ihrer bisher bescheidenen Verbreitung in jeweils einem Titel weiterhin ein schwieriges Thema, hinter der Leistung steht in diesem Fall ein zusätzliches Fragezeichen. Raytracing in Battlefield V ist auf der GeForce RTX 2060 in Full HD mit der kleinsten Raytracing-Stufe zwar spielbar, hoch ist die Framerate aber nicht – und den Einsatz von Ultra-Details unterbindet der zu kleine Speicher. Wie es in anderen Titeln aussieht? Darauf gibt es derzeit keine Antwort. Auf der sicheren Seite scheinen Käufer der GeForce RTX 2060 auf Basis von Battlefield V aber nicht mehr zu sein.

Und auch der Nutzen von DLSS ist auf dieser Grafikkarte noch unklar. Nicht nur, weil es bis jetzt nur ein Spiel mit DLSS gibt, sondern insbesondere, weil DLSS derzeit nur für Spiele in Ultra-HD-Auflösung trainiert wird. Und das ist schlicht keine Auflösung für die GeForce RTX 2060. Deutlich sinnvoller könnte dagegen Adaptive Shading sein, wenn weitere Spiele damit erscheinen.

ComputerBase hat die Nvidia GeForce RTX 2060 FE unter NDA erhalten. Einzig Vorgabe war der Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme auf den Testbericht gab es nicht.

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