Razer Viper V2 Pro im Test: Fazit

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Fabian Vecellio del Monego
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Die Viper V2 Pro ist für Razer das, was bei Logitech die G Pro X Superlight (Test) war: Eine entschlackte, konsequent für den E-Sport optimierte Variante der bis dato besten Shooter-Maus des Unternehmens. Es überrascht folglich nicht, dass es sich nach der Viper Ultimate (Test) auch bei der V2 Pro nun um eine überaus gelungene Gaming-Maus handelt. Begründet liegt das abermals in einer herausragend guten Sensorik, optomechanischen Primärtastern, einem präzise gerasterten Mausrad, nun noch besseren Gleiteigenschaften, einer griffigeren Haptik, verbesserten Seitentasten und einer höheren Akkulaufzeit. Außerdem wurde endlich ein USB-C-Anschluss realisiert.

Weniger ist manchmal mehr

Wie zuvor Logitech verzichtet Razer allerdings für das Gewicht auf die vormals durch Daumentasten an der rechten Flanke gebotene Eignung für Linkshänder und eine RGB-Beleuchtung. Auch die gummierten Seitenelemente entfallen, sind aber mit den im Lieferumfang enthaltenen Grip-Tapes auf Wunsch nachrüstbar. Für Rechtshänder bleibt eine im Ergebnis einzig und allein auf die bloße Leistung in Spielen optimierte Fingertip-Grip-Maus.

Kritik lässt die Viper V2 Pro dabei kaum zu. Nennenswert ist der – auch im Vergleich zur Viper Ultimate – unverständlich kleine und impotente interne Speicher der Maus. Razers Rechtfertigung, der Schritt sei zur Reduzierung des Gewichts notwendig gewesen, lässt sich höchstens als misslungener Scherz verstehen. Falls komplexere Makro-Abfolgen gewünscht sind, bleibt nur die Option, Synapse 3 dauerhaft im Hintergrund laufen zu lassen. Und apropos Synapse: Wo eine grundlegende Entschlackung der Viper durchaus guttat, täte sie Synapse noch viel besser. Ein derart überladener Software-Behemoth hat mit E-Sport wenig zu tun.

Nichtsdestoweniger handelt es sich bei der Viper V2 Pro in Summe um die bezogen auf ihr Anwendungsgebiet womöglich beste Maus, die dem Tester je auf den Schreibtisch kam. Ist Razers fast perfektes Shooter-Eingabegerät damit eine Empfehlung? Nein, denn die unverbindliche Preisempfehlung liegt mit rund 160 Euro – einmal mehr – zu hoch. Gleiches gilt wiederum für die G Pro X Superlight: Auch Logitechs kaum minder ausgereifte Shooter-Speerspitze ist zumindest gemäß UVP zu teuer.

Die fast perfekte Shooter-Maus ist keine Pauschal-Empfehlung

Hinzu kommt, dass Viper Ultimate und G Pro Wireless (Test) Spielern sogar mitunter ein besseres Gesamtpaket liefern können, falls nicht unbedingt kompetitive E-Sport-Ambitionen im Raum stehen. Abseits der Eignung für Linkshänder bieten beide Mäuse eine RGB-Beleuchtung und sind im freien Handel bereits deutlich im Preis gefallen. Die Viper Ultimate kommt außerdem mit besserem Speicher und Ladestation daher. Darüber hinaus gibt es kabelgebundene Modelle, die beispielsweise mit der Viper 8KHz (Test) gar eine potenziell überlegene Sensorik anbieten können. Im Vergleich zur V2 Pro stellt sich hier die Frage nach der Präferenz: Gewichten Spieler die Gleiteigenschaften und die Haptik oder aber die sensorische Leistung?

Falls Geld allerdings keine Rolle spielt und das Beste vom Besten auf das eigene Mauspad soll, kommen Shooter-Spieler an der Viper V2 Pro oder aber der G Pro X Superlight nicht vorbei. Technisch stellt Razers Maus mit in der Theorie überlegener Sensorik, optomechanischen Tasten, einer griffigeren Haptik, besseren Gleiteigenschaften, einem präziser gerasterten Mausrad und der Möglichkeit einer vollständigen Sekundärbelegung aller Tasten die bessere Wahl dar, sofern Interessenten mit dem schwachen internen Speicher leben können. Tatsächlich ist der Vorsprung aber in allen genannten Disziplinen derart gering, dass die Entscheidung zwischen den beiden Flaggschiff-Mäusen allein über deren Form fallen sollte.

Razer Viper V2 Pro
Produktgruppe Mäuse, 30.05.2022
  • Sensorik
    ++
  • Primärtasten & Mausrad
    ++
  • Oberfläche & Verarbeitung
    ++
  • Gleiteigenschaften
    ++
  • Software
    O
  • Optomechanische Primärtasten
  • Sekundärbelegung aller Tasten möglich
  • Funkverbindung ohne Verzögerung
  • Äußerst niedriges Gewicht
  • Flexibles USB-C-Kabel und PTFE-Gleitfüße
  • Grip-Tapes im Lieferumfang enthalten
  • Funktionalität ohne Software eingeschränkt

Die Viper V2 Pro ist im Vergleich flacher, etwas schmaler und länger und kommt mit einer aggressiveren Linienführung daher, wohingegen die G Pro X Superlight auf eine schlichtere Eiform ohne konkave Flanken und Primärtasten­abdeckungen setzt. Logitechs Modell ist buckeliger und auch ein wenig höher. Wer nicht die Möglichkeit hat, die beiden Eingabegeräte einmal in die Hand zu nehmen, dem sei tatsächlich zur G Pro X Superlight geraten: Erfahrungsgemäß liegt Logitechs populäre Maus kaum jemandem schlecht in der Hand.

Die Technik weist zukünftigen Gaming-Mäusen den Weg

Abschließend folgt nach alldem noch ein obligatorischer Hinweis: Zum Profispieler werden Interessenten nach dem Kauf einer derart teuren Maus nicht und auch ein Wettbewerbsvorteil zu bereits sehr guten Mittelklasse-Modellen sollte niemand erwarten. Nichtsdestoweniger ist das Duell auf höchster Leistungsklasse interessant, weil es einen Ausblick auf nachfolgende Mausgenerationen bieten kann. Im Herbst 2018 war die G Pro Wireless zweifelsohne die beste Shooter-Maus auf dem Markt. Dreieinhalb Jahre später konkurriert sie mit teils halb so teuren Modellen neuer Hersteller, die damals noch gar nicht existierten.

Wie schnell der Viper Ultimate das gleiche Schicksal ereilen wird, bleibt abzuwarten. Ein erster Herausforderer steht mit Endgame Gears XM2w bereits in den Startlöchern. Als Sensor kommt dabei der PAW-3395 zum Einsatz – also ein Derivat ebenjenen Modells, das Razer zuvor in Kooperation mit PixArt entwickelt und bis Ende 2021 exklusiv verwendet hat. Wann es den PAW-3950 erstmals bei einem anderen Hersteller geben wird, steht in den Sternen.

ComputerBase wurde die Viper V2 Pro leihweise von Razer unter NDA zum Testen zur Verfügung gestellt. Die einzige Vorgabe war der frühestmögliche Veröffentlichungszeitpunkt. Eine Einflussnahme des Herstellers auf den Testbericht fand nicht statt, eine Verpflichtung zur Veröffentlichung bestand nicht.

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