17/22 Audiostreaming im Test : Mit Teufel und Sonos Musik im ganzen Haus

, 90 Kommentare

Klangeindrücke

An dieser Stelle sollen die Hörerfahrungen des Testers beschrieben werden, die sich in der mehrwöchigen Testphase herauskristallisierten. Da die Beschreibungen höchst subjektiv sind und sich auch der Hörgeschmack verschiedener Personen in aller Regel unterscheidet, sollen hierin nur Ansatzpunkte für die Entscheidungsfindung gesehen werden. Es ist immer am besten, Lautsprecher in den eigenen vier Wänden selbst zu hören.

Als Referenz für alle Klangtests diente ein Stereopaar Nubert NuLine 32, unterstützt durch den Subwoofer Nubert AW-1000, an einem Onkyo TX-SR 606 Mehrkanal-Receiver. Die Abstimmung erfolgt neutral, sowohl was das Referenzsystem als auch was die Testprobanden anbetrifft.

Raumfeld Speaker M

Auf den vorangegangenen Seiten haben wir dem Teufel Raumfeld Speaker M ein HiFi-typisches Design attestiert. Das sorgt für Gefälligkeit in den meisten Einrichtungssituationen, lässt aber die Frage offen, ob Teufel optisch nicht zu viel verspricht. Darum ist auch zu fragen: Kann der klangliche Eindruck mit dem optischen gleichziehen? Ist es wirklich möglich, mit den Raumfeld-Geräten eine komplette HiFi-Anlage zu ersetzen? Ja, es geht.

Teufels Speaker M ist im wesentlichen ein „echter“ Lautsprecher mit einer ehrlichen Seele. Trotz seiner recht kompakten Abmaße weist ein Stereopaar des Speaker M eine enorme Pegelfestigkeit und Dynamik auf, die dem entspricht, was man in dieser Preisklasse (rund 600 Euro für ein Stereopaar) erwarten kann – und noch ein bisschen mehr bietet. Beim Hören stellt sich nie das Gefühl ein, es mit einem „gesoundeten“ Lautsprecher zu tun zu haben – im Gegenteil. Der Speaker M klingt grundehrlich vom respektablen Tiefgang bis hin zum klaren Hochtonbereich. Dabei stellt sich das 13-cm-Tiefmitteltonchassis als sehr potent heraus, wenn es um einen sauberen Mitteltonbereich geht. Dieser wird ohne Zurückhaltung und mit der notwendigen Tiefe und Breite wiedergegeben. Durch das potente Class-D-Kraftwerk im Rücken kommt der Speaker M dabei auch nicht ins Schwitzen, wenn man mit ihm Partylautstärke erreichen will und auch mal basslastige Musik auflegt. Zwar kommen die Kompakten nicht an den Tiefgang einer Standbox oder gar eines Subwoofers heran, für die Größe ist der Tiefgang aber sehr respektabel und für Musik fast immer ausreichend.

Das heißt konkret, dass man schon gemein sein muss, um den mittelgroßen Teufel-Lautsprechern ihre Grenzen aufzuzwingen. In Chris Jones' Titel der akustischen Wohltat und lautsprechertechnischen Grenzerfahrung – „No Sanctuary here“ (YouTube-Link) – können die Basspassagen natürlich nicht in ihrer ganzen Vielfalt inszeniert werden. Der Speaker M vermittelt aber immerhin einen glaubhaften Eindruck ihrer Präsenz und macht viel Lust beim Hören. Jones' Stimme wird exzellent herausgearbeitet und auch bei den Hintergrundsängern stellt sich Gänsehaut ein. Einzelne Instrumente lassen sich gut heraushören und werden gut auf der virtuellen akustischen Bühne verteilt.

Spaß hat man auch mit eher elektronischen Titeln wie jenen von Daft Punk, die das Duo speziell für die Fortsetzung des Nerd-Klassikers „Tron“ geschrieben hat. Ob bei der herrlich luftig wirkenden Wiedergabe von „Sea of Simulation“ oder der rhythmischen Darstellung von „End of Line“ – die Titel profitieren von dem vergleichsweise guten Bass und dem starken Mitteltonbereich, der nach oben hin durch einen feinen, aber nicht schrillen Hochton abgerundet wird. Teufels Speaker M erweist sich auch hier als Allrounder für ein großes Feld unterschiedlicher Musik.

