Logitech G502 Hero im Test: Allround-Gaming-Maus mit neuem Sensor

Fabian Vecellio del Monego 92 Kommentare
Logitech G502 Hero im Test: Allround-Gaming-Maus mit neuem Sensor

tl;dr: Mit der G502 Hero aktualisiert Logitech die bekannte Mausserie. Die neue Generation erweist sich im Test als ein präzises und vielfältig programmierbares Eingabegerät für verschiedenste Spielegenres. Konkurrenz droht allerdings noch vom Vorgänger, der nicht schlechter, aber deutlich günstiger auftritt.

Hero folgt auf Proteus Spectrum

Auf die im Januar 2016 erschienene G502 Proteus Spectrum lässt Logitech diesen Herbst die G502 Hero folgen. Eine Revolution der rund zweieinhalb Jahre alten Maus steht damit zwar nicht an, der Neuzugang im Portfolio bringt aber einige zeitgemäße Aktualisierungen mit sich. Darunter ist der eigens entwickelte optische Sensor Logitech Hero, der zuvor bereits bei den kabellosen Mäusen G305 und G Pro Wireless (Test) Einzug hielt. Ebenfalls angepasst wurden die Omron-Primärtaster, Design-Akzente und das umwickelte USB-Kabel.

Preislich orientiert sich die G502 Hero bei der unverbindlichen Preisempfehlung des Vorgängers, die rund 90 Euro beträgt. Letzterer wird indessen weiterhin angeboten und im Preisvergleich für rund 40 Euro weniger gelistet, während der Neuzugang derzeit preisstabil knapp unterhalb dem UVP bleibt.

Logitech G502 Hero
Logitech G502 Proteus Spectrum
Ergonomie: Rechtshändig
Sensor: Logitech Hero
Optisch
PixArt PMW-3366
Optisch
Auflösung: 100 – 16.000 dpi
5 Stufen
200 – 12.000 dpi
5 Stufen
Geschwindigkeit: 10,2 m/s 6,3 m/s
Beschleunigung: 392 m/s² 490 m/s²
Abtastrate: 1.000 Hz
Primärtaster: Omron-Taster, 50 mio. Klicks Omron-Taster, 20 mio. Klicks
Anzahl Tasten: 11
Linkseitig: 3
Oberseite: 8
Sondertasten: dpi-Umschalter
4-Wege-Mausrad, Sniper-Taste
Software: 3 Profile
vollständig programmierbar, Sekundärbelegung
Makroaufnahme
Interner Speicher: 3 Profile
Beleuchtung: Farbe: RGB, 1 Zone
Modi: Atmend, Farbschleife
dpi-Indikator
Gehäuse: 132 × 75 × 40 mm
Hartplastik, Beschichtung
Glanzelemente
Gewicht: 121 Gramm (o. Kabel)
5 Gewichte á 3,6 Gramm
Anschluss: USB-Kabel, 2,10 m, umwickelt USB-Kabel, 1,80 m, umwickelt
Preis: ab 80 € ab 55 €

Äußerlichkeiten

Ergonomisch richtet sich die G502 Hero ausschließlich an Rechtshänder, die vorzugsweise über kleinere bis mittelgroße Gliedmaßen verfügen: Das schmale Gehäuse und die Platzierung der linksseitigen Zusatztasten können sich bei ausladenden Händen als unangenehm erweisen. Es sei gleichwohl angemerkt, dass das Empfinden der Haptik selbstverständlich subjektiver Natur ist. Auch ob Nutzer Palm-, Claw- oder Fingertip-Grip verwenden können, hängt schlicht von der Größe ihrer Hände ab. Da das Gehäuse verhältnismäßig lang ausfällt, ist eine Ablage des Handballens auf dem Mausrücken prinzipiell gut möglich.

Gehäuse und Materialien

Logitech bedient sich an einem im Vergleich zu kürzlichen Neuzugängen etwas auffälligeren Design, das bis auf wenige Abweichungen dem älterer G502-Modelle entspricht. Neben insgesamt sechs unterschiedlichen Oberflächenmaterialien, die matte Texturen, Glanzelemente und beschichtete gummierte Flächen beinhalten, kommt ein Mausrad aus Metall zum Einsatz. Die unterschiedlichen Texturen sorgen für optische Variation und im Falle der strukturierten Gummibeschichtung an beiden Flanken des Eingabegeräts für einen sicheren Griff, machen die Maus aber auch anfälliger für Verunreinigungen und Kratzer.

