Final Fantasy XV im Test: Viel Speicher ist Pflicht, Gras per GameWorks ratsam

Update Wolfgang Andermahr
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Final Fantasy XV im Test: Viel Speicher ist Pflicht, Gras per GameWorks ratsam

tl;dr: Die Final Fantasy XV Windows Edition verlangt im Test nach viel Grafikspeicher, 11 GB der GeForce GTX 1080 Ti dürfen es unter Ultra HD schon sein. Aus den viel diskutierten GameWorks-Effekten sticht hingegen Turf hervor, der Rest ist eher optional. Die Benchmarks zeigen: Eine schnelle GPU braucht es in jedem Fall.

Final Fantasy XV im neuen Gewand

Update

ComputerBase hat einen genauen Blick auf das High-Resolution Pack geworfen. Dieses verbessert die Grafik in Final Fantasy XV um ein gutes Stück. Allerdings steigen auch die Anforderungen bezüglich Speicher und Performance an die Grafikkarte. Neben Screenshots gibt es auch Benchmarks auf der GeForce GTX 1080 Ti, GeForce GTX 1080 und der Radeon RX Vega 64.

Seit dem 29. November 2016 gibt es Final Fantasy XV für die PlayStation 4 und die Xbox One. Seit gestern dürfen aber auch PC-Spieler Platz nehmen: Die Final Fantasy XV Windows Edition ist über Steam, Origin und im Microsoft Store verfügbar. Wie die neue Royal Edition für die Konsolen enthält sie alle bisher erschienenen DLCs. Doch Square Enix will den großen zeitlichen Versatz nicht einfach nur für einen einen simplen Port genutzt haben, sondern hat diverse Anpassungen an der Konsolenfassung vorgenommen: Die hauseigene Engine Luminous 1.5 wurde massiv aufgebohrt.

Mit GameWorks, hübscheren Texturen und 120 FPS

Beispielsweise gehören maximal 120 FPS (alternativ 30 und 60 FPS), deutlich höher aufgelöste Texturen, Auflösungen bis hinauf zu 8K, schönere Effekte und auch die Integration von Nvidias GameWorks-Programm sowie Ansel mit dazu. Ihren Effekt verfehlen diese Anpassungen nicht.

Der Test der finalen Fassung bestätigt den positiven Eindruck auf Basis der Vorabversion: Final Fantasy XV sieht auf dem PC bei vollen Details sehr gut aus. Vor allem die Texturen fallen extrem detailliert aus. Aber auch die Gestaltung der Landschaft, die Weitsicht und die Effekte tragen zur sehr guten Grafik bei. Auch GameWorks spielt dafür eine Rolle, Nvidias Programm steht in diesem Technik-Test deshalb mit im Fokus. Aus dem positiven Rahmen fallen die Gesichtsanimationen: Die Mimik wirkt steif und passt nicht zu restlichen Grafikqualität. Eine Geschmacksfrage ist wiederum der asiatische Stil der Präsentation.

Final Fantasy XV Windows Edition im Technik-Test

Vielfältige Einstellungsmöglichkeiten

Die grafischen Einstellungsmöglichkeiten im Optionsmenü sind vielfältig und auch die Steuerung mit Maus und Tastatur funktioniert gut. Genauere Details und Eindrücke zur PC-Version von Final Fantasy XV abseits der Technik hat die Redaktion anhand einer noch nicht ganz finalen Version in einem separaten Artikel zusammen gefasst. Auf den nachfolgenden Seiten steht wiederum einzig und allein die Technik im Mittelpunkt. Die Arbeit an der Technik wollen die Entwickler dabei noch nicht eingestellt haben – aktuell werde beispielsweise daran gearbeitet, das obere Limit von 120 FPS weiter anzuheben.

Das Optionsmenü, Grafik-Presets und Anti-Aliasing

Die Eckpfeiler des Grafikmenüs sind neben dem FPS-Limiter (30 FPS, 60 FPS und 120 FPS) vier verschiedene Presets, mit denen sich die Grafik des Spiels schnell an den eigenen Rechner anpassen lässt. „Niedrig“, „Mittel“, „Hoch“ und „Maximal“ stehen zur Auswahl, wobei letzteres noch nicht der höchsten Detailstufe entspricht. Die Option Belichtung lässt sich noch höher drehen und alle GameWorks-Effekte halten die Stufe „Maximum“ noch bereit.

