Nvidia GeForce RTX 3060 im Test: Taktraten sowie Benchmarks in Full HD und WQHD

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Wolfgang Andermahr
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Testsystem und Testmethodik

Für die neue Generation an Grafikkarten (AMD Navi 2X und Nvidia Ampere) hat ComputerBase den Testparcours inklusive Testsystem umgebaut und angepasst. Überarbeitet wurde unter anderem die Spieleauswahl, so wurden mehrere neue Titel wie Assassin's Creed Valhalla, CoD: Black Ops Cold War und Cyberpunk 2077 aufgenommen. Neben reinen Rasterizer-Spielen gibt es zudem einige Testreihen zu Raytracing, wenn die Grafikkarte die Strahlenbeschleunigung in Hardware unterstützt. Darüber hinaus wurden einige Testszenen geändert, andere Games wiederum mussten sich verabschieden. Alle Details inklusive Benchmark-Szenen und Grafikeinstellungen liefert der Artikel Grafikkarten 2021 im Test: AMD Radeon RX und Nvidia GeForce RTX im Benchmark.

Abgesehen von der Spieleauswahl hat sich auch die Test-Hardware erneut geändert. Nach dem übergangsweise genutzten Ryzen 9 3900XT ist nun ein deutlich schnellerer AMD Ryzen 9 5950X (Test) mit Werkseinstellungen in Verbindung mit einem optimierten DDR4-3600-Speicher für hohe Frameraten zuständig.

Der AMD Ryzen 5 5950X im Test
Der AMD Ryzen 5 5950X im Test

Bei den Auflösungen bleibt es bei Full HD, WQHD und Ultra HD. Die Detailstufe der Spiele wird in 1.920 × 1.080 und 2.560 × 1.440 aufs Maximum geschraubt, in 3.840 × 2.160 dagegen für mehr FPS teilweise reduziert. Nach dem langsamen Start der Low-Level-APIs mag man es kaum glauben, aber DirectX 12 und Vulkan sind im neuen Parcours in der klaren Mehrheit. Ausschließlich DirectX 11 gibt es nur noch in zwei Titeln, alle anderen unterstützen zumindest optional eine Low-Level-Alternative. Zehn Games kommen ausschließlich mit DX12 oder Vulkan. In den Benchmarks nutzt jede Grafikkarte immer die API, die eine bessere Leistung zeigt.

Wenn möglich, ist Resizable BAR aktiv

Resizable BAR (Test) ist ein neues Feature, das die Spiele-Performance teils doch spürbar steigen lässt. Prozessor, Mainboard (samt BIOS), Grafikkarten-Treiber und Grafikkarten-BIOS müssen es entsprechend unterstützen. Der Ryzen 9 5950X beherrscht Resizable BAR, ebenso das eingesetzte Asus Strix B550-E Gaming mit dem BIOS 1801.

Bei den Grafikkarten konnten bis dato offiziell nur die Radeon-RX-6000-Modelle damit umgehen, AMDs nennt dies dann „SAM“. Ältere AMD-Grafikkarten unterstützen (zumindest derzeit) kein SAM. Nvidia hat Resizable BAR für alle GeForce-RTX-3000-Beschleuniger ab März per Treiber- und BIOS-Update angekündigt. Die GeForce RTX 3060 ist die erste, die es ab Werk beherrscht. Sobald der entsprechende Treiber inklusive angepasster BIOS-Versionen verfügbar ist, wird ComputerBase die GeForce-Grafikkarten auf Basis von Ampere schnellstmöglich nachtesten.

Resizable BAR auf der GeForce RTX 3060
Resizable BAR auf der GeForce RTX 3060

Alle Radeon RX 6000 wurden mit Resizable BAR (SAM) getestet, die Radeon RX 6800 XT zum Vergleich auch ohne. Dasselbe war bei der GeForce RTX 3060 der Fall.

Sämtliche AMD-Grafikkarten wurden mit dem Adrenalin 21.1.1 getestet, die Nvidia-Beschleuniger mit dem GeForce 461.40. Für die GeForce RTX 3060 wurde der GeForce 461.64 genutzt.

