IFA 2019

Logitech MX Master 3 im Test: Sensorik, Software und Verarbeitung

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Fabian Vecellio del Monego 82 Kommentare

Im Inneren der MX Master 3 findet sich im Grunde genommen bekannte Technik, die Logitech jedoch insbesondere hinsichtlich der Sensorik verbessert haben will. Die USB-Abtastrate bleibt allerdings bei niedrigen 125 Hertz, woraufhin die resultierende Latenz bei mindestens 8 Millisekunden liegt. Im Office-Betrieb stört das nur, wenn der direkte Vergleich zu schnelleren Mäusen gegeben ist oder die Nutzer empfindlich auf die resultierende Verzögerung reagieren. Jene ist im drahtlosen Betrieb mit 2,4-GHz-Funk minimal höher als unter Verwendung mit Kabel.

Sensorik auf Mauspad, Holz und sogar Glas

Ähnlich verhält es sich mit dem Sensor: Logitech verbaut in der MX Master 3 einen verbesserten Darkfield-Sensor, dessen Leistung zwar klar hinter der der eigenen Gaming-Sensoren zurückbleibt, aber für den Alltag im Büro völlig ausreichend ist. Logitech selbst demonstrierte in Tests, dass bei Verwendung auf bloßer Oberfläche eines Tisches im Rahmen menschlicher Wahrnehmung hinsichtlich der Präzision kein Unterschied zum Hero-Sensor spürbar ist. Jener tritt erst hervor, wenn entweder ein Mauspad zu Hilfe genommen oder die höhere Latenz mit einberechnet wird.

Überlegen ist der Darkfield-Sensor schließlich beim Betrieb auf für Sensoren eigentlich gänzlich ungeeignetem Terrain: Auf glatt polierten Oberflächen oder gar Glas sind mit der MX Master 3 nahezu keine Einschränkungen bemerkbar, während klassische Gaming-Sensoren eine ungeregelte oder gar keine Bewegung des Mauszeigers hervorrufen. Jene sind dem Darkfield-Sensor zwar mit der maximalen Auflösung weit voraus, doch mit 200 bis 4.000 Punkten pro Zoll deckt die MX Master 3 ein absolut ausreichendes dpi-Spektrum ab, das auch bei mehreren UHD-Monitoren genug Spielraum bietet.

Anschluss und Stromversorgung

Logitech selbst bescheinigt der MX Master 3 eine Akkulaufzeit von „bis zu 70 Tagen“, verweist aber darauf, dass die selbige „durch Nutzer und Rechnerumfeld“ beeinflusst werden kann. Auf Nachfrage seitens ComputerBase erörterte der Hersteller, dass zunächst der durchschnittliche Stromverbrauch in 24 Stunden gemessen und anschließend maschinell simuliert werde. Offen bleibt die Frage, wie viele Stunden täglicher Nutzung der Hersteller zur Berechnung der Laufzeit veranschlagt. Zudem ist unbekannt, ob die Verbindung per 2,4-GHz-Funk oder per Bluetooth berücksichtigt wurde – letzteres spart Energie, geht jedoch mit einer höheren Latenz einher.

Logitech wirbt zudem damit, dass bereits eine einminütige Ladung des 500 mAh starken Akkus rund drei Stunden Laufzeit bereitstellen soll. Alternativ lässt sich die Maus auch dauerhaft am USB-A-auf-USB-C-Kabel verwenden.

Software

Auch wenn Nutzer der MX Master 3 zum Betrieb keinen zusätzlichen Treiber benötigen, kann es sich dennoch lohnen, zusätzliche Software zu installieren. Mit Logitech Options bietet der Hersteller ein eigenes Programm an, um die Maus nach eigenem Belieben zu konfigurieren.

Logitech Options und Flow

Das recht kompakte Programm gestattet es in erster Linie, die Sensorauflösung und Tastenbelegung der Maus anzupassen. Im Falle ersterer lässt sich über einen Schieberegler gemäß der Namensgebung lediglich die Zeigergeschwindigkeit ändern, was vermuten lässt, dass Logitechs Software sich Windows-eigener Mausoptionen bedient. Dem ist allerdings nicht so, denn tatsächlich lässt sich die native Auflösung des Sensors verändern, wobei eine Anzeige der aktuell gewählten Auflösung in dpi (Punkten pro Zoll) hilfreich wäre.

Zur Änderung der Tastenbelegung steht neben vordefinierten Aktionen eine Makroaufnahme zur Verfügung. Zwar lässt sich jene – ebenso wie alle anderen Einstellungen – nur in einem allgemeinen Profil sichern, doch unterscheidet dieses zwischen verschiedenen Anwendungen: Ab Werk bietet Logitech Tastenbelegungen für Google Chrome, Microsoft Edge, Word, Excel und Powerpoint sowie für Adobe Photoshop und Premiere Pro an. Weitere installierte Programme werden von Logitech Options erkannt oder in Form ihrer .exe-Datei manuell ausgewählt, anschließend lassen sich benutzerdefinierte Konfigurationen erstellen. Auch die Sensor- und Mausrad-Einstellungen können bei Bedarf differenziert werden.

Sofern die MX Master 3 mit mehreren Systemen verbunden ist, lassen sich über Logitech Flow (Test) in die Zwischenablage kopierte Dateien zwischen den verschiedenen Rechnern austauschen. Unterstützt werden parallel Windows, macOS und Linux – die Bedingung ist nur, dass sich alle Computer im selben WLAN-Netzwerk befinden. Ein weiterer Vorteil ist der einfache Wechsel zwischen den Systemen: Muss normalerweise die entsprechende Taste auf der Unterseite des Eingabegerätes betätigt werden, reicht es dank Flow bereits aus, den Mauszeiger aus dem Bildschirm des ersten Systems nach rechts in den Sichtbereich des zweiten Systems zu verschieben. Sofern eine kompatible Logitech-Tastatur verwendet wird, schaltet auch diese automatisch zum jeweiligen Rechner um.

Sofern die gewünschte Software-Konfiguration abgeschlossen wurde, lässt sich das Programm vollständig beenden – die MX Master 3 speichert sämtliche getroffenen Einstellungen autark auf ihrem internen Speicher. Nur für die Verwendung von Logitech Flow muss die Software permanent aktiv bleiben.

Verarbeitung auf hohem Niveau

Hinsichtlich der Verarbeitungsqualität entspricht die MX Master 3 ihrem Preis – die Spaltmaße sind bis auf wenige marginale Ausnahmen akkurat und temporär eindrücken lässt sich das Gehäuse auch bei erhöhtem Kraftaufwand nicht. Ein Knarzen bleibt bei normaler Verwendung ebenfalls aus, beim Schütteln der Maus ist lediglich ein leises Klappern des primären Mausrads zu vernehmen. Der gummierte Rücken und die gummierten Seiten sind allerdings potentiell anfällig für Abrieb, dazu kam es in knapp zwei Wochen alltäglichen Gebrauchs jedoch nicht. Spuren hinterließen indes mit mittlerem Kraftaufwand in die Gummierung eingedrückte Fingernägel.

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