Epic Games: Kritik an Exklusiv­spielen und Spionage­vorwürfe halten an

Fabian Vecellio del Monego 487 Kommentare
Epic Games: Kritik an Exklusiv­spielen und Spionage­vorwürfe halten an
Bild: Gearbox Software

Das vor einer Woche angekündigte Borderlands 3 wird auf dem PC für ein halbes Jahr exklusiv im Epic Games Store erscheinen. Spieler bewegt dies zu tausenden negativen Bewertungen der älteren Serienableger. Epic-CEO Tim Sweeny ist derweil noch mit der Verteidigung gegen die Mitte März aufkeimenden Spionagevorwürfe beschäftigt.

Kritik an Exklusiv­spielen lässt nicht nach

Die Kritik am im Dezember 2018 gestarteten Epic Games Store lässt nicht nach. Für Entwickler erscheint die Plattform aufgrund niedriger Provisionen lukrativ, Spieler versucht der Anbieter mit zahlreichen exklusiven oder kostenlosen Spielen zu locken. Aber gerade die Politik der häufig als gekauft kolportierten Exklusivität erhitzt die Gemüter seit jeher, angefangen mit dem kurzfristigen Wechsel von Metro Exodus von Steam zum Epic Games Store Ende Januar 2019. Damals waren zahlreiche negative Bewertungen des Titels die Folge, die überwiegend auf den Verkauf, nicht aber den Inhalt von Metro Exodus (Test) abzielten.

Auch zahlreiche Exklusivtitel später frönen Nutzer diesmal auf Steam weiterhin dem sogenannten Review Bombing, das Valve erst kürzlich einzuschränken begann. Ziel des Unmuts sind diesmal die älteren Ableger der Borderlands-Reihe; unter anderem Borderlands 2, Borderlands: The Pre-Sequel und die GotY-Version des ersten Teils (Test) wurden innerhalb weniger Stunden tausendfach negativ rezensiert, wie Kotaku berichtet. Um konstruktive Kritik handelt es sich dabei selten, oft setzen sich die Bewertungen lediglich aus zu zwei erhobenen Mittelfingern stilisierten Satzzeichen zusammen. Abseits des negativen Review-Bombings ist aber auch eine Flut an positiven Wertungen zu verzeichnen; viele Anhänger der Serie und Verteidiger des Epic Stores bemühen sich um einen Ausgleich.

Tim Sweeny streitet Spionage­vorwürfe vehement ab

Zu den Verteidigern zählt selbstredend auch Epic Games' CEO Tim Sweeny, der auf Twitter für eine Trennung von Fakten und Meinungen hinsichtlich der vor rund zwei Wochen aufkommenden Spionagevorwürfe plädiert. Epic Games wird dabei unter anderem vorgeworfen, über den eigenen Launcher heimlich Daten zu sammeln und über den Anteilseigner Tencent an die chinesische Regierung weiterzuleiten. Während das bloße Sammeln der Daten frühzeitig seitens Epic Games bestätigt wurde und das Unternehmen versprach, die Praxis einzustellen, hält sich die Kritik an der Zusammenarbeit mit Tencent hartnäckig.

Tim Sweeny bekräftigt nun abermals, dass alle großen Entscheidungen des Unternehmens in den Vereinigten Staaten getroffen würden und er selbst zu einhundert Prozent verantwortlich sei. Er lese sich die Kritik an der eigenen Plattform stets gewissenhaft durch, bittet aber, bei entsprechenden Formulierungen wahrheitsgetreu zu bleiben. Zugriff zu Epics Daten habe keiner der Anteilseigner; Tencent sei seit 2012 ein verlässlicher und hilfreicher Partner gewesen.

Update 06.04.2019 17:41 Uhr

Gearbox Softwares CEO Randy Pitchford äußert sich ebenfalls auf Twitter. Dabei zeigt er sich kritisch gegenüber Valves „fehlendem Interesse“, den Missbrauch des Bewertungssystems zu korrigieren. Zwar arbeitet Valve an entsprechenden Mechanismen – die einige Stunden nach Beginn des Review Bombings auch griffen: Mittlerweile sind die Spiele wieder auch kürzlich „sehr positiv“ bewertet. Pitchford geht das wohl jedoch nicht schnell genug. In Anbetracht dessen mache ihn auch die Entscheidung des Publishers 2K Games, Borderlands 3 vorerst nur über den Epic Games Store anzubieten, glücklich. Zudem stimmten ihn die Vorgänge über das derzeitige Angebot des Entwicklers auf Steam nachdenklich.