Im Test vor 15 Jahren: EPoX setzt Rambus mit DDR333 unter Druck

Jan-Frederik Timm 57 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: EPoX setzt Rambus mit DDR333 unter Druck

tl;dr: DDR-Arbeitsspeicher ließ sich Mitte 2002 bereits mit effektiv 333 oder gar 400 MHz betreiben. Praktisch nutzen ließ er sich aber nur eingeschränkt: Bei AMD stand der langsamere Front Side Bus im Weg, bei Intel mangelte es am Chipsatz. Mit dem EPoX EP-4G4A+ und seinem Chipsatz i845G wurde es für Rambus DRAM aber eng.

Die DDR333-Premiere für den Pentium 4

Der Chipsatz Intel 845G (i845G) für den Pentium 4 im Sockel 478 bot auf dem Papier nur einen Unterschied zum i845E: Eine neue integrierte Grafikeinheit, die ComputerBase auf dem Mainboard Intel D845GB bereits Anfang 2002 im Test hatte. Nach der Vorstellung stellte sich allerdings heraus, dass der i845G darüber hinaus als erster Chipsatz von Intel den Betrieb mit DDR333 statt maximal DDR266 wie bei i845E und i845D erlaubte (und beim Betrieb mit DDR266 schon schneller war). Ein Mainboard, das diesen Betrieb - wenn auch nicht offiziell von Intel freigegeben – bot, war das EPoX EP-4G4A+. Offiziell sollten erst i845PE und i845GE mit DDR333 zusammen arbeiten können.

Das EP-4G4A+ mit Intel 845G
Das EP-4G4A+ mit Intel 845G

Die Möglichkeit, schnelleren DDR-RAM mit einem Intel Pentium 4 zu kombinieren, wurde von Anwendern vor 15 Jahren herbeigesehnt. Denn damals war die maximale Leistung aus dem Pentium 4 mit FSB400 oder sogar FSB533 nur mit Rambus DRAM (RDRAM) abrufbar und sowohl die dafür benötigten Mainboards mit Chipsatz i850E als auch der Speicher waren sehr teuer. Schneller DDR-Speicher versprach diese Leistungslücke zu schließen und damit ohne schlechtes Gewissen zur günstigeren Plattform greifen zu können.

Die Chipsätze im Vergleich
Features i850E i845E i845G i845D
Unterstützte CPU-Sockel Sockel 478 Sockel 478 Sockel 478 Sockel 478
Northbridge Features
Northbridge Intel 82850E Intel 82845E Intel 82845G Intel 82845D
Multiprozessor Unterstützung nein nein nein nein
Front-Side-Bus
400 MHz Ja Ja Ja Ja
533 MHz Ja Ja Ja Nein
Speichertakt
100 MHz Ja Ja Ja Ja
133 MHz Ja Ja Ja Ja
166 MHz Nein Nein Nein Nein
Asynchroner Speichertakt Ja Ja Ja Ja
max. Anzahl Dimm-Slots 4 3 2 3
Speichersupport
SDRAM Nein Nein Ja Ja
DDR-SDRAM Nein Ja Ja Ja
Rambus Ja Nein Nein Nein
AGP-Support
1x Nein Nein Nein Nein
2x Ja Ja Ja Ja
4x Ja Ja Ja Ja
Southbridge Features
Southbridge Intel 82801 BA Intel 82801 DB Intel 82801 DB Intel 82801 BA
Festplattencontroller
ATA 33/66 Ja Ja Ja Ja
ATA 100 Ja Ja Ja Ja
ATA 133 Nein Nein Nein Nein
Anzahl PCI-Slots (max) 6 6 6 6
USB-Ports (max) 4 6 6 4
USB 2.0 Nein Ja Ja Nein
Sonstiges
I/O-Link Hub Interface
(266MB/s)
Hub Interface
(266MB/s)
Hub Interface
(266MB/s)
Hub Interface
(266MB/s)

Im Test fast so schnell wie mit RDRAM

Und der Test des EPoX EP-4G4A+ bestätigte diese Erwartungen: Mit DDR333 konnte sich das System in der Regel zwischen Rambus DRAM mit effektiv 1.600 MHz und Rambus mit effektiv 2.100 MHz platzieren, der Vorteil durch den Wechsel von DDR266 auf DDR333 lag in der Spitze in Praxistests bei zehn Prozent.

Das EP-4G4A+ mit Intel 845G
Das EP-4G4A+ mit Intel 845G
Lieferumfang inkl. Diskette
Lieferumfang inkl. Diskette
Anschlüsse am I/O-Panel des EP-4G4A+
Anschlüsse am I/O-Panel des EP-4G4A+

Stabilitätsprobleme mit dem nur von den Mainboard-Herstellern unterstützten DDR333-Modus gab es nur, wenn die im Chipsatz integrierte Grafikeinheit ebenfalls gefordert wurde: In Spielen und GPGPU-Anwendungen kam es zur Überhitzung des i845G und zum Absturz. Der Betrieb auf dem Desktop oder von Spielen bei der Nutzung einer separaten Grafikkarte stellte hingegen kein Problem dar.

Das Fazit im Test vom 14. August 2002 lautet damit: „Der i845G ist ein hervorragender Chipsatz, der selbst mit DDR266 unter gleichen Voraussetzungen in der Lage ist, sich vor seinem Kollegen, dem i845E, zu platzieren. Im Zusammenspiel mit DDR333, wie es das EP-4G4A+ bietet, ist dies sowieso überhaupt kein Problem und er erreicht so sogar fast die Leistung eines PC1066 Mainboards. Dies macht natürlich Lust auf mehr und angesichts dieser Werte darf man sich auf die beiden kommenden Intel Chipsätze, bestehend aus i845PE und i845GE, die offiziell DDR333 unterstützen werden, freuen.

Das EPoX EP-4G4A+ war sehr gut und preiswert

Positiv fiel auch das Resümee zum Mainboard von EPoX aus: Es bot durch den Raid-Controller HighPoint HPT372 sogar Unterstützung für ATA133, Onboard-LAN und Onboard-Sound, der Preis lag mit 165 Euro - damals noch mit Verweis auf den lokalen Handel – trotz besserer Leistung und Ausstattung unter dem der Konkurrenz.

In der Kategorie „im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Bisher in dieser Reihe erschienen:

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