HappyMutant
Fleet Admiral
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xXstrikerXx schrieb:der Pilot kann noch so gut sein, ohne das passende Auto wird er nicht gewinnen.
Dem widerspreche ich ja gar nicht. Das ist eine Binsenweisheit. Aber Forschung in den genannten Bereichen ist teuer und aufwendig. Die kleinen Teams können sie eh nur hinzukaufen und dann meist in abgespeckter oder nicht angepasster Form. Es geht mir nicht unbedingt darum die Entwicklung als solche zu verdammen, aber wenn wie gesagt schon der Rest nicht mithalten kann, warum noch mehr und mehr Felder aufmachen, die den Abstand noch größer machen und vor allem das Aufholen noch teurer. Zumal die Kontrolle über die System bei einem unbeschränktem Einsatz machen schwer möglich ist.
Deswegen hat man die Elektronik wie jedes andere Bauteil beschränkt und transparent für die Kontrolleure gemacht. Das halte ich auch weiterhin für sinnvoll.
Was die Spannung der Zweikämpfe von damals angeht, sind wir wohl anderer Meinung.
Nenne mir doch bitte Beispiele. Die Verklärung der Vergangenheit passiert mir auch, aber ich wüsste doch gern, was die unbeschränkte Elektronik für Rennen spannender gemacht hat. Und du selbst sagst ja, dass es da immer noch genug Fehler gab. Aber das Ziel der Elektronik war und ist, genau diese auszumerzen. Klar, wenn die Servolenkung bei einem Minardi nicht funktionierte oder das Getriebe die Gänge nicht mehr einlegen kann, dann hilft die beste Software nichts. Mir geht es um die Dinge, wo der Fahrer selber noch den Unterschied machen kann und soll.
So einer wie du muss dann wohl für den Einheitsmotor sein, denn ansonsten hängt der Ausgang des Rennens nicht genug vom Fahrer ab.
"So einer wie ich"?
Vielleicht hab ich auch den Sinn dieser Rennen einfach nicht verstanden, aber dagegen ist die Formel 1 doch bedeutend ansehnlicher.
Schau dir an was ich in welchem Kontext geschrieben habe. Die aktuelle DTM ist eine Schnarchveranstaltung ersten Ranges. Weil sie unter den gleichen Problemen wie die F1 leidet, aber durch den Entwicklungsstopp seit zwei Jahren umso mehr. Es sind Prototypen mit diffiziler Aerodynamik und dann auch noch nahezu gleichwertig und zuverlässig. Bist du im Qualifying vorne, dann kann es fast nur durch Fahrfehler, Strategiefehler oder Fehler der Boxencrew ernsthaft Führungswechsel geben. Geht man davon aus, das alle nahezu gleich gut fahren und die Strecken zudem wie in der F1 auch sehr fehlertolerant sind, dann passiert fast nichts.
Aber ich wollte ja daraus hinaus, dass du wegen des Hubraums gejammert hast. Und das Motoren nichts mit Spannung oder gutem Racing zu tun haben, dass wollte ich anhand dieses Beispiels klar machen. Die DTM verwendet diese Motoren, weil sie gut klingen sollen. Also alleine für die Show. Blöd, dass man davon eh nichts hat, gerade am Fernseher.
Du sprichst ja wieder so, als hätte es keine Unfälle, keine Autos abseits der Strecke, keine Quersteher, keine Fehler beim rausbeschleunigen (überhaupt keine Fehler der Fahrer) und keine Überholvorgänge gegeben.
Ich sage, dass es weniger "sanfte" Fehler gegeben hat (siehe weiter unten nochmal) und weniger Überholmanöver daraus entstanden. Gerade in den Zeiten wo die Elektronik voll zum Tragen kam. Das heißt nicht, dass es sie nicht gab und ich sage auch nicht, dass die Rennen alleine deswegen langweilig wurden. Aber sie hat ihren Anteil daran. Ohne Startautomatik sieht man wieder sehr viel mehr Unterschied zwischen guten und schlechten Starts. Zwar hat auch daran das Auto immer noch Anteil, aber man kann im Moment auch wieder unterschieden, wer schlecht weg kam und wer nicht. Alonsos Start in Barcelona ist so ein Beispiel. Obwohl das Auto unterlegen war, sorgte es für eine spannendere Anfangsphase. Das ist halt der Punkt.
Es ist ja schön, dass du dazu eine Meinung hast, aber deine Vehemenz macht die Diskussion auch nicht besser!
Ich kann dir ja sagen warum ich so vehement bin. Weil dein letzter Beitrag einfach sehr oberflächliche Thesen aufstellte, die du nicht wirklich begründet hast. Ich habe eine begründete Gegenmeinung dazu und mich nervt es einfach aus Prinzip, wenn jemand einen solchen Absatz wie den formuliert. Selbst wenn ich deiner Meinung wäre würde ich die Aussage so nicht unterstützen.
