OnePlus 8T im Test: Benchmarks mit bekanntem Qualcomm-Chip

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Nicolas La Rocco
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OnePlus stattet das neue Smartphone mit einem vom OnePlus 8 bekannten Prozessor aus: dem Qualcomm Snapdragon 865 aus weiterhin moderner 7-nm-Fertigung. Auf einen Wechsel zum etwas schnelleren Snapdragon 865 Plus hat der Hersteller verzichtet, obwohl OnePlus eigentlich zur ersten Riege bei der Adaption neuer Prozessoren von Qualcomm zählt. Beim OnePlus 8T, das eben nicht das neue Spitzenmodell des Konzerns ist, spielt aber auch der Preis eine wichtige Rolle, der unterhalb dem des Vorgängers liegen sollte, weshalb am Prozessor keine Veränderungen vorgenommen wurden.

Im erwarteten Rahmen fallen deshalb die Benchmark-Ergebnisse aus, wenngleich das OnePlus 8T mit dem neuen OxygenOS 11 auf Basis von Android 11 nicht ganz an die Werte eines OnePlus 8 Pro mit älterem OxygenOS 10 herankommt. ComputerBase hat das Smartphone mit OxygenOS 11.KB05BA getestet, das noch nicht die finale Software zur Auslieferung darstellt. Zu den teils schlechteren Ergebnissen sei auch gesagt, dass das OnePlus 8 Pro mit etwas schnellerem LPDDR5-RAM ausgestattet ist. Ein Direktvergleich mit dem normalen OnePlus 8 ist mangels Testgerät nicht möglich, das ältere OnePlus 7T wird aber klar geschlagen.

Die Bestückung von Arbeits- und Nutzerspeicher fällt vollkommen identisch zum OnePlus 8 aus. Das Basismodell bietet 8 GB LPDDR4X, die teurere Variante 12 GB desselben Typs. Der etwas neuere LPDDR5 bleibt ein weiterer exklusiver Baustein des teureren OnePlus 8 Pro. Schon beim OnePlus 8 hatte es diese Unterscheidung gegeben. Der Snapdragon 865 bietet grundsätzlich beide Speicherinterfaces, sodass Smartphone-Hersteller selbst entscheiden können, welche Generation sie verbauen möchten. Mit der RAM-Erweiterung auf 12 GB geht stets ein größerer Nutzerspeicher mit 256 statt 128 GB einher, der in beiden Geräten auf schnellem UFS 3.1 basiert.

Erfreulicherweise hat die Preisreduzierung nicht zu Sparmaßnahmen am UFS 3.1 geführt, da auch das OnePlus 8T mit die schnellsten sequentiellen Lese- und Schreibraten unter den aktuellen Android-Smartphones liefert. Rund 1,7 GB/s beim Lesen und 740 MB/s beim Schreiben stehen dem OnePlus 8 Pro sowie anderen High-End-Smartphones aus deutlich höherer Preisklasse in nichts nach. OnePlus-typisch lässt sich der Speicher nicht erweitern, jedoch sind 128 GB ein solider Einstieg und 256 GB stehen für 100 Euro Aufpreis zur Wahl.

Snapdragon 865 bremst nicht

Obwohl die Hardware identisch zur letzten Generation ist, hat sich OnePlus des Kühlsystems angenommen und verbaut nun eine größere Verdampfungskammer („Vapor Chamber“) mit einer Graphitbeschichtung auf mehreren Bauteilen von Kühlung und Hardware-Komponenten, um die Wärme besser abtransportieren und in der Fläche verteilen zu können. Das ist neben dem etwas größeren Akku einer der Punkte, warum das Kameramodul nicht mehr zentral, sondern oben links im Gehäuse sitzt.

GPU-Throttle-Test GFXBench Manhattan 3.1 1080p Offscreen 35537189107125Bilder pro Sekunde (FPS) 1. Durchlauf2. Durchlauf3. Durchlauf4. Durchlauf5. Durchlauf6. Durchlauf7. Durchlauf8. Durchlauf9. Durchlauf10. Durchlauf11. Durchlauf12. Durchlauf  OnePlus 7T (Android 10.0)  Apple iPhone 11 Pro Max (iOS 13.1.1)  Google Pixel 4 XL (Android 10.0)  Huawei Mate 30 Pro (Android 10.0)  Samsung Galaxy S20 Ultra (Android 10.0)  OnePlus 8 Pro (Android 10.0)  Sony Xperia 1 II (Android 10.0)  Samsung Galaxy Note 20 Ultra (Android 10.0)  OnePlus 8T (Android 11.0)

Probleme mit der Kühlung hatten aber auch schon frühere Generationen von OnePlus-Smartphones nicht, sodass es beim OnePlus 8T nicht verwundert, dass in aufwendigen GPU-Benchmarks, die dauerhaftes Spielen simulieren, kein Leistungseinbruch festzustellen ist. Das OnePlus 8T hält im GFXBench Manhattan 3.1 mit der Offscreen-Auflösung 1080p dauerhaft 88 FPS und landet damit auf demselben Niveau wie zuletzt das OnePlus 8 Pro. Smartphones mit Snapdragon 865 haben in diesem Test generell selten Schwierigkeiten. Insofern sind OnePlus' Anpassungen am Kühlsystem zwar zu begrüßen, einen messbaren Unterschied machen sie im Test aber nicht.

Akkulaufzeiten mit größeren 4.500 mAh

Der zeigt sich stattdessen eher beim Akku, wo OnePlus gegenüber dem OnePlus 8 zwar nur um 200 mAh, gegenüber dem OnePlus 7T aber gleich um 700 mAh nachgelegt hat. Genau genommen ist im OnePlus 8T aber kein einzelner Akku mit 4.500 mAh verbaut, sondern zwei Zellen mit jeweils halber Kapazität werden mit dem neuen 65-Watt-Ladesystem „Warp Charge 65“ druckbetankt – mehr dazu am Ende der Seite.

Der abseits des OnePlus 8 Pro mit 4.510 mAh bisher größte Akku in einem OnePlus-Smartphone führt zu spürbar längeren Laufzeiten in den Benchmarks und im Alltag, die je nach Einsatzzweck gut bis sehr gut ausfallen. Standardmäßig läuft das OLED-Panel mit 120 Hz. Wird es auf 60 Hz reduziert, sind noch etwas längere Laufzeiten möglich. Der PCMark profitiert von dieser Maßnahme mit 13 Prozent, das YouTube-Streaming mit 7 Prozent längeren Laufzeiten.

Neue Ladetechnik Warp Charge 65

Warp Charge 65 mit bis zu 65 Watt kennt man unter anderem Namen bereits von Oppo, das ebenfalls zum chinesischen BBK-Konzern gehört. OnePlus nutzt zwei Akkuzellen à 2.250 mAh, die mit jeweils 32,5 Watt geladen werden, um so das vollständige Laden innerhalb von 39 Minuten zu ermöglichen. Das neue Ladegerät liegt dem Smartphone bei und kommt erstmals mit USB-Typ-C-Buchse statt USB Typ A.

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