2/12 QNAP TS-109/TS-209 Pro II im Test : Treffen der Generationen

, 43 Kommentare

Hardware

Wie viele andere NAS-Server setzt auch der TS-109 Pro II auf eine integrierte Lösung mit installiertem Embedded-Linux. Er basiert auf dem Marvell 5182 System-on-Chip (SoC), der mit 500 MHz getaktet ist und das Herzstück des Systems bildet. Anders als beim TS-409 Pro setzt QNAP somit nicht auf den bereits bekannten Marvell 5281, welcher ebenfalls mit 500 MHz getaktet ist, darüber hinaus jedoch über eine Floating Point Unit (FPU) verfügt. Die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Marvell 5182 ist somit langsamer als die des 5281. Um die Geschwindigkeit der TS-109/209-Serie dennoch zu beschleunigen, bietet QNAP eine Schreibcache-Funktion an, welche in den Einstellungen ein- bzw. ausgeschaltet werden kann. Hierbei wird der Arbeitsspeicher als Festplatten-Cache genutzt. Da diese Funktion jedoch viel Arbeitsspeicher beansprucht, kann sie nur aktiviert werden, wenn die Funktionen MySQL, Download Station und Surveillance Station deaktiviert sind, die ihrerseits ebenfalls viel Arbeitsspeicher benötigen. Darüber hinaus besteht bei aktiviertem Schreibcache bei einem Stromausfall die Gefahr des Datenverlustes. Inwiefern der Marvell 5182 somit zusammen mit den 256 MB DDR2-RAM und 8 MB Flash-Speicher schnell genug ist, um Daten rasant über die Gigabit-Ethernet-Schnittstelle zu schicken, werden die Tests zeigen müssen – gerade im Vergleich zum TS-109 mit lediglich 128 MB RAM und de- bzw. aktiviertem Schreibcache.

Neben diesen inneren Werten verfügt der TS-109 Pro II über drei USB2.0-Schnittstellen (1x vorne, 2x hinten) und einen eSATA-Anschluss, um Daten beispielsweise von oder auf externe Festplatten, USB-Sticks oder Kameras zu übertragen, oder um einen Netzwerk-Drucker anzuschließen. Da der QNAP TS-109 Pro II ebenso wie alle anderen NAS-Server von QNAP in seiner Grundkonfiguration ohne Festplatten ausgeliefert wird, muss der Benutzer selbst entscheiden, welche Festplatte er in das Gerät einsetzen möchte. Maximal kann jedoch ein Terabyte im System untergebracht werden. Bis zu zwei Terabyte sind maximal über eine Erweiterung über die USB- oder eSATA-Schnittstellen möglich. QNAP bietet als Unterstützung eine Liste mit getesteten Festplatten an, wobei diese keinen Anspruch auf Vollständigkeit hat. Mittlerweile finden sich auf dieser Liste sogar erste Modelle von Samsung, welche wir beim letzten Test noch schmerzlich vermissten, da Festplatten von Samsung in Taiwan nicht käuflich zu erwerben sind. Nun hat QNAP aber offenbar einen Weg gefunden, um auch Festplatten von Samsung in die Kompatibilitätsliste aufnehmen zu können.

Hardware-Spezifikationen des TS-109 Pro II
Komponente Ausführung
Prozessor Marvell 5182, 500 MHz
LAN 1x 10/100/1000 Mbit/s
RAM 256 MB DDR2, 8 MB Flash
S-ATA 1x Serial-ATA I/II (bis zu 1 TB)
Lüfter keine
Netzteil 36 Watt (extern)
USB 3x USB2.0
eSATA 1x eSATA
Umgebungstemperatur 0 – 35 °C
Umgebungsfeuchtigkeit < 95 %
Maße (H x B x T) 182 x 60 x 210 mm
Gewicht ca. 1,2 kg (Leergewicht)

Wie bei den anderen Netzwerkspeichern von QNAP ist auch beim TS-109 Pro II das Netzteil nicht direkt in das System integriert, sondern liegt dem Lieferumfang als externes Universal-Netzteil mit einem Verbrauch von maximal 36 Watt bei. Im Gegensatz zum Netzteil des TS-409 Pro, welches jedoch auch bis zu 96 Watt liefert, fällt die Größe des mitgelieferten Netzteils beim TS-109 Pro II angenehm klein aus.

Blick von Außen

Äußerlich fällt sofort das Aluminium-Design des TS-109 Pro II auf, welches eingesetzt wird, um eine lüfterlose Konstruktion zu ermöglichen. Die gesamte Wärme des Systems und der verbauten Festplatte wird somit über das Aluminium-Gehäuse des TS-109 Pro II abgeführt. Einzige Lärmquelle stellt somit die Festplatte dar, weshalb der Käufer, sofern er Wert auf eine leise Umgebung legt, bei dieser besonderes Augenmerk auf die Geräuschentwicklung legen sollte. Welchen Vorteil der TS-109 Pro II schlussendlich aus diesem Design ziehen kann, werden wir im Zuge unserer Lautstärkemessungen klären.

QNAP TS-109 Pro II
QNAP TS-109 Pro II

Durchbrochen wird das Aluminium-Design des TS-109 Pro II lediglich an der Vorder- und Rückseite. An der Front findet sich eine LED-Status-Leiste nebst USB-2.0-Anschluss sowie Kopiertaste und Power-Knopf. Die LED-Leiste beinhaltet Anzeigen für den USB-Port, den Status des Systems, die Festplatte, den eSATA-Anschluss, den LAN-Anschluss sowie den Stromanschluss. Beim Zugriff auf eine Komponente blinkt die entsprechende LED. An der Rückseite des TS-109 Pro II finden sich zwei USB2.0-Anschlüsse, ein eSATA-Anschluss, ein LAN-Anschluss, ein Reset-Button, ein Stromanschluss, eine Halterung für das Stromkabel sowie ein Diebstahlschutz-Lock. An der Unterseite der beiden Standfüße befinden sich Gummierungen, welche einen festen und gedämmten Stand ermöglichen.

Das Gehäuse des Systems ist an der Rückseite mit zwei Schrauben fixiert. Löst man diese, kann das in der Mitte geteilte Gehäuse auseinandergeschoben werden, um die Festplatte einzusetzen. Gleichzeitig wird der Blick ins Innere offenbart.

Auf der nächsten Seite: Blick ins Innere