Beebox, Brix und NUC im Test: Mini-PCs mit 3 Watt Leerlaufverbrauch im Vergleich

Volker Rißka
90 Kommentare
Beebox, Brix und NUC im Test: Mini-PCs mit 3 Watt Leerlaufverbrauch im Vergleich

Einführung

Mini-PCs sind klar im Kommen, ihre Leistung reicht für die meisten Anwendungsszenarien heutzutage aus. Nach Asus und MSI als Spätzünder zu Beginn des Jahres ist mit ASRock noch ein weiterer Hersteller auf das Boot gesprungen, um mit voller Fahrt ins Weihnachtsgeschäft zu segeln.

Für die Beebox getauften kleinen Computer setzt ASRock zum Markteintritt auf Intels SoC Braswell und damit die kleinste verfügbare Plattform. Im Test muss sich ASRocks Erstlingswerk gegen Intels eigene Variante NUC sowie Gigabytes vergleichbaren Brix beweisen, die alle drei in der Version ohne Speicher bereits im Handel verfügbar sind. Asus' VivoMini UN45 lässt hingegen noch auf sich warten.

Braswell ist Intels Einstiegslösung in 14 nm

Die Braswell-Plattform ist die neue Einstiegslösung für Desktop-PCs von Intel, sie folgt Bay Trail in diesem Segment. Der Nachfolger für Bay Trail in Notebook und Smartphone/Tablet ist wiederum Cherry Trail. Braswell und Cherry Trail sind im Grunde genommen jedoch identisch, nur für andere Einsatzgebiete, TDPs und Aufgaben ausgelegt. Aktuell umfasst das Portfolio an Braswell-CPUs vier Modelle.

Modell Kerne Cache CPU-Takt/
mit Turbo
Grafik (EUs) Grafiktakt/
mit Turbo
DDR3 TDP
Pentium N3700 4 2 MB 1,6 / 2,4 GHz 16 400 / 700 MHz 1600 6 W
Celeron N3150 4 2 MB 1,6 / 2,08 GHz 12 320 / 640 MHz 1600 6 W
Celeron N3050 2 2 MB 1,6 / 2,16 GHz 12 320 / 600 MHz 1600 6 W
Celeron N3000 2 2 MB 1,04 / 2,08 GHz 12 320 / 600 MHz 1600 4 W

Zwei bis vier Airmont-Kerne, die als Refresh des Vorgängers Silvermont nun in 14 nm gefertigt werden, treiben die neuen Modelle an. Mit dabei sind auch Verbesserungen an der Grafikeinheit: Bis zu 16 Execution Units stammen aus der Generation 8, die auch bei den Broadwell-Prozessoren genutzt wird. Beim Speicher wird fortan nicht mehr nur niedrig taktendes Material unterstützt, es darf auch DDR3L-1600 im Dual-Channel-Modus sein.

Drei Systeme, drei SoCs, einmal USB Typ C

Gigabyte und ASRock schicken sich in der Einstiegsklasse an, Intel den Platz streitig zu machen. Intel lieferte Anfang 2014 den ersten Mini-PC speziell für diesen Markt, der preisliche Einstieg lag seinerzeit bei rund 115 Euro. Der Euro-US-Dollar-Wechselkurs ist heute aus europäischer Sicht schlechter, die Preise beginnen nun bei 130 Euro – allerdings bei auch teilweise deutlich verbesserter Ausstattung.

Die meiste Ausstattung bietet die Bienenkiste

Den Ausstattungs-Champion in dieser Klasse markiert ASRock. Intern bietet die Beebox nicht nur Platz für zwei Speicherriegel, sondern neben der für diese Klasse typischen 2,5-Zoll-Massenspeicherlösung auch noch einen mSATA-Port. Die Vorteile der Beebox gehen auch an anderer Stelle weiter: Mit zwei HDMI-Anschlüssen und einem DisplayPort ist ASRock komplett auf Höhe der Zeit, selbst USB Typ C wird geboten. Zum Lieferumfang gehört neben der typischen VESA-Halterung auch eine Fernbedienung – der Infrarot-Anschluss kann so direkt genutzt werden.

Gigabyte Brix, Intel NUC und ASRock Beebox
Gigabyte Brix, Intel NUC und ASRock Beebox

Intels NUC und Gigabytes Brix können mit der Ausstattung in dieser Preisregion nur schwerlich mithalten, bieten jedoch einen Kartenleser, den ASRock wiederum nicht hat. Bei den Anschlüssen gibt es hier klassischen D-Sub sowie HDMI, intern nur Platz für einen Speicherriegel und die 2,5-Zoll-HDD/-SSD. Die Intel NUC lassen sich optional aufrüsten, im Deckel können dann NFC, zusätzliche Anschlüsse für USB und auch eine Aufladefunktion geboten werden.

