Fusion-ISP: Sonys Dual-Kamera macht Fotos bis ISO51200 möglich

Jan-Frederik Timm 16 Kommentare
Fusion-ISP: Sonys Dual-Kamera macht Fotos bis ISO51200 möglich

Entgegen dem Trend hat Sony die neuen Smartphones Xperia XZ2 und Xperia XZ2 Compact zum MWC 2018 erneut mit nur einer Hauptkamera ausgestattet. Der Konzern wolle etwas besseres abliefern als die Konkurrenz, lautete zuletzt wiederholt die Begründung. Erstmals hat Sony jetzt auch über diese bessere Lösung gesprochen.

Videos mit ISO12800, Fotos mit ISO51200

Nach der Vorstellung der neuen Smartphones mit Snapdragon 845 gab Kunimasa Suzuk, CEO von Sony Mobile Communications, einen kurzen Ausblick auf den Ansatz, den Sony bei der eigenen Dual-Kamera verfolgen wird. Dem zur Messe präsentierten Video zufolge wird Sony bei dem System die Leistung der Kamera in dunkler Umgebung in den Vordergrund stellen. Ein neuer Image Signal Processor (ISP) namens Fusion soll die von den zwei Linsen und Sensoren eingefangen Informationen so vereinen können, dass Aufnahmen in extrem dunkler Umgebung möglich sind.

Sony spricht von Videoaufnahmen bis ISO12800 und Fotos bis ISO51200 und verweist als einzige Alternative auf Kameras mit Wechselobjektiven wie aktuelle DSLRs. Die bieten im Fall der Nikon D850 beispielsweise nur ISO25600, nach manuellem Eingriff lässt die Nikon allerdings ISO102400 zu – mit dann deutlich sichtbarem Qualitätsverlust. Mit welchem Qualitätsverlust Sonys Lösung operieren darf, darauf ließen die im Video präsentierten Bilder vorerst keinen Rückschluss zu.

Viel ISO allein macht noch kein gutes Foto

Wie hoch ein CMOS-Sensor die Lichtempfindlichkeit drehen kann, ist allerdings nur einer der beiden wesentlichen Aspekte bei der Beurteilung seiner Fähigkeiten in schlechten Lichtverhältnissen. Der andere ist der dabei zu beobachtende Qualitätsverlust, in der Regel als Rauschen bezeichnet. Eine Vorgabe hierzu gibt es nicht: ISO3200 kann auf unterschiedlichen Sensoren qualitativ ganz unterschiedliche Resultate hervorrufen.

Darüber hinaus haben weitere Faktoren wie die verwendete Optik und die Software großen Einfluss auf die so genannte „Low Light Performance“. Samsung wirbt beim neuen Galaxy S9(+) mit einer bei Bedarf extrem weiten Blende von f/1.5, die mehr Licht auf den Sensor fallen lässt, und einem Software-Feature, das das Rauschen des Sensors bei weniger als einem Lux Helligkeit durch die Kombination von vier Fotos herauszufiltern versucht – bis zu 30 Prozent weniger Rauschen soll auf diesem Weg möglich sein.

Noch ohne Termin

Wie gut Sonys erste Dual-Kamera für Smartphones in dunkler Umgebung abschneiden wird, bleibt zum MWC 2018 damit noch unbeantwortet. Wie lange das System noch auf sich warten lassen wird, dazu gab Sony keine Information preis. Möglich, dass ein XZ2 Premium diese Funktion zur IFA 2018 im September beinhalten wird.