Der erhobene Zeigefinger

. Kleine Ratschläge.
Der gymnasiale Teil ab 11. Klasse ist eigentlich mehr Eigenstudium als Frontalunterricht.
Selbst wenn man alles auswendig lernt, was der Lehrer je verzapft hat, so wird man in den letzten Abiturprüpfungen eher mit einer Drei rausgehen. Denn um mehr zu erlangen, wird der assoziative Teil gefordert. Ein bisschen Glück ist dabei, vor allem in der mündlichen Prüfungen, bei denen je nach Lehrer das ein oder andere krumm genommen wird (inhaltlich als auch allgemeines Auftreten). Sprachen sind besonders fatal, da die Literatur einfach zu weitreichend ist, um alles gelesen zu haben.

Nicht umsonst studiert man Germanistik. Wenn man z.B. ein Gedicht eines unbekannten Autors bekommt und gefragt wird, von wem dieses Traktat denn nun stammen könnte, natürlich mit Begründung, dann kann man sich schön blamieren. Man muss die Präferenzen der Lehrer auch erahnen können und dann zur nächstbesten Uni-Bibliothek laufen und die "Gedichtbände" der vom Lehrer bevorzugten Autoren mindestens einmal querlesen.
Wenn es an Mathematik scheitert, so setze dich mit irgendeinem Matheprofi zusammen.
Das Fach kann zugegeben schon ziemlich lehrerabgängig sein und man baut schnell Aversionen auf. Dann schaltet man irgendwann ab und hofft, dass es irgendwann ein Ende hat.
Aber gerade in Mathe kann man am einfachsten glänzen: Arbeite vor, versuch den Lernstoff schon vorher zu begreifen. Dann kommt weniger Frustration auf, wenn der Lehrer sich zum 10. Mal an der Tafel selbst verrechnet hat bzw. verkehrtes Vorzeichen etc. pp. Dann kann man sich eher über ihn lustig machen anstatt wahnsinnig zu werden. Auch beliebte Methode: Sich die Lösungen des Lehrbuchs besorgen. Bei den höheren Klassenstufen/Schulabgängern anfragen. Dann kann man viel leichter vorarbeiten und bei schwierigen Aufgaben sich mal zur Tafel bewegen. Das ist so grob das, was ich Dir fürs Abitur auf den Weg geben kann. Das Abitur ist noch einfach. Keine Panik. Beim normalen Studium kann man vom Professor/Prüfer immer fertig gemacht werden, wenn der einen nicht mag. Aber davon handelt das Thema nicht
Zur Bundeswehr. Die Offizierslaufbahn einzuschlagen wäre vor zehn Jahren noch deutlich einfacher gewesen. Es wird auch hier sehr stark gesiebt und man wird unter irrationalen und fadenscheinigen Begründungen nicht genommen. Vor allem ist die Bundeswehr knapp bei Kasse und jeder Offizier geht insbesondere durch Auslandseinsätze und das Studium an den Bundeswehruniversitäten oder auch normalen Hochschulen schnell ins Geld. Und die armen staatlichen Rentenkassen

erst. Von denen redet keiner.
Ausserdem gilt hier ganz im Gegenteil, je gebildeter man ist, desto besser. Bei den Eignungsprüfungen geht es z.B um politische Bildung. Man sollte zumindestens alle aktuellen Staatsminister und deren Vorgänger ohne zu zögern wissen, dann wie unser Staatssystem aufgebaut ist etc. pp. Dann gibt es noch eine Ethik/Moral Prüfung. Nach dem Motto, was tun wenn, mit Hintergrund auf die aktuelle Gesetzeslage. Dann kommt noch die körperliche und geistige Fitness (Physis und Psyche) dazu und ob der "Gutachter" dich überhaupt für fähig hält. Der letzte Punkt ist mit der wichtigste. Beispiel: 10 Kandidaten werden pro Tag getestet. 2 können nur genommen werden. Alle wären aber geignet. Du verstehst das System. Angebot an Offiziersausbildungsplätzen und Nachfrage bestimmen deine Chance grundlegend.
Bevor Du dich also an diesen Gedanken klammerst, zur Bundeswehr zu wollen, solltest Du dich schon jetzt bemühen, den Herausforderungen gerecht zu werden: An das polizeiliche Führungszeugnis denken und dich so fit halten, dass Du dir ja kein Zipperlein einhandelst und hoffen, dass du bis dahin keine Brille brauchst.
Zum Schluss: Privatschulen und Internate sind nicht unbedingt besser. Es kann natürlich alles einfacher sein, wenn einem der Lehrstoff in geordneten Bahnen ohne Unterrichtsausfälle mit engagierten Lehrern und kleinen Klassen vermittelt wird. Besonders in den schwierigen pubertären Klassenstufen hilft das ungemein. Internate "bieten" dazu noch etwas strengere Regeln, so dass man in bestimmter Weise charakterlich geprägt wird (negativ oder positiv). Das normale Gymnasium ist insofern deswegen das schwierigste Schulsystem, da man eigenständig aus dem Gebotenen das beste machen muss. Diese Freiheit ist für den einen ein Segen für den anderen eine Qual. Eine grosse Klasse bedeutet auch einen gewissen Schutz, seine Hausaufgaben mal nicht zu machen oder zum Ende eines Schuljahres soviel Bonuspunkte gesammelt zu haben, dass einen der Lehrer eh nicht mehr hören will und die vermeintlich schwächeren Schüler nur noch auffordert oder man geht in der Masse unter. Wenn Du das Lehrbuch schon nach ein paar Tagen nach Schuljahresbeginn gelesen hast, dann hat man schon einmal das Gröbste getan, um schon viel "Wissen" zu zeigen. Dann studiert man die Lehrerschaft noch für ein paar Stunden und erweitert sein Wissen dann mit der "Lehrmeinung" des Paukers, um die entsprechenden Arbeiten abzuliefern.
Ich will es noch einmal betonen. Das Gymnasium ist vorgesehen, um dich auf ein Studium vorzubereiten. Dazu soll es eigenes Engagement fördern und nur deswegen gab es eine 13.te Klassenstufe. Du musst also vorarbeiten und nicht nacharbeiten. Sobald Du das offizielle Lehrbuch in der Hand hast, guckst Du Dir es an. Du kannst und sollst Dich auch nicht auf den Unterricht und die Lehrer verlassen. Dies wird leider durch den Frontalunterricht vergessen. In anderen Ländern wird man mit weit, weit geringer Allgemeinbildung auf die Universitäten losgelassen und dort gibt es im Extremfall nur noch sehr engagierte oder sehr reiche Kommilitonen. Wenn es nur Mathematik ist, dürfte Dir das Abitur gar keine Probleme bereiten, denn Du hast noch zig andere Fächer, die alle in die Gesamtnote miteingehen.
Aber ich will auch nicht bestreiten, dass es Schulen gibt, in die man besser nie gegangen wäre, bei der Gewalt und Drogenmissbrauch an der Tagesordnung stehen.