Bookii Hörstift im Test: Mikrofon- Bluetooth- und Audio-Funktion

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Michael Schäfer 66 Kommentare

Der Bookii-Lesestift ermöglicht ebenso wie die neue Tiptoi-Generation eigene Sprachaufnahmen, geht dabei aber teilweise eigene Wege.

Eigene Aufnahmen über Sticker-System

Die Aufnahmequalität des Systems ist für gut erkennbare Stimmen mehr als ausreichend. Aufnahmen werden im WAV-Format mit „Adaptive Differential Pulse Code Modulation“ (ADPCM) abgespeichert. Tessloff betont, dass der Stift nicht direkt mit dem Internet verbunden ist und daher von sich aus keinerlei Möglichkeit bietet, dass die gemachten Aufnahmen den Stift verlassen können. Ist dieser aber an einen Computer angeschlossen, können gemachte Aufnahmen herunterkopiert werden. So können gemachte Aufnahmen gesichert und nach einem ungewollten Löschen zurückgespielt werden.

Die Aufnahmesticker erlauben eine Vielfalt an Einsatzszenarien
Die Aufnahmesticker erlauben eine Vielfalt an Einsatzszenarien

Von den für den Test zur Verfügung gestellten Büchern wurde von keinem die Aufnahmefunktion unterstützt. Sie konnte somit nur über die dem Starter-Set beiliegenden Aufnahmesticker getestet werden. Die Aufkleber bieten die Möglichkeit, ihnen jeweils eine eigene Sprachaufnahme zuzuordnen und diese über den Stift abzuspielen. Die Szenarien zur Verwendung sind dabei vielfältig: Von kleinen Audio-Erinnerungszetteln über eine Audio-Pinnwand bis hin zur Selbstvertonung des eigenen Lieblingsbuches oder einer Schnitzeljagd. Die Aufnahmesticker sind wahlweise auch separat erhältlich und fallen mit rund 7 Euro für jeweils 120 Stück nicht zu teuer aus. Beim Kauf sollte jedoch auf die Vornummerierung geachtet werden, die jeweils von 1 bis 120 und von 127 bis 246 erfolgt. Dies hat den Vorteil, dass bereits gemachte Aufnahmen nach Austausch eines Stickers nicht erneut aufgenommen werden müssen, sondern bei Beachtung der Stickernummer weiterhin verwendet werden können. Die dazwischen liegenden Nummern sind für die dem Starter-Set beiliegenden Teststicker reserviert, die somit nicht ersetzt werden können.

Die Verwendung der Aufnahmefunktion ist relativ einfach gehalten: Mit dem Stift auf das Aufnahmesymbol tippen, die eigene Mitteilung einsprechen und die Aufnahme mit einem Tipp auf das Abspielsymbol immer wieder abhören. Jedem Aufkleber kann jedoch nur eine Aufnahme zugewiesen werden. Sollte der Text also geändert werden, muss vorher die vorhandene Einspielung gelöscht werden. Dann ist der Sticker frei für neue Gedanken.

Diese Umsetzung des Herstellers besitzt einen wichtigen Aspekt: Ohne Sticker oder entsprechende Auswahlfelder in den Büchern kann die Aufnahmefunktion nicht genutzt werden. Eine Schaltfläche am Stift zur Aktivierung ist nicht vorhanden.

Bluetooth für weiterführende Inhalte

Der Bookii-Stift bietet neben den bereits beschriebenen Funktionen auch die Möglichkeit, per Bluetooth-Verbindung zu einem unterstützten Smartphone, Tablet oder Computer abhängig vom für die Zielgruppe aufgerufenen Alter weiterführende Informationen zu einem Thema über Videoclips oder Weblinks abzurufen. Tessloff setzt diese Funktion eigenen Aussagen nach sehr bewusst und sehr genau mit dem jeweiligen Alter abgestimmt ein. So werden in Büchern für die Altersgruppe der Vier- bis Siebenjährigen nur wenige Weblinks aufgeführt, auf Videos wird hier gänzlich verzichtet.

Die für das Feature benötigte Verbindung wird nicht über die Einstellungen des jeweiligen mobilen Gerätes, sondern über die Bookii-App eingerichtet. Der Weg dahin kann zumindest in der Android-App beschwerlich sein. Im Test wurde der Stift auf beiden bereits genannten Mobilgeräten nicht gefunden, womit die Funktion auf diesen nicht genutzt werden konnte. Anders bei einem iPad Air und seiner 2019er-Version: Hier kam die Verbindung schon fast von selbst zustande. Dennoch hat sich der Aufwand zumindest bei den zur Verfügung gestellten Büchern kaum gelohnt – nur der Titel „Entdecke Deutschland!“ beinhaltete auf der letzten Seite einen entsprechenden Link-Aufruf, der jedoch lediglich eine Übersichtsseite der erhältlichen Bookii-Bücher geladen hat. Dabei würde sich vor allem der Weltatlas für solche weiterführenden Informationen geradezu anbieten.

Der Lautsprecher fällt beim Bookii-Hörstift zwar klein aus, die Klangqualität ist dennoch sehr gut
Der Lautsprecher fällt beim Bookii-Hörstift zwar klein aus, die Klangqualität ist dennoch sehr gut

Audio-Player mit Schwächen

Im Gegensatz zum Tiptoi von Ravensburger setzt Tessloff beim Bookii nicht auf ein proprietäres Audio-Format, sondern unterstützt laut Hersteller sowohl WAV- wie auch MP3-Dateien. Letztere werden in allen gebräuchlichen Auflösungen, sprich konstante wie variable Bitraten bei 44,1 kHz, abgespielt. Beim Abspielen von WAV-Dateien in üblicher CD-Auflösung von 44,1 kHz bei 16 Bit traten jedoch unschöne Störgeräusche auf. Hier sollte Tessloff nachbessern oder zumindest die genauen Voraussetzungen benennen.

Da das WAV-Format jedoch aufgrund seines größeren Speicherhungers in deutlich weniger Fällen zum Einsatz kommen dürfte, eignet sich der Hörstift somit auch zum mobilen Abspielen von Hörspielen oder Hörbüchern. Auf eine tiefergehende Ordnerstruktur sollte aber, der rudimentären Navigation geschuldet, verzichtet werden.

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