Bei Design und Verarbeitung liegen Intel und Gigabyte vorne

Optisch und haptisch hinterlässt ASRocks Einstieg jedoch den schwächsten Eindruck. Das kleine Plastikgehäuse ist wenig ansprechend. Das fällt insbesondere im Vergleich zu Intels NUC auf, der kommt wie üblich in einem hochwertigen Aluminium-Chassis und der dazu passenden Farbe in den Handel. Das Gigabyte-Gehäuse wiederum ist solide verarbeitet – hier gibt es nichts zu beanstanden.

ASRock Beebox N3000-NUC Gigabyte Brix GB-BACE-3150 Intel NUC Kit NUC5PPYH
Preis: ab 134 Euro ab 130 Euro ab 173 Euro
CPU:

Integrierte GPU:
Chipsatz:
Intel Celeron N3000, 1,04 – 2,08 GHz,
2 Kerne / 2 Threads
HD
integriert (SoC)
Intel Celeron N3150, 1,6 – 2,08 GHz,
4 Kerne / 4 Threads
HD
integriert (SoC)
Intel Pentium N3700, 1,6 – 2,4 GHz,
4 Kerne / 4 Threads
HD
integriert (SoC)
Arbeitsspeicher: 2 × DDR3L-1600, SODIMM,
max. 1,35 Volt, max. 16 GB
1 × DDR3L-1600, SODIMM,
max. 1,35 Volt, max. 8 GB
1 × DDR3L-1600, SODIMM,
max. 1,35 Volt, max. 8 GB
Massenspeicher: 1 × 2,5 Zoll, max. 9,5 mm Bauhöhe
1 × mSATA
1 × 2,5 Zoll, max. 9,5 mm Bauhöhe 1 × 2,5 Zoll, max. 9,5 mm Bauhöhe
interne Anschlüsse: 1 × SATA 6 Gbit/s
1 × miniPCIe (mit RTL8821AE belegt)
1 × SATA 6 Gbit/s
1 × M.2 (mit Intel 3160NGW belegt)
1 × SATA 6 Gbit/s
1 × M.2 (mit Intel 3165NGW belegt)
externe Anschlüsse: 4 × USB 3.0 (1 × Typ C)
1 × Gigabit-LAN
1 × DisplayPort
2 × HDMI
1 × Headset
1 × Infrarot
1 × Kensington-Lock
4 × USB 3.0
1 × Gigabit-LAN
1 × D-Sub
1 × HDMI
1 × Headset
1 × Mikrofon
1 × Kartenleser (microSD)
1 × Kensington-Lock
4 × USB 3.0
1 × Gigabit-LAN
1 × D-Sub
1 × HDMI 1.4b
1 × Headset
1 × Infrarot
1 × Kartenleser (SDXC)
1 × Kensington-Lock
2 × USB 2.0 (intern via Header)
1 × NFC (intern via Header)
Abmessung: 118,5 × 110 × 46 mm 114,4 × 107,6 × 56,1 mm 115 × 111 × 51,6 mm
Lieferumfang: Netzteil 36 W (12 V, 3 A) + Stromkabel und Länderadapter, VESA-Halterung (75 × 75 und 100 × 100 mm), Quick-Start-Guide, Treiber-CD, Fernbedienung Netzteil 65 W (19 V, 3,43 A) + Stromkabel, VESA-Halterung (75 × 75 und 100 × 100 mm), Quick-Start-Guide, Treiber-CD Netzteil 40 W (19 V, 2,1 A) + Stromkabel und Länderadapter, VESA-Halterung (75 × 75 und 100 × 100 mm), Quick-Start-Guide

Den stärksten Prozessor im Test bietet der NUC Kit NUC5PPYH mit dem Pentium N3700, den schwächsten die Beebox mit dem Intel Celeron N3000. Damit gibt der Test auch einen Überblick über die gesamte Bandbreite der Leistungsfähigkeit von Braswell für Desktop-PCs. ASRock macht sich die geringe Leistungsaufnahme des Celeron N3000 zu Nutze und kühlt den Mini-PC komplett passiv.

Drei Mini-PCs mit Intel Braswell im Vergleich