Sonos Play:3

Beim Sonos Play:3 handelt es sich um den kleinsten dedizierten Lautsprecher im Sonos-Portfolio. Er ist dennoch ein ziemlich gutes Gegenstück zum Speaker M, da beide im Paar etwa gleich teuer sind. Das war es dann im Wesentlichen aber mit den Gemeinsamkeiten. Sowohl Formfaktor als auch Chassisbestückung unterscheiden sich deutlich und das hört man auch. Während sich zwar nicht sagen lässt, dass der Play:3 schmächtig oder gesoundet klingt, merkt man doch, dass es ihm vor allem untenrum an Volumen fehlt. Bässe sind nicht so konturiert wie bei Teufels Speaker M.

Etwas überraschend ist hingegen, dass es der Play:3 ein ums andere Mal fertig bringt, den Ton gut vom Lautsprecher zu lösen. Im Intro des Albums „Songs in a Minor“ von Alica Keys, „Piano and I“, folgt etwa der sehr gut in Szene gesetzten Stimme von Alicia Keys eine sehr räumlich wirkende Darstellung des Pianos und der Hintergrundsängerinnen. Diese räumliche Breite wird allerdings nicht erreicht, wenn man von einem Play:3 verlangt, Stereoton möglichst differenziert für jeden Kanal wiederzugeben. Das schafft der Lautsprecher nämlich weitgehend nicht. Das wäre strenggenommen aber auch überraschend, sitzen die Chassis doch dicht beieinander. Über die Sonos-Steuerung lässt sich die Balance auch eines einzelnen Lautsprechers regeln, was aber ebenfalls keinen sehr ausgeprägten Eindruck von „links“ und „rechts“ vermittelt.

Hat man sich mit „mono“ dann allerdings abgefunden, klingt der Play:3 durchaus rund. Der Hochton ist nicht spitz, die Mitten präsent und der Bass ist immerhin noch ordentlich. Für letzteren sollte man allerdings die „Loudness“-Option im Sonos-Menü aktivieren, da sonst vor allem der Bass sehr flach wirkt. Sonos scheint den Fokus der Wiedergabe auf einen sehr harmonischen Gesamteindruck gelegt zu haben. Im Sting-Klassiker „Fields of Gold“ etwa wird eine hohe Glaubwürdigkeit des Gesangs dadurch erreicht, dass die instrumentale Begleitung etwas in den Hintergrund gerückt wird. Der Hochtonbereich bleibt gerade so präsent, damit der Play:3 insgesamt nicht dumpf wirkt, will damit aber auch nicht besonders brilliant sein. Ein ähnlicher Eindruck stellt sich auch bei Peter Fox' Titel „Stadtaffe“ vom gleichnamigen Album ein. Während der Seeed-Frontmann sauber konturiert abgebildet wird, werden ein paar Details im Hintergrund verschluckt und alles wirkt gedrängter. Wenn man sich aber nicht hauptberuflich in Detailverliebtheit verliert, gefällt diese Abstimmung insgesamt durchaus, weil man so auch über längere Zeit entspannt hören kann. Für jene, die jede akustische Einzelheit in der Wiedergabe herausgeschält haben wollen, empfiehlt sich der Play:3 aber nicht – vermutlich ist das auch gar nicht Sonos' Anspruch.

via Stereoanlage

An dieser Stelle wollen wir es kurz machen: Weder mit dem Raumfeld Connector noch mit dem Sonos Connect gab es Probleme in Verbindung mit der verwendeten Stereoanlage. Die Audio-Ausgabe sowohl über die digitalen Ausgänge als auch über analoge Wege war stets einwandfrei. Es kam auch hier zu keinen Verbindungsabbrüchen und die Wiedergabe erfolgte synchron zu den anderen Teufel/Sonos-Geräten.

Durch die hohe mögliche Qualität der nutzbaren Quelldateien kann man bei beiden Herstellern ohne Bauchschmerzen auch eine ausgewachsene HiFi-Anlage anschließen. Beim Abspielen unterschiedlichster, verlustfrei aufgezeichneter Flac-Dateien konnte während unseres Tests jedenfalls kein Unterschied zur Zuspielung gegenüber einer CD oder DVD festgestellt werden.

Auf der nächsten Seite: Weitere Praxiserfahrungen