GeForce GTX 1080 mit Wakü im Test: Founders Edition mit bis zu 2,1 GHz unter Wasser 4/4

Thomas Böhm 109 Kommentare

Fazit

Die Nvidia GeForce GTX 1080 liefert eine beeindruckend hohe Grafikleistung ab. Das volle Potenzial der Grafikkarte benötigt aber eine starke Kühlung – obwohl sich die Leistungsaufnahme der GPU in Grenzen hält. Im Vergleich zu Partnerkarten mit besserer Kühlung, höherem Power Target und Werksübertaktung bleibt die Founders Edition in diesem Punkt zurück: Sie ist lauter, heißer und langsamer als die Konkurrenz. Wer auf Wasser setzen will, muss trotzdem nicht zu Alternativen greifen.

GeForce GTX 1080 Founders Edition
GeForce GTX 1080 Founders Edition

Der Umbau auf einen Wasserkühler entfesselt auch die Founders Edition. Dank sehr niedriger GPU-Temperaturen kann die Grafikkarte mit einer deutlich höheren Taktfrequenz arbeiten und hat sogar noch Reserven für eine beachtliche Übertaktung. Damit kann die Founders Edition Custom-Platinen mit verbesserter Stromversorgung ausstechen: Die ComputerBase-Testmuster der Asus GTX 1080 Strix OC und der Inno3D iChill GTX 1080 X3 konnten in Rise of the Tomb Raider „nur“ 2.063 MHz und 2.012 MHz erreichen; die wassergekühlte Referenzkarte liegt bei 2.101 MHz. Und das mit vermeintlich unterdimensionierter Stromversorgung.

Es muss keine spezielle Übertakter-Karte sein

Übertaktungs-Ergebnisse von einzelnen Grafikkarten sind natürlich nicht allgemeingültig, da das Potenzial von Chip zu Chip verschieden ist. Das Resultat der Founders Edition zeigt aber dennoch, dass für das Marketing der Boardpartner wichtige Details wie zusätzliche Phasen und Stromanschlüsse zumindest für die GP104-GPU nicht entscheidend sind. Verbesserte Kühlung und damit niedrige GPU-Temperaturen sorgen allein für höhere mögliche Boost-Taktraten.

GeForce GTX 1080 mit Kryographics und aktiver Backplate
GeForce GTX 1080 mit Kryographics und aktiver Backplate

Als weiterer Bonus bleibt die GTX 1080 nach dem Umbau auf Wasserkühlung angenehm leise, sofern die Radiatorfläche stimmt. Völlig lautlos wird die Grafikkarte aber nicht, denn das Zirpen der Spulen unter Last tritt durch den geringeren Schallpegel der Kühlung umso deutlicher hervor.

Ein teures Hobby

Die wassergekühlte GTX 1080 erreicht hohe Taktfrequenzen und agiert leise: Das trifft ebenso auf empfehlenswerte luftgekühlte Partnerkarten zu, auch wenn diese nicht die Temperaturen einer GPU mit Fullcover-Kühlblock erreichen können. Grafikkarten mit Luftkühler sind dafür deutlich günstiger in der Anschaffung, da die Wasserkühlung neben einem Kühlblock für wenigstens 100 Euro zusätzlich nach einem ganzen Custom-Loop (Radiatoren, Schläuche, Pumpe, Ausgleichbehälter) verlangt. Die Wasserkühlung allein kann so schnell den Kaufpreis einer GTX 1080 erreichen und übertreffen.

Gemessen am Preis-/Leistungsverhältnis macht eine Flüssigkühlung also keinen Sinn. Wasserkühlung ist ein Hobby, das von Übertaktern, Moddern, Bastlern und Silent-Enthusiasten ausgeübt wird. Die in diesem Fall beweisen können, dass zwölf Phasen und ein riesiges PCB für Taktraten von über 2 GHz bei der GeForce GTX 1080 nicht erforderlich sind. Aber es verkauft sich besser.

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