Für eine angenehme Haptik sorgen indes auch die konkave Mulde der linken Maustaste, die linksseitig mit erhöhten Zusatztasten abschließt, und die Daumenablage. Die rechte Flanke der Maus ist hingegen schlicht und glatt gehalten, auch die Maustaste fällt konvex gerundet ab. Im Zusammenspiel mit der geringen absoluten Breite bietet die G502 Hero somit allerdings recht wenig Platz für den Ring- und den kleinen Finger, die folglich – zumindest bei größerer Proportion – über das Mauspad reiben, wenn die Maus bewegt wird.

Gewichte zur Verlagerung des Schwerpunkts

Als besondere Stärke der G502 Hero weist Logitech fünf optionale Gewichte aus, die nach Abnahme der magnetisch befestigten Abdeckung in variabler Anordnung im Rumpf des Eingabegeräts verstaut werden können. Somit lässt sich nicht nur die Masse der Maus in 3,6-Gramm-Schritten erhöhen, sondern auch deren Schwerpunkt verlagern. Ein Leichtgewicht ist die G502 Hero allerdings auch unbestückt nicht: 121 Gramm sind gerade für ein kabelgebundenes Modell relativ schwer, vor allem, wenn zum Vergleich Logitechs G Pro Wireless herangezogen wird, die trotz des kabellosen Designs lediglich 80 Gramm auf die Waage bringt.

An deren exzellente Gleiteigenschaft reicht die G502 Hero demnach nicht ganz heran, obwohl die sonst freie Unterseite mit ausladenden Gleitflächen versehen ist. Dazu trägt verständlicherweise auch das fest montierte USB-A-Kabel bei, das jedoch gegenüber dem der G502 Proteus Spectrum nicht nur rund 30 Zentimeter länger, sondern auch leichtgängiger ausfällt: Logitech hat sowohl den Durchmesser reduziert als auch die Umwicklung feiner strukturiert, die in Folge weniger Widerstand bei Beugung leistet. Potentielle Kabelbrüche müssen Nutzer dank Gummistabilisierung aber nicht fürchten.

RGB-Beleuchtung an Rücken und linker Flanke

Hinsichtlich der möglichen Beleuchtung der G502 Hero, auf die im Software-Teil des Artikels näher eingegangen wird, lässt sich vorwegnehmen, dass neben dem aktualisierten und im Gegensatz zu älteren G502-Versionen nun kantigen Logo auf dem Mausrücken auch drei Streifen am Übergang zur linken Flanke leuchten. Diese LEDs dienen der Indikation der aktuell gewählten Sensorauflösung, die durch Anzahl und Ausrichtung der leuchtenden Striche visualisiert wird.

Tasten

Insgesamt elf Tasten bietet die G502 Hero, acht davon auf der Oberseite, drei linksseitig platziert. Bei den Primärtastern greift Logisch auf mit bis zu 50 Millionen Klicks spezifizierte Omron-Modelle zurück; im Vorgänger kam noch die Variante mit einer Lebensdauer von 20 Millionen Betätigungen zum Einsatz. Zwischen beiden Maustasten liegt erwartungsgemäß das Mausrad, das dank des 4-Wege-Designs auch auf horizontalen Druck reagiert. Dahinter befindet sich ein mechanischer Schalter, mit dem das sonst gerasterte und hörbar klickende Rad komplett freigestellt werden kann, was sich bei langen Internetseiten oder Texten als äußerst angenehm erweist.

Viele Zusatztasten bieten viele Möglichkeiten

Hinzu kommen eine weitere mittig auf dem Mausrücken platzierte sowie zwei linksseitig der linken Maustaste angebrachte Tasten, die standardmäßig dem Profil- und Auflösungswechsel dienen. Während die Finger zur Betätigung ersterer stark gebeugt werden müssen, liegen letztere in unmittelbarer Reichweite des Zeigefingers, ohne dabei in rund zwei Wochen Gebrauch jemals ungewollt gedrückt worden zu sein. Das gilt allerdings nicht für die drei linksseitig installierten Zusatztasten, die ab Werk als Sniper-Taste zur temporären Reduktion der Auflösung sowie als Vor- und Zurück-Taste zur Browser-Navigation ausgelegt sind.

Insbesondere der untere, die Daumenablage nach vorne hin abschließende Knopf erfreute sich bei chaotischen Online-Spielen zahlreicher ungewollter Betätigungen, die dank der Standardbelegung ein präzises Zielen unterbanden. Doch auch hier gilt: Bei kleineren Händen, durch einen anderen Griff oder durch Umbelegung der Makros lässt sich dieses Verhalten sicherlich vermeiden. Genügend Spielraum ist dank der vielen Knöpfe, mit deren Anzahl die Maus im oberen Mittelfeld liegt, vorhanden. Die G502 Hero eignet sich somit auch für MOBAs oder MMORPGs, in denen Spieler durch zahlreiche Makrotasten profitieren können.

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