LG G2 Mini im Test : Das Topmodell G2 auf Diät

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LG G2 Mini im Test: Das Topmodell G2 auf Diät

„Minis“ erfreuen sich großer Beliebtheit: Während Hersteller wie Samsung und HTC seit Längerem derart bezeichnete Ableger ihrer Flaggschiffe im Portfolio haben, wagt sich LG erst jetzt mit dem G2 Mini in bisher unbeachtete Gefilde. Der Hersteller schlägt dabei einen ähnlichen Weg wie die beiden Konkurrenten ein und verringert die Ausstattung im Vergleich zum großen Bruder G2.

Geblieben sind LTE und das Konzept der rückwärtig verbauten Knöpfe, voraus hat das G2 Mini das aktuelle Android 4.4 ab Werk. Defizite gibt es hingegen bei Prozessor und Displayauflösung. Auch HTC und Samsung behielten Optik und Konzepte bei den jüngsten Miniaturen, dem Samsung Galaxy S4 mini und dem HTC One mini, bei, bieten aber eine schwächere Ausstattung als bei den Topmodellen.

Einen anderen Weg hat Sony eingeschlagen: Beim Sony Xperia Z1 Compact packt der Hersteller die geballte Rohleistung und Funktionsvielfalt in ein verkleinertes Gehäuse, so präsentiert sich das japanische Pendant als einziges unangetastet leistungsstark.

Inwieweit sich das G2 Mini zwischen den bekannten Konkurrenten aus dem „Mini“-Umfeld und im Vergleich zum Vorbild G2 positioniert, klärt unser Test.

Spezifikationen

Die nachfolgende Tabelle vergleicht die technischen Spezifikationen des G2 Mini mit den Konkurrenten Samsung Galaxy S4 mini, HTC One mini, Sony Xperia Z1 Compact als auch dem Vorbild LG G2.

LG G2 mini
Samsung Galaxy S4 mini
HTC One mini
Software:
(bei Erscheinen)
Android 4.4 Android 4.2
Display: 4,70 Zoll
540 × 960, 234 ppi
IPS
4,30 Zoll
540 × 960, 256 ppi
Super AMOLED
4,30 Zoll
720 × 1.280, 342 ppi
S-LCD, Gorilla Glass 2
Bedienung: Touch Touch
Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 400
4 × Cortex-A7, 1,20 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon 400
2 × Krait 300, 1,70 GHz
28 nm, 32-Bit
Qualcomm Snapdragon 400
2 × Krait 300, 1,40 GHz
28 nm, 32-Bit
GPU: Adreno 305
450 MHz
Adreno 305 Adreno 305
450 MHz
RAM: 1.024 MB
LPDDR2
1.536 MB
LPDDR2
1.024 MB
LPDDR2
Speicher: 8 GB (+microSD) 16 GB
Kamera: 8,0 MP, 1080p
LED, f/2,4, AF
8,0 MP, 1080p
LED, AF
4,0 MP, 1080p
LED, f/2,0, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 1,3 MP, 720p
AF
1,9 MP, 720p
AF
1,6 MP, 720p
AF
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Advanced
↓150 ↑50 Mbit/s
Ja
↓100 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
802.11 a/b/g/n
Wi-Fi Direct
Bluetooth: 4.0 Low Energy 4.0
Ortung: A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0, MHL, NFC, Infrarot Micro-USB 2.0, MHL
SIM-Karte: Micro-SIM
Akku: 2.440 mAh (9,30 Wh)
austauschbar
1.900 mAh (7,22 Wh)
austauschbar
1.800 mAh (6,66 Wh)
fest verbaut
Größe (B×H×T): 66,0 × 129,6 × 9,80 mm 61,3 × 124,6 × 8,97 mm 63,2 × 132,0 × 9,25 mm
Schutzart:
Gewicht: 121 g 107 g 122 g
Preis: 299 € ab 200 € 449 €

Design & Verarbeitung

Trotz der Namensgebung „Mini“ fällt der Bildschirm des Modells mit 4,7 Zoll verhältnismäßig groß aus, aufgrund der schmalen Ränder rund um das Display kann LG den großen Bildschirm im „kleinen“ Smartphone aber zumindest etwas kompensieren. Im Vergleich zum großen Bruder hat das G2 Mini 19 Gramm an Gewicht, rund 5 Millimeter Breite und 9 Millimeter Länge verloren.

