5/9 Silentmaxx Eco-Silent Pro 550W im Test : Semi-passive, 80Plus-Gold

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Messungen

Effizienz

Den Wirkungsgrad bestimmen wir in vier üblichen Szenarien mit 10, 20, 50 und 100 Prozent Belastung. Zunächst simulieren wir dabei einen Betrieb im nordamerikanischen 115-Volt-Stromnetz. Diese Werte sind für unsere Leser zwar wenig praxisrelevant, aber perfekt geeignet, um zu prüfen, ob ein Netzteil zu Recht das 80Plus-Zertifikat trägt. Die anschließenden Messungen mit den in Europa üblichen 230 Volt Eingangsspannung dienen der eigentlichen Bewertung des Wirkungsgrads des Probanden.

Beim Wirkungsgrad erreicht das Silentmaxx Eco-Silent Pro 550W Start-Stop durchwachsene Ergebnisse: Im 115 Volt Netz verfehlt das Netzteil die Vorgaben der 80Plus-Gold-Siegels bei 50 und 100 Prozent Belastung. Während die Abweichung bei 50 Prozent mit knapp einem halben Prozentpunkt überschaubar ist und innerhalb der Messtoleranz liegt, ist eine Unterschreitung um 1,3 Prozentpunkte bei Volllast inakzeptabel.

Dass wir das Netzteil nicht deutlicher abstrafen, liegt an der wirklich überragenden Effizienz bei geringer Last. Unterhalb von 20 Prozent Belastung kann unser Proband einen neuen Wirkungsgrad-Rekord aufstellen und weist selbst Platin-Netzteile klar in die Schranken. Anders als die Mehrheit der Netzteile erreicht der Silentmaxx-Spannungswandler bereits bei 20 Prozent Last den maximalen Wirkungsgrad. Da die meisten Computer viele Stunden ohne Last laufen, gelegentlich zum Spielen verwendet werden, aber nur sehr selten echte Volllast anliegt, weil Furmark, OCCT und Co. abseits der Hardware-Redaktionen im Alltag kaum verwendet werden, stufen wir die Effizienz des Silentmaxx Eco-Silent Pro 550W Start-Stop insgesamt als zufriedenstellend ein und verwarnen den Hersteller lediglich für den 80Plus-Patzer.

Selbstverständlich haben wir wie immer bei überraschend schlechten Effizienzwerten ein Vergleichsmuster beschafft. Die hier bewerteten Werte sind die Ergebnisse des Vergleichsgeräts, das erste Testmuster liegt bei mittlerer Last etwa 0,2 Prozentpunkte schlechter.

Leistungsfaktorkorrektur (PFC)

Ein PC-Netzteil verhält sich im Stromnetz anders als gewöhnliche (ohmsche) Lasten wie zum Beispiel eine Glühlampe. Die Phasenverschiebung der Stromaufnahme zur Spannung bedeutet, dass neben der Wirkleistung sogenannter Blindstrom entsteht. Dies führt zum einen zu einer höheren gemessenen Scheinleistung, zum anderen zu einer Belastung für das Stromnetz. Ein Messwert von "1" an dieser Stelle würde bedeuten, dass das Netzteil sich perfekt verhält und kein Blindstrom entsteht. In der Realität werden immer geringere Ergebnisse gemessen. Verbraucher bezahlen in Deutschland übrigens in der Regel lediglich die Wirkleistung. Diese und alle folgenden Messungen werden mit 230 Volt Eingangsspannung durchgeführt.

Die Leistungsfaktorkorrektur des Probanden arbeitet weit unterdurchschnittlich. Die magischen 99 Prozent Leistungsfaktor bei Volllast werden meilenweit verfehlt, insgesamt liegen die Ergebnisse weit abgeschlagen von den in dieser Disziplin führenden Netzteilen. Da Verbraucher in Deutschland jedoch lediglich für die aufgenommene Wirkleistung bezahlen, ist dies für die meisten Entscheider sekundär.

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