Schon ab dem Grafik-Preset Hoch sieht Final Fantasy XV allerdings gut aus. Weiter reduziert werden sollten die Grafikoptionen nur, wenn man unbedingt mehr Performance benötigt, die Grafik verliert dann deutlich an Reiz. Die Stufe Niedrig sollte unbedingt vermieden werden, dann wird es hässlich.

Maximal bringt im Vergleich zu Hoch dann primär einen Boden-Tessellation-Effekt, der die Optik sichtbar verbessert. Wer darüber hinaus hingegen manuell die Beleuchtung maximiert, erhält vor allem eine leicht andere Beleuchtung – ob das auch besser aussieht, ist Geschmackssache.

Final Fantasy XV – Grafik-Presets, 1.920 × 1.080
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Niedrig-Preset
      113,9
    • Mittel-Preset
      74,8
    • Hoch-Preset
      68,6
    • Maximum-Preset
      64,1
    • Maximale Details
      60,1
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • Niedrig-Preset
      120,0
    • Mittel-Preset
      79,9
    • Hoch-Preset
      74,0
    • Maximum-Preset
      71,5
    • Maximale Details
      67,3
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Die Performanceunterschiede der Presets sind dann auch relativ gering, einen großen Abstand gibt es nur zum Preset Niedrig. Zwischen dem Maximum-Preset und dem Mittel-Preset liegen auf der Radeon RX Vega 64 hingegen nur 17 Prozent, auf der GeForce GTX 1080 nur 19 Prozent. Wer auf das unansehnliche Preset Niedrig umschaltet, verbessert die Geschwindigkeit wiederum um 70 bis 80 Prozent. Die händisch maximierte Bildqualität kosten sowohl auf einer AMD- als auch auf einer Nvidia-Grafikkarte sechs Prozent.

Eine ordentliche Kantenglättung auf Kosten der Bildschärfe

Als Anti-Aliasing bietet Final Fantasy XV FXAA sowie TAA , das mit einer temporalen Komponente ausgestattet ist. FXAA ist wenig empfehlenswert, denn ein Großteil der Umgebung flackert ungehindert weiter. Und das ist in dem Spiel ein Problem, denn vor allem in der Open World gibt es viel Vegetation, es flimmert also soweit das Auge reicht. TAA ist dem klar vorzuziehen, auch wenn das Bild dadurch sichtbar ein unschärfer wird. Je höher die Auflösung, desto geringer der Effekt – und die Vegetation wird wirkungsvoll bearbeitet. Das Ergebnis ist nicht perfekt, doch wird das gesamte Bild effektiv beruhigt. Nur in Ultra HD verschwindet das Flimmern allerdings fast gänzlich.

Final Fantasy XV – Kantenglättung, 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Ohne Kantenglättung
      68,8
    • FXAA
      67,7
    • TAA
      64,1
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • Ohne Kantenglättung
      78,9
    • FXAA
      77,5
    • TAA
      71,5
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

TAA kostet in Final Fantasy XV etwas Performance. So verringert sich die Framerate auf der Radeon RX Vega 64 um sieben Prozent, auf der GeForce GTX 1080 sind es neun Prozent. FXAA kostet dagegen nur zwei Prozent. TAA bleibt trotzdem die Empfehlung.

Wem das nicht reicht, der kann natives Downsampling nutzen. Eine freie Auswahl der intern berechneten Auflösung gibt es zwar nicht, mit 125, 150, 175 und 200 Prozent gibt es aber mehrere Stufen, sodass auch auf einem Full-HD-Monitor intern mit Ultra HD gerechnet werden kann. Alternativ lässt sich die interne Auflösung auch auf 75 Prozent beziehungsweise 50 Prozent reduzieren, um die Performance auf Kosten der Bildqualität zu erhöhen.

Square Enix hat in Final Fantasy neben Ansel vier GameWorks-Effekte integriert. Dabei handelt es sich um HairWorks, Turf, ShadowLib und VXAO. Jede Option lässt sich unabhängig von den Presets einzeln an- und abschalten. ComputerBase hat sich nachfolgend ausführlich mit den Effekten beschäftigt.

High-Resolution Pack mit 63 GB (Update)

Die Final Fantasy XV Windows Edition kommt mit einem optionalen „High-Resolution Pack“ daher, das als kostenloser DLC herunter geladen werden kann. Sind die 63 GB installiert, liegen einige Texturen in noch höherer Auflösung vor, die Grasdichte wird erhöht und darüber hinaus gibt es mit „Flow“ einen weiteren GameWorks-Effekt. Er ermöglicht eine hübschere Feuerdarstellung am Lagerfeuer.

