Motorola Moto G (2015) im Test : Mehr Smartphone braucht kein Mensch

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Motorola Moto G (2015) im Test: Mehr Smartphone braucht kein Mensch

Motorola schickt die mittlerweile dritte Generation des Moto G ins Rennen um den Thron der Mittelklasse-Smartphones. Die Rezeptur hat sich über die Jahre nicht verändert: Man nehme Stock-Android, füge wenige raffinierte eigene Funktionen hinzu und kombiniere dies mit guter Hardware in einem ansprechenden Gehäuse. Der Preis fällt mit 229 Euro für die aktuelle Generation allerdings etwas höher aus, bisher verlangte Motorola stets 199 Euro für das Smartphone. Im Gegenzug hat Motorola aber auch an der einen oder anderen Stellschraube gedreht, um den Preis zu rechtfertigen.

Spezifikationen

Zu den Veränderungen gegenüber dem Vorjahr zählen der Tausch des System on a Chip vom Snapdragon 400 zum Snapdragon 410, eine Ausstattungsvariante mit 16 Gigabyte Speicher und 2 Gigabyte Arbeitsspeicher, neue Kameras mit 13 und 5 Megapixel sowie standardmäßig LTE und ein größerer Akku. Das Ganze verpackt Motorola in einem Gehäuse, das erstmals über den Moto Maker individuell gestaltet werden kann und das nach IPX7 gegen das Eindringen von Wasser geschützt ist.

Motorola Moto G (2015) Motorola Moto G (2014) Motorola Moto G
Software:
(bei Erscheinen)
Android 5.1
Android 4.4
Variante
Android 5.0
Android 4.3
Variante
Android 4.4
Display: 5,00 Zoll
720 × 1.280, 294 ppi
IPS, Gorilla Glass 3
4,50 Zoll
720 × 1.280, 329 ppi
LCD, Gorilla Glass 3
Bedienung: Touch
Status-LED
SoC: Qualcomm Snapdragon 410
4 × Cortex-A53, 1,20 GHz
28 nm, 64-Bit
Qualcomm Snapdragon 400
4 × Cortex-A7, 1,20 GHz
28 nm, 32-Bit
GPU: Adreno 306
400 MHz
Adreno 305
450 MHz
RAM:
1.024 MB
LPDDR3
Variante
2.048 MB
LPDDR3
1.024 MB
LPDDR2
Speicher: 8 / 16 GB (+microSD) 8 GB (+microSD)
8 / 16 GB
Variante
8 GB (+microSD)
Kamera: 13,0 MP, 1080p
Dual-LED, f/2,0, AF
8,0 MP, 720p
LED, f/2,0, AF
5,0 MP, 720p
LED, f/2,4, AF
Sekundär-Kamera: Nein
Frontkamera: 5,0 MP, 1080p
AF
2,0 MP, 720p
AF
1,3 MP, 720p
AF
GSM: GPRS + EDGE
UMTS: HSPA+
↓42,2 ↑5,76 Mbit/s
HSPA+
↓21,6 ↑5,76 Mbit/s
LTE: Ja
↓150 ↑50 Mbit/s
Nein
Variante
Ja
Nein
Variante
Ja
↓150 ↑50 Mbit/s
WLAN: 802.11 b/g/n
Wi-Fi Direct, Miracast
Bluetooth: 4.0 Low Energy
Ortung: A-GPS, GLONASS
Weitere Standards: Micro-USB 2.0
SIM-Karte: Micro-SIM
Micro-SIM, Dual-SIM
Variante
Micro-SIM
Micro-SIM
Akku: 2.470 mAh
fest verbaut
2.070 mAh
fest verbaut
Variante
2.390 mAh
fest verbaut
2.070 mAh (7,90 Wh)
fest verbaut
Größe (B×H×T): 72,4 × 142,1 × 11,60 mm 70,7 × 141,5 × 11,00 mm 65,9 × 129,9 × 11,60 mm
Schutzart: IPX7
Gewicht: 155 g 149 / 155 g 143 g
Preis: ab 133 € / 279 € ab 160 € / ab 117 € ab 110 € / ab 194 € / 199 €

Design & Verarbeitung

Das Gehäuse des neuen Moto G stellt eine Verbesserung in gleich mehrfacher Hinsicht dar. Die wichtigste Veränderung, die im Alltag eine entscheidende Rolle spielt, ist der IPX7-Schutz gegen das Eindringen von Wasser. Bis zu 30 Minuten darf das Smartphone in bis zu einen Meter tiefem Süßwasser verbringen. Relevant ist das im Alltag weniger beim Sprung ins Schwimmbecken, weil es unter Wasser nicht bedient werden kann, sondern bei Regen oder der Nutzung im Bad. Praktisch ist der Schutz auch, wenn Schmutz einfach unter fließendem Wasser beseitigt werden soll. Staub hält das Gehäuse allerdings nicht ab, der Schutz gilt ausschließlich gegen das Eindringen von Wasser.

