Server-Prozessoren: Marvell stärkt Partnerschaft mit ARM für ThunderX-CPUs

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Server-Prozessoren: Marvell stärkt Partnerschaft mit ARM für ThunderX-CPUs

Marvell setzt auch nach der Übernahme von Cavium als einer der wenigen Anbieter von Server-Prozessoren auf Basis von ARM-Architektur auf diese Technik. Beide Firmen kündigten an, die Zusammenarbeit auszubauen und mindestens die kommenden drei Jahre weiter an der ThunderX-Serie zu entwickeln.

ThunderX ist das Aushängeschild für ARM im Server

Die ThunderX-Familie ist derzeit so etwas wie das Paradebeispiel bei den ARM-Server-CPUs. Nach dem de facto vollständigen Rückzug von Qualcomm, die mit riesigen Ambitionen gestartet waren, aber schnell einsehen mussten, dass die Industrie eine ganz andere als die für mobile SoCs ist, steht aktuell nur noch Huawei auf einer ähnlichen Stufe im High-End-Bereich. Deren ARM-CPU-Serie Kunpeng ist aber bisher nur für eigene Produkte vorgesehen – und die Zukunft ist vor dem Hintergrund der aktuellen Konflikte mit den USA derzeit offen. Auf dem Markt gibt es auch noch Ampere, die AppliedMicros X-Gene nun als eMag verkaufen, zuletzt hatte zudem ein anderer Hersteller erste Ambitionen gezeigt: Amazon mit der Graviton-Familie. Auch diese werden aber wie bei Huawei nicht für den offenen Markt bestimmt sein, sondern nur intern genutzt.

Unterm Strich sind es im offenen Markt deshalb aktuell Marvell mit den Cavium ThunderX sowie Ampere. Beide bieten maximal 32 Kerne. Cavium hatte über 40 Modelle in den Markt gebracht, Ampere beschränkt sich beim eMag auf einige wenige, die preislich attraktiv sind. ThunderX2 ist und bleibt das aktuelle Aushängeschild für ARM im Server. Marvell ist bestrebt, dass das auch in Zukunft so bleibt.

ARMs Roadmap passt ins Bild

Der von Marvell und ARM nun abgesteckte Zeitrahmen für die Weiterentwicklung der Prozessorfamilie bis in das Jahr 2022 passt in das Bild, das bereits bekannt ist. ARM hatte seine Roadmap im Februar gezeigt und für die dieses Jahr geplante Neoverse-Plattform bis zu 60 Prozent mehr Leistung als beim Vorgänger in Aussicht gestellt. Bereits 2020 sollte Zeus und 2021 Poseidon folgen, mit noch einmal jährlich angepeilten 30 Prozent Leistungszuwachs. Dies ist auch nötig, um mit dem stetig stärker werdenden Prozessoren im x86-Markt nicht nur Schritt halten zu können, sondern überhaupt erst einmal die Lücke zu diesen zu schließen. Denn die ist nach wie vor groß.

ARM-Roadmap
ARM-Roadmap (Bild: ARM)

With this expanded partnership, Marvell is now well positioned to develop and ramp some of the most advanced server processor technology in the world.

ARM

Nicht nur Marvell braucht diese Zusammenarbeit, auch ARM hat sie nötig. Denn die mangelnde Adaption im Markt sorgt bereits für schlechte Stimmung. Dies ging Ende des letzten Jahres kurzzeitig schon einmal soweit, dass ARM eine FUD-Kampagne gegen RISC-V startete, einer freien und offenen CPU-Architektur – bei Software wäre es der Vergleich von Windows zu Linux. In Zeiten des Internet konnte diese Kampagne aber nur scheitern, bereits kurze Zeit später stoppte ARM den Feldzug, da sogar eigene Mitarbeiter dagegen rebelliert haben sollen.