SFX-Netzteile bis 40 Euro im Test: Günstig und billig im kompakten Format 4/5

Nico Schleippmann 67 Kommentare

Lautstärke

Viele aktuelle Netzteile sind insbesondere bei geringer Belastung derart leise, dass kein Unterschied in den Messdaten festgestellt werden kann, wenn der Umgebungsschall nicht gedämpft wird. ComputerBase nutzt daher eine professionelle Messeinrichtung des Lehrstuhls für Prozessmaschinen und Anlagentechnik an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg.

Netzteile frei von Elektronikfiepen

Elektronikgeräusche bei ausgeschaltetem System sind für alle vier Probanden kein Problem. Weder mit offenem noch geschlossenem Netzschalter und Belastung der Standby-Schiene treten etwaige Störgeräusche auf.

Vier Auslastungen von 15 bis 300 Watt

Weil die bisher verwendeten Auslastungszustände mit 100, 260, 400 Watt und mehr die Lautstärke der Netzteile mit Ausgangsleistungen von 200 bis 350 Watt nicht ausreichend genau beschreiben können, werden für diesen Test abgewandelte Abstufungen vorgenommen. Die 100-Watt-Last ist nach wie vor die kleinste. Das FSP200-50GSV-5K sieht dabei schon eine Halbauslastung, weshalb bei einer Ausgangsleistung von 15 Watt zusätzlich ein Niedriglastszenario betrachtet wird. In diesem Fall bleibt der Lüfter mit seinen 1.760 Umdrehungen pro Minute (UPM) noch etwas zurückhaltender. Bei einem Schalldruckpegel von 19,3 dB(A) kann das Geräusch allerdings nicht als sehr leise bezeichnet werden.

8 Einträge
Schalldruckpegelmessung
Angaben in dB(A)
  • Last 2 = 100 W:
    • Akustiklabor-Referenz
      16,2
    • Enermax Revolution SFX 550W
      16,6
    • Chieftec SFX-350BS
      16,7
    • Kolink SFX-250
      16,7
    • Corsair SF450
      18,0
    • FSP FSP200-50GSV-5K
      21,0
    • Inter-Tech Argus SFX-300W
      28,1
  • Last 3:
    • Akustiklabor-Referenz
      16,2
    • Kolink SFX-250
      18,9
      Hinweis: Last 3.2 = 240 W
    • Chieftec SFX-350BS
      20,3
      Hinweis: Last 3.2 = 240 W
    • FSP FSP200-50GSV-5K
      30,2
      Hinweis: Last 3.1 = 180 W
    • Inter-Tech Argus SFX-300W
      31,0
      Hinweis: Last 3.2 = 240 W
  • Last 4:
    • Akustiklabor-Referenz
      16,2
    • Corsair SF450
      18,0
      Hinweis: Last 4.1 = 260 W
    • Enermax Revolution SFX 550W
      19,6
      Hinweis: Last 4.1 = 260 W
    • Chieftec SFX-350BS
      30,5
      Hinweis: Last 4.2 = 300 W
    • Inter-Tech Argus SFX-300W
      32,2
      Hinweis: Last 4.2 = 300 W
  • Last 5 = 400 W:
    • Akustiklabor-Referenz
      16,2
    • Corsair SF450
      22,8
      Hinweis: bei etwa 1450 UPM
    • Enermax Revolution SFX 550W
      32,7
  • Last 6:
    • Akustiklabor-Referenz
      16,2
    • Corsair SF450
      24,6
      Hinweis: Last 6.1 = 440 W
    • Enermax Revolution SFX 550W
      39,7
      Hinweis: Last 6.2 = 500 W

Die steileren Lüfterkurven von Chieftec, FSP und Kolink kennzeichnen eine bessere Lautstärkeoptimierung, weil auch für Niedriglasten auf eine möglichst geringe Geräuschemission geachtet wurde. Die 570 und 670 UPM von Chieftec und Kolink in Last 2 stehen den sehr hohen 1.950 UPM von Inter-Tech entgegen. Letzteres macht sich also schon mit deutlichen Luftverwirbelungen bemerkbar, während von den beiden anderen Netzteil nur ein sehr dezentes Schleifen des Lüfters zu hören ist. Für den Probanden von FSP muss genauer differenziert werden. Denn die vergleichsweise hohe Drehzahl von 1.950 UPM wird mit dem Hintergrund des kleineren Lüfterdurchmessers und der höheren Auslastung auf die Hälfte der Nennleistung verschmerzbarer. Ein nerviges Lüfterrattern verhindert jedoch den Einsatz in Silent-Systemen.

Kolink auch nahe der Volllast leise

Bei einer Last von 240 Watt verbleibt einzig das Kolink SFX-250 leise, obwohl es fast die komplette Nennleistung abgibt. Das hochtourige Lüftergeräusch kann aber eventuell als störend empfunden werden. Zum Geräusch des Chieftec SFX-350BS kommt trotz gleichen Lüfters und ähnlicher Drehzahl ein Klackern hinzu, weshalb es das Prädikat „leise“ verfehlt. Mit der noch höheren Drehzahl des Inter-Tech Argus SFX-300W fällt es schließlich mit lauten Luftverwirbelungen auf. FSP droht dasselbe Schicksal – mit 180 Watt Ausgangsleistung ist es wie das Argus SFX-300W mit 240 Watt in diesem Szenario relativ nahe der Volllast.

Bei einer Auslastung von 300 Watt zieht die Lüftersteuerung von Chieftec deutlich an und kommt mit knapp 2.300 UPM auf Höhe des Argus SFX-300W. Mit den hochfrequenten Luftverwirbelungen verbleibt nur noch ein sehr kleiner Vorsprung bezüglich der Lautstärke des SFX-350BS gegenüber dem Argus SFX-300W, das mit einem sehr lauten Betriebsgeräusch negativ auffällt.

Modell Chieftec FSP Inter-Tech Kolink
Subjektive
Wahrnehmung
Lüfter Elektronik Lüfter Elektronik Lüfter Elektronik Lüfter Elektronik
Last 1 ++ ++ + ++ ++ ++ ++
Last 2 ++ ++ o ++ ++ ++ ++
Last 3 o ++ ++ ++ + ++
Last 4 ++ n/a –– ++ n/a

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