Liquid Freezer II 360 A-RGB im Test: Arctics günstige AiO ist auch beleuchtet eine Empfehlung

Thomas Böhm
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Liquid Freezer II 360 A-RGB im Test: Arctics günstige AiO ist auch beleuchtet eine Empfehlung

Der Arctic Liquid Freezer ist eine gute AiO-Kühlung im Budget-Segment: Der Hersteller verknüpft eine leise Pumpe mit guten Lüftern zu einem attraktiven Preis. Die aktuelle Generation II erhält leuchtenden Zuwachs. Im ComputerBase-Test zeigt der Liquid Freezer II 360 A-RGB, dass dabei keine seiner Stärken verloren geht.

Arctic hat sich aus dem Budgetsegment heraus einen guten Ruf erarbeitet: Mit Generation 1 des Liquid Freezer (Test) als Kompaktwasserkühlung hat er starke Kühlleistung zum niedrigen Preis geboten. In die gleiche Kerbe schlägt der CPU-Luftkühler Freezer 34 eSports (Duo) (Test), der denselben Spagat schafft. Der Liquid Freezer II 240 (Test) als zweite Generation der AiO-Kühlung konnte auf dem AM4-Testsystem zwar keine neuen Rekorde einholen, punktete aber dennoch mit leisen Lüftern und einer leisen Pumpe.

Arctic Liquid Freezer II 360 A-RGB
Arctic Liquid Freezer II 360 A-RGB

In einer sanften Evolution hat Arctic den Liquid Freezer II seitdem weiterentwickelt. Die neueste Revision verfügt über ein erneuertes Montagesystem und ist optional mit bunt leuchtenden Ventilatoren als A-RGB-Version erhältlich. ComputerBase nimmt das große 360-mm-Modell mit leuchtenden Lüftern unter die Lupe und zeigt, wie die AiO-Kühlung auf der Ryzen-Generation 5000 von AMD abschneidet.

Arctic Liquid Freezer II (360 A-RGB)
Radiator (L × B × H): 398 × 120 × 38 mm
Radiator-Material: Aluminium
Anschlüsse: geschlossenes System
Schlauchlänge: 450 mm
Ausgleichsbehälter:
Drehzahl Pumpe: 800 – 2.000 U/min
Lebensdauer Pumpe (MTBF):
Anschluss Pumpe: 4-Pin-PWM
Position Pumpe: in Kühler integriert
Verbrauch Pumpe: 2,7 Watt
Lüfter: 3 × 120 × 120 × 25 mm
Hydraulisch
200 – 1.800 U/min
82,9 m³/h
1,9 mm H₂O
4-Pin-PWM
Lüftersteuerung: In Pumpe integriert
Kompatibilität: AMD: Sockel AM4
Intel: LGA 2011(-3)/2066/115x/1200
Preis: ab 128 €

Arctic Liquid Freezer II 360 A-RGB im Detail

Der Ende 2019 getestete Liquid Freezer II 240 hat bereits mit versteckten, aber praktischen Details gefallen. Diese bleiben in der aktuellsten Revision erhalten. Nach wie vor gibt es eine gemeinsame Steuerung aller sich drehenden Bauteile: Die Pumpe, der an der Pumpeneinheit befestigte VRM-Lüfter und die Radiatorlüfter werden alle gemeinsam von einem 4-Pin-PWM-Stecker mit Strom versorgt. Die Drehzahl aller Komponenten wird durch das PWM-Signal dieses Anschlusses gesteuert, sodass die Lautstärke der Kühlung insgesamt homogen ansteigt und ein separates Ansteuern von Pumpe und Radiatorlüftern entfällt.

