Im Test vor 15 Jahren: Als schneller RAM DDR333 oder DDR400 hieß

Jan-Frederik Timm 106 Kommentare
Im Test vor 15 Jahren: Als schneller RAM DDR333 oder DDR400 hieß

tl;dr: Arbeitsspeicher nach Double-Data-Rate-Standard (DDR) ist mittlerweile in der 4. Generation angelangt. Die effektiven Taktraten von DDR4 liegen bei 3.200 MHz und höher. Vor 15 Jahren hatte ComputerBase mit DDR333 und DDR400 hingegen gerade die ersten Generation in schnell im Test. Ohne Übertakten ging das noch nicht.

DDR-Arbeitsspeicher offiziell mit 166 MHz

DDR333 war nach DDR200 und DDR266 die dritte Geschwindigkeitsstufe des neuen Arbeitsspeicherstandards. DDR333 wurde von der JEDEC im Mai 2001 in Aussicht gestellt und im März 2002 endgültig verabschiedet. Mit 166 MHz Takt und Signalübertragung bei steigender und fallender Flanke des Taktsignals waren mit dem RAM über den 64 Bit breiten Bus Übertragungsraten von 2,7 GB pro Sekunde möglich (2 × 166 MHz × 64 Bit/MHz) - daher auch die alternative Bezeichnung PC-2700. Der noch nicht offiziell verabschiedete DDR400 bot mit 200 MHz als PC-3200 bis zu 3,2 GB/s. Zum Vergleich: Aktueller DDR4-3200 bietet als „PC-25600“ mit bis zu 25,6 GB/s acht bis neuneinhalb Mal so viel Bandbreite.

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Was auf den ersten Blick nach einem großen Fortschritt aussieht, ist gemessen an anderen Entwicklungen in der Computerindustrie über die letzten 15 Jahre allerdings eine vergleichsweise moderate Veränderung. Erst unter Berücksichtigung der Tatsache, dass heute Dual- oder Quad-Channel-Speicherinterfaces die Bandbreite der Module verdoppeln oder gar vervierfachen können, wird der Unterschied größer.

Als der Speichercontroller noch im Chipsatz saß

Zur Jahrtausendwende saß der Speichercontroller noch im Chipsatz, der wiederum über den sogenannten Front Side Bus (FSB) an den Prozessor angebunden war. Das ist auch der Grund, warum Mainboards zur Jahrtausendwende je nach Chipsatz noch unterschiedlich schnell waren. Zu den ersten Chipsätzen, die DDR333 mit 166 MHz boten, gehörten der SiS 745 und der VIA KT333 für AMD Athlon/Duron sowie der SiS 645 und (wenn auch inoffiziell) der Intel 845G für Pentium 4.

Das Problem: Bei AMD boten die verfügbaren Prozessoren zur Vorstellung der ersten Mainboards mit DDR333-Unterstützung zumindest offiziell nur FSB200 oder FSB266 mit 100 respektive 133 MHz – der Bandbreitenvorteil von DDR333 war damit zum Start dahin. Ändern sollten das Ende 2002 erst Athlon XP 2700+ und 2800+ (Test) mit dem neuen FSB333 – das größere Modell war bis Anfang 2003 allerdings ein Papiertiger und nicht im Handel zu bekommen. Allerdings machten auch ältere CPUs den schnelleren Takt in der Regel mit. Intels Pentium 4 bot hingegen schon damals FSB400 oder FSB533 mit Quad Data Rate (QDR) und konnte so auch ohne Übertakten profitieren.

12 Mal DDR333 und DDR400 im Test

Damals wie heute waren die Hersteller von Speicher sowohl der JEDEC als auch den Chipsätzen und den CPU-Herstellern schon voraus. Anfang August 2002 gab es deshalb nicht nur zahlreiche DDR333-Module sondern auch erste Modelle nach „DDR400“ in einem umfangreichen Vergleichstest. Die Modulgröße lag bei 256 oder 512 MB.

  • 2x 256MB Corsair XMS2700C2
  • 2x 256MB Corsair XMS3000
  • 2x 256MB Corsair XMS3200C2
  • 2x 256MB Crucial DDR333
  • 1x 256MB Kingmax DDR333
  • 2x 256MB Kingston ValueRAM DDR333
  • 1x 256MB Mushkin PC3000
  • 1x 256MB Mushkin PC3200
  • 2x 256MB Nanya DDR333
  • 2x 512MB Nanya DDR333
  • 1x 256MB OCZ DDR400
  • 2x 256MB Samsung DDR400

Das Grundgerüst für die Athlon-XP-Plattform war das Asus A7V333 (Test) mit VIA KT333. Der verwendete Athlon XP 1700+ (1.466 MHz, FSB266) wurde mit FSB290 bei einem FSB-zu-RAM-Takt-Teiler von 4:5 betrieben, bei DDR362 war auf dieser Plattform deshalb Schluss. Für höhere Speichertaktraten wurde auf das ältere Asus P4S333 (Test) zurück gegriffen. Unter Einsatz eines Pentium 4 mit FSB400 bot das Mainboard einen Teiler von 3:5. Dadurch wurde der Speicher bei einem Front Side Bus von 100 MHz mit 166 MHz betrieben und bei einem übertakteten FSB von 120 MHz konnte ein RAM-Takt von 200 MHz gefahren und DDR400 damit ausgereizt werden.

Fazit: Keines der Module versagte. Einen stabilen Betrieb bei 166 MHz boten alle Speicherriegel, wenngleich nur Corsair und Nanya einen Betrieb mit den schärfsten Timings erlaubten und somit dem Standard DDR333 zum damaligen Zeitpunkt plattformübergreifend einen (kleinen) Vorteil verschafften. Denn bei AMD war beispielsweise der KT333 mit DDR333 nur dann schneller als der KT266A mit DDR266, solange der FSB bei 133 MHz verblieb. Aufgrund des hohen Preises von DDR333 mahnte die Redaktion aber auch für Pentium-4-Besitzer ohne OC-Ambition zur Geduld, denn mit Granite Bay warf die erste Plattform mit Dual-Channel-RAM ihre Schatten voraus, die mit günstigerem DDR266 eine Speicherbandbreite von 4,2 GB/s versprach.

In der Kategorie „im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Bisher in dieser Reihe erschienen:

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