Anders als viele Texturpakete in anderen Spielen hat das High-Resolution Pack in Final Fantasy XV einen deutlich sichtbaren Einfluss auf die Grafikqualität. Sequenzen, in denen kein Unterschied zu sehen ist, gibt es in Final Fantasy XV nicht. Wenn es die eigene Hardware erlaubt, sollte deshalb das High-Resolution Pack unbedingt in den Grafikoptionen unter dem Punkt „Assets“ aktiviert werden. Das gilt übrigens auch in geringen Auflösungen, denn schärfere Texturen sind nur ein Unterschied.

Die auffälligste Änderung ist die nun deutlich vermehrte Vegetation. Die Anzahl der Grasbüschel und Sträucher nimmt deutlich zu, sowohl auf kurzer als auch auf langer Entfernung. Da es auch immer wieder Sequenzen ohne Vegetation gibt, wirkt dies auch nicht übertrieben. Die Anzahl nimmt zudem mit und ohne den GameWorks-Effekt Turf zu. Das High-Resolution Pack nimmt hierbei nur Einfluss auf die Masse, nicht die Qualität.

Darüber hinaus erhalten einige Texturen mehr Details. Das gilt für viele der Bodentexturen, was auch am ehesten auffällt. Aber auch die Texturen vieler anderer Elemente werden ausgetauscht, was jedoch meist nur im Direktvergleich auffällt. Die hübscheren Charaktermodelle fallen nur beim genauen Hinsehen und selbst dann kaum auf. Der GameWorks-Effekt Flow kommt bei Lagerfeuer-Sequenzen neu hinzu. Das sieht schick aus, im normalen Spielgeschehen gibt es aber keinen Effekt, der Flow nutzt.

Schöner mit dem High-Resolution Pack, aber auch fordernder

Optisch ist das High-Resolution Pack also zu empfehlen, jedoch steigen auch die Anforderungen an die Grafikkarte an. Das fängt beim Speicher an: Wessen GPU nicht über mindestens acht Gigabyte verfügt, sollte auf die neuen Assets verzichten. Acht Gigabyte sind bei reduzierter TRAM-Option ausreichend. Ist diese voll aufgedreht, reichen auch diese nicht mehr aus. Dann belegt das Spiel auf einer GeForce GTX 1080 Ti knapp über zehn Gigabyte und damit rund zwei Gigabyte mehr als ohne das Pack.

Darüber hinaus steigt auch der Leistungsbedarf. Je nach Einstellung fällt dieser unterschiedlich hoch aus. Ist Turf aktiviert, wird schöneres Gras dargestellt. Mit dem Pack sieht der Spieler – wie erwähnt – mehr Gras, was in der Konsequenz auch mehr Performance kostet. Ohne GameWorks verringert das High-Res-Pack die Framerate auf einer GeForce GTX 1080 Ti um fünf Prozent. Mit GameWorks (HairWorks, ShadowLib und Turf) sind es neun Prozent, fast doppelt so viel wie ohne Turf.

High-Res Pack – 2.560 × 1.440. Maximum-Preset
  • Nvidia GeForce GTX 1080 Ti:
    • Standard / ohne Gameworks
      98,2
    • High-Res Pack / ohne Gameworks
      93,3
    • Standard / mit Gameworks
      84,1
    • High-Res Pack / mit Gameworks
      76,8
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • Standard / ohne Gameworks
      74,8
    • High-Res Pack / ohne Gameworks
      71,7
    • Standard / mit Gameworks
      63,6
    • High-Res Pack / mit Gameworks
      58,8
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Standard / ohne Gameworks
      66,1
    • High-Res Pack / ohne Gameworks
      63,6
    • Standard / mit Gameworks
      51,6
    • High-Res Pack / mit Gameworks
      47,1
Einheit: Bilder pro Sekunde (FPS)

Die GeForce GTX 1080 Ti sowie die Radeon RX Vega 64 verlieren durch das High-Resolution Pack im gleichen Maße Performance. Die GeForce GTX 1080 minimal weniger als der größere Bruder, die Radeon RX Vega 64 genau gleich viel wie die GeForce GTX 1080 Ti. Auch wenn AMD leichte Schwierigkeiten mit den GameWorks-Effekte hat, zeigt dies, dass die Masse an Turf nicht das Problem ist – sondern eher die Effekte beziehungsweise die Umsetzung an sich.