Corsair Hydro GFX im Test: GeForce GTX 1080 Ti mit AiO-Wasserkühlung

Jan-Frederik Timm et al. 43 Kommentare
Corsair Hydro GFX im Test: GeForce GTX 1080 Ti mit AiO-Wasserkühlung

tl;dr: Die Corsair Hydro GFX GeForce GTX 1080 Ti setzt beim Kühlsystem auf eine Kombination aus All-in-One-Wasserkühlung und Radiallüfter. Die versprochenen Taktraten wurden deutlich erhöht. Im Test hat es die Variante gegen die Asus GeForce GTX 1080 Ti Strix OC trotzdem schwer.

GeForce GTX 1080 Ti mit All-in-One-Wasserkühlung im Test

Am Leistungsthron der Nvidia GeForce GTX 1080 Ti (Test) hat die AMD Radeon RX Vega (Test) nicht zu rütteln vermocht. Grund genug, der weiterhin schnellsten Grafikkarte für Spieler in der Wartezeit auf Partnerkarten mit GPU von AMD erneut Aufmerksamkeit zu schenken.

Die fünfte Partnerkarte im Test

Nach den Modellen Asus GTX 1080 Ti Strix OC (Test) , Gigabyte Aorus GeForce GTX 1080 Ti (Test), Zotac GeForce GTX 1080 Ti (Test) und Palit GTX 1080 Ti GameRock (Test) ist es in diesem Fall die in Kooperation von Corsair und MSI entwickelte und mit einer All-in-One-Wasserkühlung versehene Version.

Mit einem Straßenpreis von mindestens 879 Euro gehört das Modell zu den teureren Partnerkarten mit GP102-GPU, der Einstieg gelingt bereits bei rund 700 Euro. Auch die bisher getesteten Partnerkarten mit zum Teil sehr guten Kühlsystemen sind an die 100 Euro günstiger. Die Frage ist: Für wen lohnt sich der Aufpreis?

Corsair Hydro GFX vs. MSI Sea Hawk (X)

Die Corsair Hydro GFX GeForce GTX 1080 Ti gibt es in Deutschland nur direkt beim Hersteller zu kaufen. Es gibt aber auch eine artverwandte Version, die MSI GeForce GTX 1080 Ti Sea Hwak (X). Sie ist im freien Handel verfügbar und unterscheidet sich nur in zwei Punkten von der Version von Corsair: Der Beschriftung auf der Seite des Kühlers (Sea Hawk vs. Corsair) und dem auf dem Radiator verwendeten Lüfter: Corsair nutzt einen magnetisch gelagerten Lüfter der ML-Serie, das Modell von MSI muss hingegen darauf verzichten.

Die Corsair Hydro GFX GeForce GTX 1080 Ti im Test
Die Corsair Hydro GFX GeForce GTX 1080 Ti im Test

PCB, Anschlüsse, Taktraten

Die Corsair Hydro GFX GeForce GTX 1080 Ti setzt auf das Referenz-PCB von Nvidia. Nicht darauf zu finden ist allerdings der Schriftzug „Nvidia“. Ursache dürfte der Einsatz eines DVI-Ports sein, den das Referenzdesign nicht mehr trägt; die Lötpunkte sind allerdings vorhanden. Nvidia selbst spart diesen Anschluss seit der GeForce GTX 1080 Ti ein, um mehr Platz für die Abluft über die Slotblende zu lassen. Bei Corsair ist das allerdings weniger relevant, und der immer noch weit verbreitete Anschluss ist zurück.

Referenz-PCB ohne entscheidende Nachteile

Bei GeForce GTX 1080 und GeForce GTX 1080 Ti hat sich die Verwendung der Referenzplatine bisher nicht als wesentlicher Nachteil herausgestellt, denn GP104 und GP102 lassen sich auf Wunsch auch auf dieser Basis konkurrenzfähig hoch übertakten. Und auch das Übertakten ab Werk ist kein Problem.

