2/4 Moto Z Play & Moto G4 Play im Test : Spiel mit mir, so lange du willst

, 83 Kommentare

Snapdragon-SoCs in 14 und 28 nm

Auf beiden Moto-Smartphones ist aktuell Android 6.0.1 Marshmallow installiert. Von Motorola hat Lenovo die Eigenschaft übernommen, das Betriebssystem in puristischer Form zu installieren. Das bedeutet, dass bis auf die eine oder andere Moto-App keine Veränderungen gegenüber dem von Google gelieferten Stock-Android vorgenommen werden. Das sorgt nicht nur für eine gute Leistung auch auf vergleichsweise langsamer Hardware, sondern im Idealfall auch für schnellere Updates des Betriebssystems.

Android 7.0 Nougat zugesichert

Lenovo möchte für den Verlauf des vierten Quartals für beide Geräte Updates auf Android 7.0 Nougat anbieten. Dennoch wäre es wünschenswert gewesen, dass neue Geräte gleich mit dieser Version ausgeliefert werden, schließlich sind Lenovos Veränderungen minimal und der Quellcode für OEMs schon länger zugänglich.

Über 340 ungepatchte Sicherheitslücken

Wichtiger für Kunden sind zunächst einmal die monatlichen Sicherheits-Updates von Google. Allerdings ist Lenovo auch hier nicht auf dem aktuellen Stand und verharrt noch auf dem Security-Bulletin von Juni. Für Lenovo sind monatliche Sicherheits-Updates nicht einzuhalten, wie der Konzern erst im Juli unter anderem gegenüber Ars Technica bestätigte. Mehrere der monatlichen Updates sollen bei Lenovo zu Bundles mit allen Updates zusammengefasst werden. Für das Moto Z Play und Moto G4 Play fehlen nach aktuellem Stand bereits vier Updates, die über 340 Sicherheitslücken schließen.

Gemessen am restlichen Feld ist die Performance beider Moto-Smartphones niedrig. Im Moto Z Play steckt ein Qualcomm Snapdragon 625 mit acht Cortex-A53 und Adreno-506-Grafikeinheit, im Moto G4 Play ist es Qualcomms Snapdragon 410 mit halber Kernanzahl und Adreno 306. Das Moto Z Play hat aber nicht nur doppelt so viele der gleichen Kerne zu bieten, sondern taktet mit bis zu 2,0 GHz auch spürbar höher.

Das Moto Z Play ist in jeder Lebenslage schneller

Im Alltag ist ein klarer Unterschied zwischen beiden Geräten feststellbar, sei es das Navigieren durch Android, das Öffnen von Apps oder die Ladezeiten von Spielen. Gemessen an seinem schwachen Prozessor ist zwar auch das Moto G4 Play nicht nervig langsam, das Moto Z Play hinterlässt aber den deutlich besseren Eindruck.

Mit 2 und 3 GB LPDDR3-RAM sind beide Geräte gut ausgestattet, sodass es im Regelfall nicht zum Neuladen von Apps im Hintergrund kommt, wenn diese nach einem App-Wechsel wieder aufgerufen werden. Auch kommt es beim Moto G4 Play nur selten vor, dass Tabs in Chrome ungewollt nachgeladen werden. Das Moto Z Play ist hiervon im Alltag bei normaler Nutzung gar nicht betroffen – extreme Szenarien ausgenommen.

Casual-Gamer werden mit beiden Smartphones zurechtkommen, denn sowohl die schwächere Adreno 306 als auch die schnellere Adreno 506 sind für einfache Spiele ausreichend. Bei anspruchsvolleren Spielen gerät das Moto G4 Play allerdings früher ins Stocken. Beliebte Spiele aus der Kategorie Candy Crush laufen aber auch hier problemlos.

Es läuft und läuft und läuft und ...

Die sensationellen Laufzeiten waren schon beim Moto X Play maßgeblich an der Empfehlung für das Smartphone beteiligt, beim Moto Z Play geht aber noch einmal mehr – deutlich mehr. In beiden von ComputerBase durchgeführten Benchmarks gibt es neue Rekordwerte. Der die durchgehende Alltagsnutzung simulierende PCMark erreicht bei einer auf 200 cd/m² kalibrierten Display-Helligkeit weit über 13 Stunden – 12 Prozent mehr als beim bisherigen Spitzenreiter Xiaomi Redmi 3 und 50 Prozent mehr als beim Moto X Play. Die Wechsel zu einem 14-nm-SoC und AMOLED-Display machen sich hier voll bemerkbar, obwohl der Akku mit 3.510 zu 3.630 mAh eine leicht niedrigere Nennladung hat.

Moto G4 Play auf Plus-Niveau

Mit 2.800 mAh ist der Akku des Moto G4 Play kleiner als beim Moto G4 Plus (3.000 mAh), die Laufzeit ist mit achteinhalb Stunden im PCMark aber praktisch gleich. Das etwas kleinere Display und die niedrigere Auflösung sorgen für eine Angleichung. Bei den SoCs findet die gleiche etwas angestaubte 28-nm-Fertigung Verwendung.

Noch größer sind die Abstände beim Videostreaming. Über WLAN gestreamtes YouTube in 720p-Auflösung mit einer Display-Helligkeit von 200 cd/m² ist auf dem Moto G4 Play für über elf Stunden möglich. Hier wird das Moto G4 um 12 Prozent geschlagen, das ältere Moto X Play noch um 5 Prozent. Es liegt auf einem Niveau mit deutlich teureren Smartphones wie dem Samsung Galaxy S7 oder Apple iPhone 7 Plus – die jedoch beide die deutlich besseren und im Falle des iPhone auch das größere Display bieten.

Das Moto Z Play spielt aber auch hier wieder in einer eigenen Liga. Über 19 Stunden YouTube am Stück sind hier möglich. Damit läuft das Smartphone über 40 Prozent länger als das Xiaomi Redmi 3, 50 Prozent länger als das Samsung Galaxy S7 edge, 70 Prozent länger als das Apple iPhone 7 Plus und satte 80 Prozent länger als das Moto X Play. Unterm Strich steht die mit Abstand längste Laufzeit aller Tests.

Zwei intensive oder drei normale Tage sind realistisch

Auf den Alltag übertragen ist das Moto Z Play ein Garant für zwei Tage intensive Nutzung. Mit keinem anderen Smartphone lässt sich derzeit der Alltag sicherer bestreiten, ohne jemals auch nur annähernd Akkusorgen zu bekommen. Wer das Smartphone schonend behandelt, kann sogar einen dritten Tag dranhängen. Dank Doze ist der Standby-Verbrauch niedrig, sodass über Nacht nur wenig Ladung verloren geht.

Das Moto G4 Play schneidet im Alltag, vor allem an der Preisklasse gemessen, ebenfalls gut ab. Intensivnutzer kommen hier zwar nicht auf zwei volle Tage, zwei Tage sind aber dennoch schaffbar, ohne extrem sparsam mit dem Gerät umgehen zu müssen.

Auf der nächsten Seite: Große Kamera-Unterschiede