Chipsatz-Gerüchte: AMD plant B550 in zwei Varianten

Sven Bauduin 278 Kommentare
Chipsatz-Gerüchte: AMD plant B550 in zwei Varianten

Nachdem die Spezifikationen für den B550-Chipsatz schon bekannt zu sein schienen, sprechen Gerüchte nun von zwei unterschiedliche Varianten. Die Rede ist dabei von einem neuen regulären AMD B550 und einem B550A für OEMs, bei dem es sich um einen Rebrand des bereits bekannten X470/B450 handeln soll. Auch AMD äußert sich.

Nachdem auf Reddit eine Diskussion um unterschiedliche Varianten des lange erwarteten B550-Chipsatz aufgekommen sind, äußerte sich auch Robert Hallock, bei AMD verantwortlich für das technische Marketing. Robert Hallock bestätigte, dass OEMs ganz unterschiedliche Ansprüche an einen Chip haben können als Endanwender und verlieh der Diskussion um zwei unterschiedliche B550-Chipsätze noch einmal mehr Nahrung. Der reguläre B550-Chipsatz könnte, anders als der B550A-Chipsatz für OEMS, die PCIe-4.0-Lanes von AMD Ryzen 3000 (Test) nach außen führen und nutzbar machen, so die Spekulationen.

No, it has a B550A motherboard. This is a version of the PCIe Gen 3 "Promontory-LP" (e.g. X470, B450) chipset specifically for use in pre-built systems (e.g. OEM customers).

[..]

OEMs are customers, too, and they may have different needs and wants than a DIYer. Not every product decision is considered through the lens of a channel product.

Robert Hallock, Senior Technical Marketing Manager (AMD)

Bereits Anfang Oktober tauchten zwei OEM-Systeme von HP auf, welche laut Datenblatt auf der als „AMD Promontory B550A“ bezeichneten möglichen OEM-Ausführung des Chipsatzes basieren. Promontory ist der gemeinsame Codename der X470-, B450-, X370- und B350-Chipsätze von AMD, die alle auf dem gleichen Chip von ASMedia basieren.

HP-Desktop-PC mit AMD B550 und Radeon RX 5300XT
HP-Desktop-PC mit AMD B550 und Radeon RX 5300XT
HP-Desktop-PC mit AMD B550 und Radeon RX 5300XT
HP-Desktop-PC mit AMD B550 und Radeon RX 5300XT

Die mögliche Aufteilung des B550-Chipsatzes in zwei Varianten lässt Raum für Spekulationen. Denn offiziell hat AMD nur Prä-X570-Mainboards eine offizielle Absage für PCIe 4.0 erteilt und dessen Nutzbarkeit per BIOS-Update und AGESA 1.0.0.3ABB unterbunden. Die OEM-Variante wird vermutlich aus Gründen der Kostenoptimierung auf PCIe 4.0 verzichten, ein alternativer neuer Ableger könnte eventuell die PCIe-4.0-Lanes der CPU durchschleusen, über den Chipsatz dann aber auf reguläres PCI Express 3.0 setzen. Dies wäre noch immer deutlich mehr als ein X470-Chipsatz, jedoch auch unterhalb des X570 angesiedelt. AMD selbst hat sich bisher nicht zu den Spezifikationen eines möglichen B550- und B550A-Chipsatzes geäußert.

Update 14.10.2019 16:51 Uhr

Gerüchte zum B550A bestätigen sich

Wie Heise berichtet, hat sich zumindest das Gerücht über den „neuen“ B550A für OEM-PCs bestätigt. Hinter der neuen Bezeichnung „AMD Promontory B550A“ verbirgt sich mit dem „AMD Promontory B450“ nämlich wie bereits vermutet ein alter Bekannter.

Heise hat sich den neuen Aldi-PC mit AMD Ryzen einmal genauer angesehen und dabei herausgefunden, dass der B550A-Chipsatz exakt auf dem selben Silizium basiert wie der B450-Chipsatz für Endanwender. Der weiterhin bei ASMedia gefertigte B550A bietet im Vergleich zum B450 keinerlei neue Funktionen, womit PCIe 4.0 vorerst dem X570-Chipsatz vorbehalten bleibt.

Beim B450 (links) und B550A (rechts) handelt es sich um den gleichen Chip
Beim B450 (links) und B550A (rechts) handelt es sich um den gleichen Chip (Bild: c't)

Die Redaktion dankt Community-Mitglied „ChrFr“ für den Hinweis zu diesem Update.

Update 18.10.2019 22:19 Uhr

Auch im Retail-Markt ist ein Rebrand nicht ausgeschlossen

Noch Tage bevor AMD in Person von Robert Hallock bestätigte, dass es sich beim „neuen“ B550A-Chipsatz um einen reinen Rebrand seines Vorgängers mit der Bezeichnung B450 handele, teilte der Reddit-User the_excalibruh im Reddit-Forum ein Foto, welches das AM4-Mainboard „ASRock B550AM Gaming“ zeigen soll. Dieses Mainboard mit B550A-Chipsatz sieht allerdings nicht aus wie das typische OEM-Mainboard. Hallock bestätigte zwar, dass das Board einen B550A-Chipsatz habe und dieser für OEM-PCs („pre-build systems“) gedacht sei, auf das Mainboard des taiwanischen Herstellers ging der AMD Marketing Experte aber nicht näher ein.

Dies bestätigt zwar noch nicht, dass es sich der Rebrand auch auf Retail-Boards im Einzelhandel gemütlich macht, lässt aber zumindest so viel Spielraum für Interpretationen, dass ein Wiedersehen mit dem B550A im Retail-Geschäft nicht ausgeschlossen erscheint.

Das vermeintliche OEM-Maiboard „ASRock B550AM Gaming“.
Das vermeintliche OEM-Maiboard „ASRock B550AM Gaming“. (Bild: the_excalibruh)