Also fasse ich mich kurz: Die Eintracht hatte ihre Chancen, gute sogar, die sie leider nicht hat nutzen können, die Bayern waren, wie so oft in den letzten 200 Jahren, im entscheidenden Moment cleverer, und deshalb hat die Eintracht gegen die Münchner so verloren, wie es jedes andere Team in Deutschland irgendwann in der Vergangenheit auch schon getan hat und natürlich auch in Zukunft immer wieder tun wird.
Tja, und obwohl ich mir das unmittelbar nach Spielschluss genau so zum Trost selber laut und deutlich erklärt habe, war da immer noch was, was in mir das Gefühl der Ungerechtigkeit nicht verstummen ließ, und ich glaube, ich weiß auch, was es war: die völlig uneuphorischen Gesichter der Bayern-Verantwortlichen und das aufgesetzte Jubelverhalten der Spieler nach dem Schlusspfiff. Diese gelangweilte Unaufgeregtheit!
Und auch wenn Uli Hoeneß beim Interview mit gut gewählten Worten genau dies zu verhindern versuchte: Dieser komplette Verein (außer Oliver Kahn, dem echt einer abgegangen ist!) machte auf mich den Eindruck von verwöhnten Kindern, die sich über das superschöne Geschenk zu Weihnachten nicht mehr freuen können, weil sie schon zu viele davon daheim im Schrank haben.
Das fand ich das Bedauerlichste an diesem Abend.
Denn die Frankfurter »Kinderschar« hätte sich bei einer solchen Gabe überschlagen vor Freude, und zwar auf allen Ebenen! Was die Fans dort an Stimmung veranstaltet haben, hat es seit Jahren nicht mehr bei einem Pokalfinale gegeben, und insgesamt hat die Eintracht mit allen Beteiligten diesen Abend hervorragend genutzt, ihr sowieso schon wieder gestiegenes Ansehen weiter aufzupolieren.