Ebenso wird die Beleuchtung des Liquid Freezer II 360 A-RGB von einem einzigen Anschlusskabel versorgt. Insgesamt gehen folglich nur zwei Kabel von der Pumpeneinheit ab – so einfach fällt das Kabelmanagement bei beleuchteten AiO-Kühlungen selten aus. Mechanisch bleibt die Pumpeneinheit der älteren Revision des Liquid Freezer II treu. Eine kupferne CPU-Auflagefläche sorgt für die Prozessorkühlung und darüber befindet sich neben der Pumpe ein kleiner 40-mm-Radiallüfter, der die CPU-Spannungswandler kühlt. Dessen Wirksamkeit konnte bereits im Test des Liquid Freezer II 240 bestätigt werden.

Der Radiator der Kompaktwasserkühlung fällt mit 38 mm Tiefe größer aus als die üblichen circa 30 mm bei AiO-Kühlungen. Dafür ist die Lamellendichte mit 14 FPI („fins per inch“) etwas geringer als üblich. Der Radiator ist sauber verarbeitet. Es fallen keine verbogenen Lamellen auf. Mit einer Schlauchlänge von 45 cm lässt Arctic genug Platz, um den Radiator auch in großen Gehäusen wahlweise in der Front oder im Gehäusedeckel zu verschrauben.

Die RGB-Lüfter der AiO-Kühlung werden vom Hersteller mit einem Drehzahlintervall von 200 bis 1.800 U/min angegeben. Im Testsystem werden zwischen 200 und 1.650 U/min erreicht. Sie arbeiten wie die nicht leuchtenden Lüfter von Arctic (Test) bei niedrigen Drehzahlen sehr leise, sodass sich ein Lüfterwechsel nicht lohnt.

Lieferumfang

Der Lieferumfang fällt bei Arctic wie gewohnt überschaubar aus. Viel Zubehör benötigt die AiO aber ohnehin nicht: Das Montagematerial für alle aktuellen Intel-Sockel und für den AMD-Sockel AM4 liegt bei. Für Intel gibt es eine Backplate, bei AMD wird auf die am Mainboard vorinstallierte Backplate zurückgegriffen. Y-Adapter für Lüfter oder Schrauben zur Lüftermontage werden vergeblich gesucht: Der Liquid Freezer II 360 A-RGB kommt mit vorinstallierten Lüftern beim Kunden an und begnügt sich mit nur einem Anschlusskabel.

Eine Besonderheit des Zubehörs der AiO-Kühlung ist die Wärmeleitpaste. Im Vergleich zum Standardmodell des Liquid Freezer wechselt der Hersteller von der bekannten MX-4 auf die zu Beginn des Jahres vorgestellte Arctic MX-5. Die Wärmeleitpaste liegt in Form einer kleinen Spritze bei, sodass im Zweifel mehr als eine Montage der Kühlung ohne den separaten Kauf von Wärmeleitmittel möglich ist.

Montage im Testsystem

Arctic hat das Montagesystem des Liquid Freezer II überarbeitet. In der aktuellen Revision der AiO-Kühlung muss nicht mehr gleichzeitig mit dem CPU-Kühler und der Backplate jongliert werden: Zunächst wird die Backplate mit zwei Haltebügeln verschraubt. Die Haltebügel für den Sockel AM4 bieten außerdem eine Anpassung für bestimmte CPUs: Sie können in zwei Positionen verschraubt werden. Positionsabhängig verschiebt sich das Zentrum des Kühlblocks, sodass Arctic für Ryzen 3000 und Ryzen 5000 eine leicht versetzte Montage ermöglicht, die die Kühlleistung auf diesen CPUs steigern soll.

Wie bei AiO-Kühlungen üblich, fällt die Kompatibilität des Liquid Freezer II 360 A-RGB rund um den CPU-Sockel hervorragend aus. Es sollte jedoch beachtet werden, dass der Radiator der Kompaktwasserkühlung circa einen Zentimeter dicker ist als üblich. Das Gehäuse muss also nicht nur genügend Fläche zur Radiatormontage, sondern auch genug Tiefe zur Verfügung stellen.