Crucial MX300 SSD im Test: Das 3D-NAND-Debüt ist von Unbeständigkeit geprägt

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Michael Günsch et al.
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Detailbetrachtungen

Neuzustand und Leistungsabfall

Zur Überprüfung der Leistungsbeständigkeit dient der Benchmark AS SSD. Mit diesem werden Transferraten und Zugriffszeiten der SSDs zunächst im leeren Auslieferungszustand und im späteren Verlauf nach normaler Nutzung mit installiertem System sowie nach starker Nutzung und fast vollständiger Befüllung überprüft. Details zu diesem Vorgehen und den vorbereitenden Maßnahmen liefert der Artikel „So testet ComputerBase SSDs“.

AS SSD – Crucial MX300 750 GB Limited Edition
Neuzustand
(ohne Daten)
Normalzustand
(35 GB belegt)
Stark genutzt
(10 GB frei)
∆ Neuzustand
zu Stark genutzt
Sequenzielles Lesen 453,36 425,67 412,43 -9 %
Sequenzielles Schreiben 492,66 376,77 323,93 -34 %
4K Lesen 27,91 23,82 23,44 -16 %
4K Schreiben 99,83 97,97 97,73 -2 %
4K 64Thrd Lesen 357,62 301,33 320,38 -10 %
4K 64Thrd Schreiben 298,48 227,22 241,34 -19 %
Werte in MB/s

An dieser Stelle folgt die Erklärung für die schwachen Werte im AS SSD Benchmark. Der ComputerBase-Testparcours sieht vor, dass in das Leistungsdiagramm und damit auch das Rating nicht die Resultate vom „Neuzustand“, sondern jene vom „Normalzustand“ einfließen. Dies geschieht vor dem Hintergrund, die Leistung in praxisnaher Umgebung festzuhalten, statt Werte auf Basis eines ungenutzten und vollkommen leeren Laufwerks zu verwenden, wie es die Hersteller bei den Werksangaben tun.

Gute Werte in AS SSD nur im leeren Neuzustand
Gute Werte in AS SSD nur im leeren Neuzustand

Die früheren Tests haben gezeigt, dass zwischen Neuzustand und Normalzustand nur geringe Unterschiede im AS SSD Benchmark auftreten, erst im Extremfall „Stark genutzt“ sind hin und wieder große Leistungseinbrüche festzustellen. Bei der Crucial MX300 tritt aber bereits im Normalzustand ein solcher Leistungseinbruch auf. Lieferte die SSD im Neuzustand noch konstante Werte mit höherer Leistung, traten im Normalzustand starke Schwankungen auf. Die nachfolgende Bildstrecke veranschaulicht die Schwankungen anhand von Screenshots. Auffällig ist dabei, dass eine niedrige sequenzielle Schreibrate stets mit einer niedrigen Zugriffszeit einhergeht. Ist die Schreibrate besser, ist die Zugriffszeit extrem hoch. Zudem zeichnet sich ein Muster ab: Ein Gesamtergebnis im Bereich von 800 Punkten oder im Bereich von 1.000 Punkten wechseln sich wiederkehrend ab. Zwischen den Messungen wurde stets ein Systemneustart mit anschließender einminütiger Ruhephase durchgeführt.

Crucial MX300: Unbeständige Leistung bei AS SSD

Der Zustand „Stark genutzt“ dient als Worst-Case-Szenario und prüft, wie sich die SSD nach extremer Belastung (4K Random Writes über 30 Minuten) und bei nahezu voller Ausnutzung der Speicherkapazität in AS SSD schlägt. Hier brechen einige SSDs deutlich ein, dies gilt auch für die Crucial MX300, die gegenüber dem bereits schwachen Normalzustand nochmals an Leistung verliert. Dabei schwankten die Resultate im gleichen Rhythmus wie oben beschrieben. Im Durchschnitt ist das Ergebnis in beiden Fällen unbefriedigend.

Leistungsbeständigkeit

PCMark 8 – Consistency Test
0103205308410513Megabyte pro Sekunde (MB/s) Degradation 1Degradation 2Degradation 3Degradation 4Degradation 5Degradation 6Degradation 7Degradation 8Steady State 1Steady State 2Steady State 3Steady State 4Steady State 5Recovery 1Recovery 2Recovery 3Recovery 4Recovery 5

Die MX300 zeigt sich im Langzeittest als beständig auf relativ niedrigem Niveau, kann aber die BX200 deutlich hinter sich lassen. In den Erholungsphasen (Recovery) steigt die Durchsatzrate rasch wieder an, darauf kommt es bei alltäglichen Aufgaben an. Hier schneidet die MX300 deutlich besser als ihr Vorgänger ab.

IOPS im Zeitverlauf (4K random write, QD32)
032.00064.00096.000128.000160.000IOPS 101002003004005006007008009001.0001.1001.2001.3001.4001.5001.6001.7001.800

Dass die Crucial MX300 an mancher Stelle mit schwankender Leistung kämpft, ist auch im Iometer-Test der IOPS bei 30 Minuten 4K-Random-Writes (QD32) festzustellen. In den ersten zehn Minuten schwankt die Leistung extrem, allerdings auf deutlich höherem Niveau als bei der MX200. Erst im Anschluss pendeln sich die IOPS auf ein konstant niedriges Niveau ein, das viele SATA-SSDs der Mainstream-Klasse erreichen. Hier liegt die Vermutung nahe, dass der dynamische SLC-Cache (DWA) die Schwankungen durch stetiges und paralleles Befüllen und Leeren des Zwischenspeichers verursacht.