LG G2 Mini im Test
LG G2 Mini im Test
Größenvergleich: LG G2 Mini / Google Nexus 5 / HTC One (M8)
Größenvergleich: LG G2 Mini / Google Nexus 5 / HTC One (M8)
Größenvergleich: LG G2 Mini / Google Nexus 5 / HTC One (M8)
Größenvergleich: LG G2 Mini / Google Nexus 5 / HTC One (M8)

Wie auch beim G2 besteht das Gehäuse des G2 Mini komplett aus Kunststoff. Die abnehmbare Rückseite hat ein geriffeltes Muster und liegt durch die abgerundeten Ecken sehr gut in der Hand, ist allerdings etwas rutschig. Die Spaltmaße des Akkudeckels sind sehr gering und rund um das Gehäuse gleichmäßig. Der Akkudeckel sitzt fest an seinem Platz, unter Kraftaufwand lässt sich der Rückseite allerdings ein Knarzen entlocken.

Trotz der guten Verarbeitung wirkt das Smartphone aufgrund des Kunststoffs und des geringen Gewichts von 121 Gramm weniger robust als etwa das One mini von HTC, das ein stabiles Aluminium-Gehäuse mitbringt. Auch beim G2 Mini folgt LG dem unkonventionellen Weg, sämtliche Knöpfe unterhalb der Kamera auf der Rückseite unterzubringen. Der am weitesten hervorstehende Power-Button hat einen präzisen Druckpunkt, der kurze Tastenhub der Lautstärkeregelung fällt im Vergleich etwas ab und überzeugt nicht vollends. Nach kurzer Eingewöhnungszeit lassen sich die drei Tasten auch blind schnell unterscheiden und bedienen.

LG G2 Mini im Test
LG G2 Mini im Test
LG G2 Mini im Test
LG G2 Mini im Test

Durch diese Konstruktion sind die seitlichen Ränder komplett frei und tragen durch ihren ebenen Verlauf zur guten Haptik bei. Auf der Unterseite befinden sich die Lautsprecher und der microUSB-Anschluss, gegenüber sind der Infrarot-Sender und der 3,5-mm-Klinkenstecker untergebracht.

Display

Der Namenszusatz „Mini“ soll allen voran Kompaktheit suggerieren, dennoch ist das Smartphone mit einem Bildschirm vom 4,7 Zoll relativ groß. Die Bildschirmauflösung beträgt trotz dieser Größe nur 960 × 540, somit erreicht das Display eine Bildpunktdichte von 234 ppi. Diese zeigt sich bei genauerer Betrachtung vor allem bei Grafiken, wie etwa Icons, und Texten als Wermutstropfen. Elemente wirken teils verfranzt und unscharf, mittlerweile bieten schon günstigere Smartphones wie das Motorola Moto G ein 720p-Display.

Aufgrund des verbauten IPS-Panels überzeugen die weiten Blickwinkel. Die Farben bleiben auch aus weiten Winkeln stabil und verblassen nur wenig, Texte bleiben leserlich. Auch die Farbdarstellung stellt uns insgesamt zufrieden, die Farben sind nicht übersättigt oder zu knallig, stellenweise wirken diese allerdings etwas blass.

LG G2 Mini im Test
LG G2 Mini im Test

Die Messwerte des G2 Mini fallen wiederum schwächer aus: Die maximale Helligkeit liegt mit 329 cd/m² nur im Mittelfeld und reicht bei starkem Lichteinfall nicht aus, um Lesbarkeit zu gewährleisten. Sehr ärgerlich: LG verzichtet, wie auch schon beim G Pro Lite Dual, auf eine automatische Helligkeitssteuerung. Dadurch muss der Nutzer je nach Situation stets selbst manuell nachjustieren, was Zeit kostet und stört. Der Kontrast ist mit 759:1 ebenso unterdurchschnittlich. Zudem fiel uns auf, dass das G2 Mini im Vergleich zu anderen Smartphones nochmals anfälliger für Fingerabdrücke ist.

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