Die getesteten Grafikkarten
AMD Nvidia
Radeon RX 580, 1.340 MHz GeForce GTX 1060, 1.835 MHz
Radeon RX Vega 64, 1.329 MHz GeForce GTX 1080, 1.772 MHz
Radeon RX 5500 XT, 1.812 MHz GeForce GTX 1650 Super, 1.861 MHz
GeForce GTX 1660 Super, 1.831 MHz
Radeon RX 5600 XT, 1.742 MHz GeForce RTX 2060, 1.788 MHz
Radeon RX 5700, 1.643 MHz GeForce RTX 2060 Super, 1.822 MHz
Radeon RX 5700 XT, 1.759 MHz GeForce RTX 2070 Super FE, 1.890 MHz
GeForce RTX 2080 Super FE, 1.839 MHz
GeForce RTX 2080 Ti FE, 1.666 MHz
GeForce RTX 3060, 1.782 MHz
GeForce RTX 3060 Ti FE, 1.884 MHz
Radeon RX 6800, 2.122 MHz GeForce RTX 3070 FE, 1.905 MHz
Radeon RX 6800 XT, 2.151 MHz GeForce RTX 3080 FE, 1.758 MHz
Radeon RX 6900 XT, 2.168 MHz GeForce RTX 3090, 1.622 MHz
Taktraten-Durchschnitt nach 20 Minuten Aufheizen für weitere 10 Minuten in Doom Eternal, Ultra HD, maximale Details

Tatsächlichen Taktraten unter Last

Nvidia hat die GeForce RTX 3060 anders als die restlichen Ampere-Ableger konfiguriert. Bis jetzt war es wie bei modernen AMD-Grafikkarten gang und gäbe, die Grafikkarten ziemlich deutlich in das voreingestellte Powerlimit rennen zu lassen, was automatisch einen niedrigeren Takt zur Folge hatte. Die GeForce RTX 3060 streift das Powerlimit in 1.920 × 1.080 dagegen nur minimal, wenn sie ihm überhaupt nahekommt.

Damit takten auch die Custom-Designs konstant ziemlich nahe am maximal möglichen Limit, anstatt immer wie wild die Frequenzen zu ändern. Das gilt ebenso für Asus GeForce RTX 3060 Strix OC und MSI GeForce RTX 3060 Gaming X, obwohl beide Modelle von Haus aus übertaktet sind, ohne dass das Powerlimit angehoben wurde. In höheren Auflösungen, vor allem in Ultra HD, wird der Takt weiterhin aggressiver reduziert. Für die Auflösung fehlt der Grafikkarte aber meist eh die Leistung.

Die tatsächlichen, durchschnittlichen Taktraten im Phanteks Enthoo Evolv X
Spiel (1.920 × 1.080) Asus RTX 3060 Strix OC MSI RTX 3060 Gaming X
Maximaler Takt in Spielen 1.980 MHz 1.950 MHz
Assassin's Creed Valhalla 1.980 MHz 1.950 MHz
Borderlands 3 1.971 MHz 1.933 MHz
CoD: Black Ops Cold War 1.972 MHz 1.950 MHz
Control 1.887 MHz 1.880 MHz
Cyberpunk 2077 1.980 MHz 1.950 MHz
Death Stranding 1.975 MHz 1.950 MHz
Dirt 5 1.960 MHz 1.937 MHz
Doom Eternal 1.951 MHz 1.935 MHz
F1 2020 1.972 MHz 1.945 MHz
Gears 5 1.938 MHz 1.912 MHz
Hitman 3 1.963 MHz 1.938 MHz
Horizon Zero Dawn 1.963 MHz 1.941 MHz
Mafia: Definitive Edition 1.973 MHz 1.944 MHz
Red Dead Redemption 2 1.952 MHz 1.939 MHz
Serious Sam 4 1.969 MHz 1.945 MHz
Star Wars: Squadrons 1.972 MHz 1.942 MHz
Watch Dogs: Legion 1.972 MHz 1.950 MHz

Die 170 Watt engen den GA106 kaum ein

Die Gaming X von MSI taktet mit einer aufgewärmten GPU bei maximal 1.950 MHz, bei dem Modell von Asus sind es etwas höhere 1.980 MHz.

In fünf Spielen liegen bei der GeForce RTX 3060 Gaming X die 1.950 MHz an, in den meisten anderen verringert sich der Takt nur minimal. 1.930 bis 1.940 MHz sind typische Taktraten bei der Grafikkarte. Einzig Control reagiert etwas aggressiver, aber auch dort hält sich die Reduzierung mit 1.880 MHz und damit 70 MHz in Grenzen.

Die GeForce RTX 3060 Strix OC braucht für die vollen 1.980 MHz – wenig verwunderlich – etwas mehr Energie, in nur zwei Spielen sind sie bei maximal 170 Watt möglich. Dafür liegt der Takt gleich mehrmals nur zwei Handvoll MHz darunter, was beinahe dem Maximum entspricht. Auch hier ist Control mit 1.887 MHz das Worst-Case-Szenario, was einer Reduzierung von 93 MHz entspricht. Sonst sind meistens rund 1.950 bis 1.970 MHz zu verzeichnen.

Auch volles Powerlimit bringt nicht immer den vollen Takt

Wem das nicht reicht, der kann das Powerlimit auf der MSI GeForce RTX 3060 Gaming X um 10 Watt auf 180 Watt erhöhen. Asus erlaubt bei der GeForce RTX 3060 Strix OC ein höheres Plus von 40 Watt, was in 210 Watt resultiert. Aber selbst dann gibt es nicht durchweg den vollen Takt, was auf den ersten Blick etwas merkwürdig erscheint. Offensichtlich limitiert hier aber noch ein anderer Faktor, eventuell die Stromstärke.