Ab Werk übertaktet

Die Taktraten der Hydro GFX wurden gegenüber der Founders Edition deutlich angehoben, liegen im ab Werk aktiven Gaming-Modus allerdings unter den Taktraten der bisher von ComputerBase getesteten Partnerkarten. Im per MSI-Gaming-App aktivierbaren OC-Modus liegen 25 MHz mehr an, auch der Speicher wird dann auf 5.560 MHz marginal übertaktet. Die MSI Hawk X bietet denselben Takt. MSI verkauft auch eine Variante „Hawk“ mit 50 MHz weniger Takt.

Taktraten der Partnerkarten ab Werk im Vergleich
Hydro GFX Founders Edition GameRock AMP! Extreme Aorus Strix OC
Basistakt 1.544 1.480 1.594 1.645 1.569 1.569
Typischer Boost 1.657 1.582 1.708 1.749 1.683 1.683
Speichertakt 5.500 5.500 5.500 5.600 5.500 5.500
Alle Angaben in MHz, Modi wie ab Werk:
Hawk X: Gaming-Modus,
Palit: OC-Modus,
AMP! Extreme: –,
Aorus: Gaming-Modus,
Strix: Gaming-Modus

Kühlsystem und RGB-Beleuchtung

Das auf der Grafikkarte eingesetzte Kühlsystem hat im Gegensatz zum PCB mit der Founders Edition kaum noch etwas gemein. Zwar nutzt auch dieses Kühlsystem einen Radiallüfter, allerdings nur noch zur Kühlung der Spannungsversorgung und des Speichers. Der Großteil der Abwärme der GPU wird hingegen über eine All-in-One-Wasserkühlung mit 120-mm-Radiator abgeführt. Über die zwei 330 mm langen Schläuche lässt er sich auch in größeren Gehäusen an verschiedenen Positionen montieren. Wo der Kühler damit seine Frischluft bezieht und die Abwärme abführt, liegt in der Wahl des Anwenders. Inklusive Lüfter ist der Radiator 52 Millimeter hoch.

Kühlsystem für das Referenz-PCB mit All-in-One-Wakü und Radiallüfter
Kühlsystem für das Referenz-PCB mit All-in-One-Wakü und Radiallüfter

Das Kühlsystem zu demontieren, bedeutet bei der Hydro GFX einiges an Aufwand: Neben den klassischen vier Federschrauben muss auch die Backplate entfernt werden, um an weitere vier Schrauben zur Befestigung des Kühlers und zwei zur Befestigung der Slotblende zu kommen. An dieser müssen zwischen den Anschlüssen wiederum weitere zwei Schrauben entfernt werden. Daraufhin gilt es nur noch die Stromversorgung für den Lüfter sowie den Stecker am Kabel für die RGB-LED-Beleuchtung zu entfernen.

MSI-Logo mit konfigurierbarer RGB-Beleuchtung

Über die App von MSI lässt sich auch die RGB-Beleuchtung konfigurieren, die hinter dem MSI-Logo an der Kartenseite verborgen ist. Das Corsair-Logo im Sichtfenster auf dem Kühler ist hingegen nicht beleuchtet, auch wenn es auf Bildern den Anschein hat, dass das geht.

Garantie

Corsair gibt auf die Grafikkarte eine Garantie von drei Jahren ab Kaufdatum. Details zu den Garantiebedingungen enthält der Artikel Grafikkarten: Garantiebedingungen von Abwicklung bis Kühlerwechsel.

So lange bietet MSI auf die Sea Hawk X Garantie
Hersteller Zeitraum Optional verlängerbar Abwicklung
Asus 3 Jahre - Händler
Gigabyte 3 Jahre - Händler
MSI 3 Jahre* Händler
Palit 2 Jahre - Händler
Zotac 2 Jahre 5 Jahre** Händler
* Ab Herstellungsdatum ** Gegen Registrierung

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