Ratings

Vor allem durch schlechte Ergebnisse beim AS SSD Benchmark mit starken Leistungsschwankungen fällt das Gesamtergebnis wenig rosig für die Crucial MX300 in der Limited Edition mit 750 GB aus. In der gezeigten Auswahl liegt die SSD auf dem letzten Platz, noch hinter der Crucial BX200, die bei großen Transfers so langsam wie eine HDD schreibt.

Wird über die graue Schaltfläche „+ 38 Einträge“ das restliche Testfeld von ComputerBase einbezogen, verbessert sich die MX300 nur marginal um einen Platz.

Leistungsrating
Leistungsrating (Gesamt)
    • Intel SSD 750 1.200 GB (PCIe/PCIe)
      94
    • Samsung 950 Pro 512 GB (M.2/PCIe)
      93
    • Samsung SM951 256 GB NVMe (M.2/PCIe)
      91
    • Toshiba OCZ RD400A 512 GB (PCIe/PCIe)
      89
    • Samsung 950 Pro 256 GB (M.2/PCIe)
      89
    • Toshiba OCZ RD400 512 GB (M.2/PCIe)
      87
    • Samsung SM951 256 GB (M.2/PCIe)
      86
    • Zotac Sonix 480 GB (PCIe/PCIe)
      85
    • Samsung XP941 128 GB (M.2/PCIe)
      71
    • Samsung 850 Evo V2 500 GB (2,5"/SATA)
      70
    • Samsung 850 Evo 500 GB (2,5"/SATA)
      70
    • Plextor M6e Black 256 GB (M.2/PCIe)
      70
    • Samsung 850 Evo 1.000 GB (2,5"/SATA)
      70
    • Samsung 850 Evo 2.000 GB (2,5"/SATA)
      70
    • Samsung 850 Pro 2.048 GB (2,5"/SATA)
      69
    • Samsung 850 Pro 1.024 GB (2,5"/SATA)
      69
    • Samsung 850 Evo V2 250 GB (2,5"/SATA)
      69
    • Samsung 850 Evo 250 GB (2,5"/SATA)
      69
    • Samsung 840 Pro 256 GB (2,5"/SATA)
      68
    • Samsung 750 Evo 500 GB (2,5"/SATA)
      68
    • Crucial M550 1.024 GB (2,5"/SATA)
      68
    • SanDisk Extreme Pro 480 GB (2,5"/SATA)
      68
    • Samsung 850 Pro 128 GB (2,5"/SATA)
      67
    • Crucial MX100 512 GB (2,5"/SATA)
      67
    • OCZ Vector 180 480 GB (2,5"/SATA)
      67
    • Crucial MX200 1.000 GB (2,5"/SATA)
      67
    • Plextor M6 Pro 256 GB (2,5"/SATA)
      67
    • Patriot Ignite 960 GB (2,5"/SATA)
      67
    • Crucial M550 512 GB (2,5"/SATA)
      67
    • SanDisk Extreme II 240 GB (2,5"/SATA)
      67
    • Crucial MX200 500 GB (2,5"/SATA)
      67
    • Crucial MX200 250 GB (2,5"/SATA)
      67
    • AMD Radeon R7 240 GB (2,5"/SATA)
      67
    • Samsung 840 Evo 250 GB (2,5"/SATA)
      67
    • Crucial BX100 1.000 GB (2,5"/SATA)
      66
    • SanDisk Ultra II 960 GB (2,5"/SATA)
      66
    • Crucial BX100 500 GB (2,5"/SATA)
      66
    • Adata Premier SP610 512 GB (2,5"/SATA)
      66
    • Plextor M6V 256 GB (2,5"/SATA)
      66
    • Plextor M6S 256 GB (2,5"/SATA)
      66
    • Samsung 750 Evo 250 GB (2,5"/SATA)
      66
    • Mushkin Reactor 1.000 GB (2,5"/SATA)
      66
    • Transcend SSD370S 512 GB (2,5"/SATA)
      65
    • Crucial BX100 250 GB (2,5"/SATA)
      65
    • Crucial MX100 256 GB (2,5"/SATA)
      65
    • Plextor M5 Pro 256 GB (2,5"/SATA)
      65
    • Toshiba HG6 256 GB (2,5"/SATA)
      65
    • Samsung 750 Evo 120 GB (2,5"/SATA)
      64
    • Adata XPG SX930 240 GB (2,5"/SATA)
      64
    • Plextor M7V 256 GB (2,5"/SATA)
      64
    • SanDisk Ultra Plus 256 GB (2,5"/SATA)
      64
    • Crucial BX200 480 GB (2,5"/SATA)
      63
    • Crucial M500 240 GB (2,5"/SATA)
      63
    • Crucial MX300 750 GB LE (2,5"/SATA)
      61
    • Intel SSD 530 240 GB (M.2/SATA)
      61
Einheit: Prozent