Benchmarks in 1.920 × 1.080

Die GeForce RTX 3060 12 GB landet in Rasterizer-Titeln dort, wo sie hingehört. Sie liefert in 1.920 × 1.080 5 Prozent mehr Durchschnitts-FPS als die GeForce RTX 2060 Super (8 GB) und 3 Prozent bessere Frametimes. Das sind 23 respektive 20 Prozent mehr Performance als beim direkten Vorgänger GeForce RTX 2060.

Die GeForce RTX 2070 Super (8 GB) ist dagegen 11 respektive 13 Prozent schneller unterwegs als die GeForce RTX 3060 und auch AMDs Radeon RX 5700 XT liefert 7 respektive 9 Prozent mehr FPS. Der Abstand zur GeForce RTX 3060 Ti beträgt 30 Prozent, die Lücke im Portfolio ist sehr groß.

Resizable BAR hat derzeit nur einen geringen Effekt

Resizable BAR befindet sich laut Nvidia noch im Entwicklungsstadium und der Hersteller hat bereits weitere Verbesserungen in Aussicht gestellt. Zur Zeit gibt es (wie bei AMD) eine Whitelist für das Feature, nur in acht Spielen wird es aktuell aktiviert. In der Breite kann sich ein Effekt, sofern im Einzelfall vorhanden, also noch gar nicht einstellen. Im Test ist es immerhin in 5 von 17 Spielen aktiv.

Resizable BAR auf der RTX 3060 wird derzeit von folgenden Spielen unterstützt
  • Assassin's Creed Valhalla (im Test enthalten)
  • Battlefield V
  • Borderlands 3 (im Test enthalten)
  • Forza Horizon
  • Gears 5 (im Test enthalten)
  • Red Dead Redemption 2 (im Test enthalten)
  • Metro Exodus
  • Watch Dogs: Legion (im Test enthalten)

Im Durchschnitt über alle 17 Spiele steigen die FPS mit „rBAR“ in Full HD im Schnitt letztendlich nur um 1 Prozent, die Perzentil-FPS fallen gar um 1 Prozent. Ein Blick auf die fünf unterstützten Titel zeigt in zweien davon immerhin nennenswerte Fortschritte. Assassin's Creed Valhalla ist ein Paradespiel für AMDs Integration von SAM und zeigt auch auf der GeForce RTX 3060 ein gutes Leistungsplus: Resizable BAR bringt dort 4 Prozent mehr FPS und 11 Prozent bessere Perzentil-FPS. Red Dead Redemption 2 wird auf der Ampere-Grafikkarte 4 respektive 3 Prozent flotter.

In Watch Dogs: Legion hat Resizable BAR, obwohl es auf der Whitelist steht, dagegen Probleme. Auf der GeForce RTX 3060 steigt die Durchschnitts-Framerate zwar um 4 Prozent, die Frametimes brechen hingegen um 37 Prozent ein – das Spiel ruckelt spürbar. Offensichtlich hakt es hier auf der Konfiguration des Testsystems noch, denn wäre das Problem allgegenwärtig, sollte der Titel nicht von Nvidia freigegeben sein.

Benchmarks in 2.560 × 1.440

In 2.560 × 1.440 gibt es nur kleine Verschiebungen. Die GeForce RTX 3060 ist in dieser Auflösung 26 und 25 Prozent flotter als die GeForce RTX 2060, das Leistungsplus gegenüber der GeForce RTX 2060 Super beträgt 5 und 4 Prozent. Die GeForce RTX 2070 Super bleibt derweil 12 und 13 Prozent schneller, die Radeon RX 5700 XT 7 Prozent. Der Abstand zur GeForce RTX 3060 Ti vergrößert sich leicht auf 32 Prozent.

Die Custom-Designs sind minimal schneller

Die zwei Custom-Karten takten etwas höher, als Nvidia für die GeForce RTX 3060 vorsieht, und entsprechend ist die Leistung etwas besser. Größer als von Custom-Designs zuletzt bekannt fallen die Zuwächse aber auch in diesem Fall nicht aus.

Die MSI GeForce RTX 3060 Gaming X legt im Durchschnitt um 2 Prozent zu, die Asus GeForce RTX 3060 Strix OC um 3 Prozent. Damit ist die höhere Leistung zwar messbar, sollte bei der Kaufentscheidung aber keine Rolle spielen. An der Reihenfolge ändert sich zudem nichts: Sowohl die GeForce RTX 2070 Super als auch die Radeon RX 5700 XT bleiben noch außer Reichweite.

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