Final Fantasy XV im Test: Viel Speicher ist Pflicht, Gras per GameWorks ratsam 2/3

Wolfgang Andermahr 328 Kommentare

Testreihen, Testsystem und Grafik-Einstellungen

Die nachfolgenden Grafikkarten-Benchmarks sind mit einem auf 4,7 GHz übertakteten Intel Core i7-8700K durchgeführt worden, der mit insgesamt 32 Gigabyte Arbeitsspeicher und einer Geschwindigkeit von DDR4-3200 (16-16-16-38, Dual Rank) im Dual-Channel-Modus bestückt war. Windows 10 Fall Creators Update und allen verfügbaren Updates war installiert. Als Treiber waren der Adrenalin 18.3.1 beziehungsweise der GeForce 391.01 installiert. Beide Treiber sind für Final Fantasy XV optimiert.

Die Benchmark-Szene im Detail

Die Benchmarkszene zeigt einen Fußmarsch zu Beginn des Spiels durch ein großes Feld mit mehreren Gebäuden, einem Feldweg, Vegetation sowie den drei NPC-Begleitern. Es handelt sich um eine anspruchsvolle Sequenz, aber nicht um ein Worst-Case-Szenario. Ähnliche Frameraten gibt es in dem Spiel immer wieder.

In 1.920 × 1.080 sowie in 2.560 × 1.440 wird für die Benchmarks das Maximum-Setting genutzt, wobei die TRAM-Einstellung um eine Stufe auf Hoch reduziert wird. Für 3.840 × 2.160 wird auf das Hoch-Preset zurück geschaltet. Für die Benchmarks ist GameWorks deaktiviert – außer natürlich für die GameWorks-Tests. HBCC war bei Radeon RX Vega in den Standardeinstellungen, wie von AMD weiterhin vorgesehen, deaktiviert.

Auflösung Grafikdetails
1.920 × 1.080 Maximum-Preset, TRAM Hoch, kein GameWorks
2.560 × 1.440 Maximum-Preset, TRAM Hoch, kein GameWorks
3.840 × 2.160 Hoch-Preset, kein GameWorks

Nvidia GameWorks im Detail

Die GameWorks-Effekte HairWorks, Turf, ShadowLibs und VXAO lassen sich im Grafikmenü separat an- und abschalten. Sämtliche Effekte funktionieren auch auf Radeon-Grafikkarten. Obwohl VXAO bis jetzt nur mit Maxwell- und Pascal-Beschleunigern kompatibel gewesen ist. Für ShadowLib muss es jedoch eine Radeon-GPU des Typs Vega sein, Polaris kann mit dem Feature nicht umgehen.

Um HairWorks in Final Fantasy XV gab es zunächst große Aufregung. Denn im Benchmark wurde die Technologie auch in Frames genutzt, die überhaupt keinen HairWorks-Effekt gezeigt haben. Mit dem Ergebnis, dass Radeon-Grafikkarten massiv eingebrochen sind, GeForce-Beschleuniger aber ebenso unnötig langsamer liefen. Das Problem wurde mittlerweile aber behoben und HairWorks kostete nur dann Performance, wenn der Effekt auch im Bild zu sehen ist.

Auf drei GameWorks-Effekt können Spieler verzichten

HairWorks und zwei andere GameWorks-Effekte sind mehr oder weniger optional. Sie verbessern zwar die Grafik, doch sieht das Spiel auch ohne gut aus. Anders ist das aber bei Turf. Denn Turf verändert die Darstellung von Gras in dem Spiel massiv. Ist Turf aktiv, wird jeder Grashalm von mehreren Polygonen dargestellt, sodass jeder Grashalm auf Wind und Interaktion (auf den Spieler) reagieren kann. Stellenweise sind bis zu 10.000.000 Polygone im Bild.

Ohne Turf wird dagegen schlicht eine Textur genutzt. Das sieht schon für sich genommen schlechter aus, darüber hinaus fällt aber auch die Interaktion der Grashalme weg. Der Unterschied ist sofort zu sehen. Die Empfehlung ist deshalb, Turf aktiviert zu lassen, auch wenn es Leistung kostet.

