3/8 Zalman VF-3000 im Test : Neuer Grafikkarten-Kühler mit einigen Schwächen

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Zalman VF-3000 im Detail

Mit dem VF-3000 führt Zalman die hauseigene Reihe der bisher durchaus gelungenen Retail-Kühler für Grafikkarten fort. Im Gegensatz zur CPU-Kühlung stellt sich die VGA-Kühlung aufgrund der Vielzahl unterschiedlicher Karten, Generationen und PCB-Designs als sehr kniffelige Kompatibilitätsaufgabe für die Hersteller dar.

Zalman geht dabei kein großes Risiko ein, verzichtet auf umfangreiche Kompatibilitätstests und -Listen und unterstützt offiziell nur eine Hand voll aktueller Beschleuniger. Dabei ist eine Montage der Kühler auf einer deutlich größeren Anzahl von Grafikkarten möglich, denn sowohl der VF-3000N als auch der VF-3000A verfügen über Bohrlochabstände mit verschiedenen Diagonalabständen, wie sie in den letzten Jahren bei ATI und Nvidia üblich waren, sodass auch ältere VGA-Generationen grundsätzlich bedient werden können.

Zalman VF-3000A und N
Zalman VF-3000A und N
Zalman VF-3000A und N
Zalman VF-3000A und N
Verspiegelter Kupferboden
Verspiegelter Kupferboden

Zalmans VF-3000 ist ein klassisch gestalteter Hybridkühler mit kupferner, spiegelnd polierter Wärmeaufnahme und einem üppigen Radiator aus insgesamt 112 Aluminiumlamellen, die in etwa 1,5 Millimetern Abstand zueinander aufgereiht wurden. Fünf 6-mm-Heatpipes durchziehen die Lamellen und verteilen die Wärme von der Basis. Die Position der Cu-Kontaktfläche zur GPU unterscheidet sich dabei zwischen Nvidia- und ATi-Version. Dies ist, abgesehen vom Zubehör und der abweichenden Farbgebung der Lüfterabdeckung, der einzig markante Unterschied zwischen den beiden VF-3000-Varianten.

Einziger Unterschied – die Position der Wärmeaufnahme
Einziger Unterschied – die Position der Wärmeaufnahme

Qualitativ sind die südkoreanischen Entwicklungen leider nicht ganz ihrem Preis entsprechend. Sowohl Materialwahl als auch Anmutung und Robustheit werden einem Kühlprodukt der gehobenen Preisklasse nur bedingt gerecht. Prolimatech- oder Thermalright-Sprösslinge spielen hier in einer anderen Liga.

Bauteilkühlung für ATI
Bauteilkühlung für ATI
Rückseitige Verschraubung
Rückseitige Verschraubung
Viel überbauter Platz bei beiden Modellen
Viel überbauter Platz bei beiden Modellen

Die Belüftung der VGA-Kühler wird von je zwei 92-mm Ventilatoren mit 15 mm Bauhöhe übernommen, die ihre Stromversorgung über einen herkömmlichen 3-Pin-Lüfteranschluss sicher stellen. Mit transparenten Rotorblättern ausgestattet, untermalen sie ihren Betrieb durch ein stimmungsvoll kühl-blaues LED-Licht.

Auch das kann jedoch nicht über das unakzeptabel laute Betriebsgeräusch bei etwa 3.000 U/min Maximaldrehzahl, das sich weit entfernt von der beworbenen Silent-Tauglichkeit darstellt, hinweg täuschen. Auch bei minimaler Drehzahl wird der VF-3000 Lautlos-Liebhabern kaum ein Lächeln abringen können, denn in Anbetracht der unteren Drehzahlgrenze von 800 bis 900 U/min sind die Zalman-Kreationen in jeder Lebenslage akustisch wahrnehmbar. Die Regulierung kann dabei sowohl über die mitgelieferte Fan-Mate- als auch über eine beliebige Drittherstellersteuerung realisiert werden.

Passt nicht: Nvio-Kühler für Nvidia
Passt nicht: Nvio-Kühler für Nvidia
Bauteilkühlung auf GTX285
Bauteilkühlung auf GTX285
Zalman VF-3000N und A
Zalman VF-3000N und A

Die Montage der VF-3000-Boliden gestaltet sich grundlegend unkompliziert. Nach dem Entfernen des Originalkühlers und dem gründlichen Reinigen der meist sehr schmierigen Kontaktflächen, am besten mit Reinigungsalkohol, wird zunächst die Peripherie ausgestattet. Die RAM-Bausteine werden mit den sehr kleinen Aluminiumbausteinen beklebt, die Spannungswandler mit den Spezialkühlern bestückt. Das klappt eigentlich ganz gut, wäre da nicht der Nvidia-Nvio-Chip unserer GTX285 OC respektive der im Vergleich zum Referenzdesign etwas knappere Freiraum um diesen herum. So verhindern umliegende Bauteile durch Kollision das Anbringen des entsprechenden Zalman-Nvio-Passivkühlers (schwarz im oberen Bild), da dieser enorm ausladend konzipiert wurde. Wie man es besser macht, zeigt beispielsweise Scythe mit seinem Pendant des Kühlkörpers (silbergrau im oberen Bild, aus Setsugen-Zubehör), den wir ersatzweise in der Folge verwenden müssen.

Die übrige Montage geschieht ohne Auffälligkeiten. Nachdem die Kühler mit den Montagebolzen und Isolierringen ausgestattet und die Grafikchips mit Wärmeleitpaste benetzt wurden, werden die PCBs eingefädelt und rückseitig mit Hilfe von Federn und Daumenmuttern alternierend fixiert. Werkzeug kommt dabei nicht zum Einsatz.

Die Zalman VF-3000 verdecken mit ihrer Bauhöhe von 51 Millimetern zwei zusätzliche Steckkarten-Slots, sind also keine Platzökonomen. Zwischen Grafikplatine und Kühlkörper besteht ein Freiraum von etwa elf Millimetern für Elektro- und Kühlbauteile.

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