Wie lange kann ein Fußballprofi spielen? Bis 35/36? Danach ist Schluss, unwiederbringlich. Wenn er "Pech" hat, darf er zwei jahre vorher in der 2. oder 3. Liga sein Geld verdienen, bis er endgültig aussortiert wird. Und keiner weiß, was danach kommt. Wieviele fallen nachher "durchs Raster" weil sie dann nicht mehr klarkommen, da sie nix anderes gelernt haben? Das bedeutet, dass in der kurzen Zeit, die ihnen bleibt, möglichst viel aus ihrem Körper und ihren Möglichkeiten machen müssen, was nicht nur Talent, sondern auch unglaubliche Disziplin und Selbstbeherrschung erfordert. In der Konsequenz heißt das: mitnehmen was geht, denn es wird einem in diesem Geschäft nix geschenkt, von niemandem. Speziell dann, wenn auch größere sportliche Herausforderungen wie etwa Juve (Diego) oder bayern (Gomez) geboten werden, denn da kann man auch persönlichen Ehrgeiz "befriedigen". Treue zum Verein bringt einem Spieler im Zweifel gar nichts, den Trainern ebenso wenig, wenn sie sich nachher in den Allerwertesten beißen, weil sie ein erstklassiges, und v.a. einmaliges Angebot haben verstreichen lassen (Lars Ricken *hust*). Ferner wird dann einem Trainer vom verein gekündigt (weil dieser es mit der Treue nur so lange genau nimmt, wie der Spieler seine Leistung oder der Trainer Erfolge bringt), weil die ungeduldigen Fans das Stadion einzureißen drohen, und steht dann u.U. für zwei bis drei Jahre ohne Job da.
Wie war das etwa, als Leverkusen Skibbe feuerte, weil seine Mannschaft in den letzten paar Spielen die CL- und UEFA-Cup-Teinahme verzockte? War da Treue zum Trainer zu sehen, der mit einer sehr jungen Mannschaft gerade im Aufbau begriffen war? Was machte man danach? Man holte Labbadia aus seinem Vertrag in Fürth, natürlich ohne Gewissensbisse.
Und den Jol Wechsel verstehe ich a) die verlorenen Spiele gegen Werder und deren Nachwirkungen schwingen sicherlich noch nach b) Jol hat Geld gefordert für Spieler Verstärkungen was er nicht bekommen hat.
Joar, Labbadia bekommt von Hamburg auch mehr geboten, Daum (der sich dort immer wohlgefühlt hat) kann in istanbul sportlich auch mehr reißen, mit mehr Geld. Welchen Unterschied macht das also? Es ist alles eine Frage der vorgeprägten Sympathie, Stichwort "Koksnase" (und allem, was man da sonst noch hinterwirft), ich sehe alle Fälle unter dem Aspekt der Grundlagen dieses knallharten Geschäfts.