Ich weiß man kann Dinge anders sehen und ich bin wirklich niemand der nun darauf beharrt um jeden Preis recht zu haben. Aber du gehst ja teils nicht mal auf die Punkte ein, die ich an deiner Aussage kritisiert habe. Wenn ich sage, dass Hubraum und Zylinderzahl nicht spannende Rennen bedeuten und du das in der Antwort auch noch bestätigst, dann war die ursprüngliche Aussage ja dann doch so nicht unbedingt sinnvoll.
Man kann darüber diskutieren, aber einfach zu sagen, dass alles Schwachsinn ist, bringt eine gewisse Vehemenz bei mir hervor. Zumal das Beispiel, warum es Schwachsinn ist, auch schlecht gewählt war (mein Golf hat mehr).
Ohne die Helferlein hätte man eher vom Gas gehen müssen und wäre nicht mehr am Limit gefahren.
Nein, das Limit wäre einfach ein anderes gewesen. Das physikalische Limit bleibt zwar gleich, aber der Bereich davor ist das entscheidende. Je mehr Helferlein, desto mehr kannst du das Auto an das physikalische Limit bringen. Entsprechend knapp aber natürlich auch der Grenzbereich, wo der Fahrer den Unterschied macht. Entweder es klappt oder es klappt nicht. Dann möglicherweise auch mit heftigeren Folgen, keine Frage. Jedenfalls sagt man bei allen großen Fahrer, dass sie eben nicht nur gut fahren konnten, sondern auch besser als alle anderen dieses Limit ausreizen konnten. Nur wenn die Elektronik allen Fahrern (von mir aus auch nur denen mit den besten Autos) ermöglicht ganz nah an die physikalische Grenze zu gehen, dann unterschiedet sich der gute Fahrer nicht mehr vom Spitzenfahrer.
Rankommen ist das eine, Überholen das andere.
Ja exakt das ist das Problem. Selbst wenn dein Vordermann langsamer ist, warum auch immer, du kommst definitiv nicht vorbei. Deswegen greift man ja überhaupt zu DRS und den schneller abbauenden Reifen. Es ist auch recht eindeutig geworden, dass man im unterlegenen Auto nicht nur wegen DRS vorbei kommt. Da man die Aerodynamiker aber nicht massiv einschränken kann und will und zum anderen die Teams nicht zu Fehlern und Nachlässigkeiten zwingen kann, musste man sich was anderes überlegen.
Wie gesagt, ich bin der Meinung, die Formel ist eben auch eine Technologieveranstaltung.
Richtig. Nur das führte zu einem massiven Schwund an Teilnehmern und zu gigantischem Geldverbrennen. Da aber keiner freiwillig auf den Stand der 70er und 80er zurück wollte, wo einfach das Sponsorengeld für alle der begrenzende Faktor war, musste man was anderes unternehmen. Ob das jetzt im Sinne der Show war, darf man bezweifeln. Wie gesagt, die Spannung der Formel 1 entwickelte sich auch aus dem jeweiligen technischen Fortschritt und dem Aufholen von Rückständen.
Wenn aber ein paar Werksteams unbegrenzte Mittel haben, unendlich weiterentwickeln und testen können, dann macht das den Sport langfristig kaputt. Jede relativ offene Serie ist daran gestorben. Auch die alte DTM. Nur die Formel 1 hat es eben geschafft, aber auch nur weil man immer wieder Grenzen setzt und weil man einfach global die größte Marke ist. Ein Weg zwischen der unbegrenzten Entwicklung und dem völlig einfrieren sollte man finden.
Du sagt es ja: Es ist eine Gratwanderung. Ich möchte keine Einheitsserie außerhalb der Nachwuchsförderung, denn in der heutigen Zeit gibt es genug gute Fahrer, genug professionelle Teams, so dass am Ende bei normalen Rennen eben automatisch eine Prozession draus wird, wenn alles normal läuft. Da platzt kein Motor mehr, da macht kein Rennfahrer mehr entscheidende Fehler und seltenst wird ein langsamerer Fahrer/Team an die Spitze gespült und muss sich dort erwehren.
Von daher will ich schon zurück zum Technologiewettkampf, wo auf Verschleiß gefahren wird, wo neues im Rennen ausprobiert wird, wo überraschendes passiert, gerade weil man Auto und Teile noch nicht auswendig kennt. Das kann man nicht erzwingen, schon klar. Aber mit DRS und den Reifen hat zumindest eine Möglichkeit zu finden auf einer fairen Basis mehr Wettkampf zu fördern (denn es sagt ja niemand, dass der Überholte nicht auch wieder überholen kann). Selbst wenn das "künstlich" ist, weil wir wissen, woher die Chance kommt.
Und wenn der 1.6er Motor dazu führt, dass man daran frei entwickeln kann, dann bin ich dafür. Nicht weil er sparsamer sein soll. Von mir aus kann er 50l Benzin schlucken auf einer Runde, wenn es dafür sorgt, dass man spannende Strategien und Entscheidungen sieht.
Die Vettel-Strategie in Monaco war spontan aus der Situation heraus geboren und das führte zu einer spannenderen Schlussphase. Ich will, dass die Teams öfters dazu die Möglichkeit haben und die Notwendigkeit spüren in diesem Grenzbereich zu spielen. Die Reifen sind ein guter Anfang.
PS. Wow, das ist laaang geworden.
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