HairWorks und ShadowLibs sind dagegen „Nice-to-have“-Features. Ihr Einfluss ist gering, darauf zu verzichten ist kein großer Verlust. Anders als The Witcher 3 nutzt Final Fantasy XV HairWorks beispielsweise zur Darstellung von Haaren nicht beim Hauptcharakter oder NPCs, sondern nur bei einigen Monstern. Das sieht zwar schick aus, ist aber nicht die Regel.

Dasselbe gilt noch mehr für ShadowLibs. Das ist ein Überbegriff für ShadowWorks und nutzt laut Square Enix für einige Schatten Raytracing, um die Genauigkeit zu erhöhen – Fachterminus: „Hybrid Frustum Traced Shadows“ (HFTS). Der Effekt soll ausschließlich auf Charaktermodellen zu sehen sein, muss dort aber mit der Lupe gesucht werden. Selbst auf Screenshots ist es schwer ihn zu entdecken. Auf diesen Effekt zu verzichten ist ebenfalls kein Problem.

VXAO (Voxel Ambient Occlusion) kommt wiederum mit der Überraschung daher, dass der Effekt erstmals auch auf AMD-Grafikkarten läuft. Und die bis exklusiv auf Maxwell und Pascal von Nvidia verfügbare Umgebungsverdeckung sieht in Final Fantasy XV gut aus. Der Effekt liefert eine hübschere Umgebungsverdeckung als die spieleigene Technologie: Es werden Objekte erfasst, die ansonsten außen vor bleiben. Zudem wirkt die Umgebungsverdeckung nicht zu dick oder zu seicht aufgetragen. Am Ende ist aber auch dieser Effekt zwar sicht- aber nicht unverzichtbar, zumal er sehr viel Leistung kostet.

Die Effekte kosten unterschiedlich viel Performance

Je nach GameWorks-Effekt sind Auswirkungen auf die Performance unterschiedlich hoch. Die Benchmarks in der Standardszene bestätigen zuerst, dass HairWorks unabhängig von der Grafikkarte keine Leistung mehr kostet, wenn der Effekt nicht zu sehen ist. Taucht ein entsprechendes Monster auf, hat dies aber durchaus einen Einfluss auf die Performance, er fällt aber gering aus. Weder die GeForce GTX 1080, noch die Radeon RX Vega 64 haben somit ein Problem, wenn ein HairWorks-Monster im Bild ist. Auf der AMD-Grafikkarte fällt die Framerate um etwa drei bis vier FPS.

Final Fantasy XV – GameWorks, 2.560 × 1.440
  • AMD Radeon RX Vega 64:
    • Ohne GameWorks
      64,1
    • HairWorks
      64,0
    • ShadowLib
      57,5
    • Turf
      50,0
    • VXAO
      47,5
    • Alle GameWorks-Effekte
      36,9
  • Nvidia GeForce GTX 1080:
    • Ohne GameWorks
      71,5
    • HairWorks
      71,2
    • ShadowLib
      65,7
    • Turf
      61,2
    • VXAO
      57,8
    • Alle GameWorks-Effekte
      48,9

Alle anderen GameWorks-Elemente kosten teils deutlich mehr. Wer ShadowLib nutzt, reduziert die Framerate auf einer GeForce GTX 1080 um acht Prozent und auf einer Radeon RX Vega 64 um zehn Prozent.

Die Kosten von Turf sind dann sehr von der Szene abhängig – je nachdem, wie viel Gras zu sehen ist. Da die Testszene recht viel Gras aufweist, ohne ein Extremfall zu sein, sind die Kosten im Benchmark hoch. Die GeForce GTX 1080 läuft mit Turf um 14 Prozent langsamer, die Radeon RX Vega 64 um 22 Prozent. Darüber hinaus bekommt die AMD-Grafikkarte bei dem Effekt kleine Schwierigkeiten bezüglich der Frametimes. Sie sind nicht nur messbar sondern durchaus auch zu spüren. Je nach Framerate sind sie störend oder nicht.

VXAO kostet in Final Fantasy XV aber am meisten Performance. Die GeForce GTX 1080 wird um 19 Prozent langsamer, die Radeon RX Vega 64 gleich um 26 Prozent.

Wer alle GameWorks-Features hinzuschaltet, verringert die Framerate auf einem Nvidia-Beschleuniger um 32 Prozent, auf einer AMD-Grafikkarte gleich um 42 Prozent.

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