Motorola hat aber auch an anderer Stelle praktische Raffinesse bewiesen und die Rückseite des neuen Moto G mit einem Querschliff versehen, damit das Smartphone besser, weil rutschsicher in der Hand liegt. Das Konzept geht voll auf, im direkten Vergleich mit dem Vorgänger fällt die Ergonomie klar besser aus. Mit 72,4 × 142,1 × 11,6 Millimetern und 155 Gramm ist das Moto G zwar weiterhin kein Smartphone der dünnsten oder leichtesten Sorte, Abmessungen und Gewicht werden aber gekonnt versteckt. Die Rundung der Rückseite sorgt wie schon bei der zweiten Generation des Moto G für eine komfortable Position in der Handinnenfläche.

Das dritte Moto G wollte Motorola aber nicht nur praktischer, sondern auch schicker gestalten. Dafür setzt das Unternehmen auf Akzente, die zwar wie Metall aussehen, aber gar keines sind. Dennoch macht das neue Chassis, das das Gorilla Glass 3 der Vorderseite und die Rückschale zusammenhält, mehr her als beim alten Moto G. Die neue Aufmachung erinnert eher an das teurere Moto X als an das günstigere Moto E, zumal auch Details wie die Tasten verbessert wurden: Der On-/Off-Schalter ist ebenfalls mit einem Querschliff versehen worden, sodass eine Verwechslung mit der Lautstärkewippe noch unwahrscheinlicher ist. Das Abziehen der Rückseite gelingt durch eine Kerbe jetzt ebenfalls besser, bisher diente die Micro-USB-Buchse als Hebel.

In Summe ist das Gehäuse deshalb in jeder Hinsicht eine klare Verbesserung, und wer will, kann über den Moto Maker weitere Veränderungen vornehmen. Im Einzelhandel gibt es stattdessen nur die langeweiligen Farben Schwarz und Weiß zu kaufen. Über den Moto Maker ist das Smartphone 20 Euro teurer, im Gegenzug lässt sich die Farbe von Rückseite und Akzenten selbst bestimmen. Für noch einmal 30 Euro mehr gibt es bunte Hüllen für das Moto G, weitere 30 Euro sorgen für einen Ausbau des Speichers auf 16 Gigabyte bei doppelt so viel Arbeitsspeicher.

Display

Unverändert vom Moto G 2 übernommen zu sein scheint das Display. Dieses ist nach wie vor fünf Zoll groß und löst wie im letzten Jahr mit 720 × 1.280 Bildpunkten auf. Auch der blickwinkelstabilen IPS-Technik ist Motorola treu geblieben.

Die große Veränderung gegenüber dem Vorjahr ist die Strahlkraft des Displays, die nach dem Rückgang im letzten Jahr jetzt an der Spitze des Motorola-Sortiments liegt. Mit maximal 474 cd/m² leuchtet das Display 36 Prozent heller als im letzten Jahr und 17 Prozent heller als jenes des ersten Moto G. Abgesehen von den OLED-Displays der letzten beiden Moto X liefert das Display auch den besten Kontrast ab. Dabei muss sich das Moto G noch nicht einmal vor der deutlichen teureren Konkurrenz verstecken.

Mit rund 7.300 Kelvin bei maximaler Helligkeit ist der Weißpunkt beim neuen Moto G kühler als noch im Vorjahr eingestellt. Am besten kalibriert war noch das Display des ersten Moto G, das mit 6.500 Kelvin sehr neutral abgestimmt war. Abgesehen von Apple und dem Fotomodus bei Samsungs OLED-Displays sind auf dem Markt aber keine ab Werk korrekt kalibrierten Displays mehr zu finden. Der Trend geht klar zu einer kühleren Abstimmung, bei der bei Weiß auch immer ein sehr sanftes Blau mitschwingt. Von einem Blaustich kann man beim Moto G aber keinesfalls sprechen.

Im Alltag spielt der minimal aus dem Rahmen fallende Weißpunkt keine Rolle, hier profitieren Nutzer klar von der höheren Helligkeit – besonders jetzt im Sommer. Mit rund 300 ppi auf fünf Zoll geht die Auflösung des IPS-Panels nach wie vor völlig in Ordnung.

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