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Im Test vor 15 Jahren: Teufel und Logitech im 5.1-Schlagabtausch

Robert McHardy
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Im Test vor 15 Jahren: Teufel und Logitech im 5.1-Schlagabtausch

Im Test vor 15 Jahren standen Teufel mit dem Concept E Magnum Power Edition, kurz CEM PE, und Logitech mit dem Z-5450 Digital (Test) im 5.1-Audiosystem-Schlagabtausch. Das Teufel-System lag mit 159 Euro preislich leicht unter dem Z-5450 Digital, das ab etwa 199 Euro erhältlich war.

Gute Features oder guter Klang

Das Logitech Z-5450 Digital bot einige durchdachte Features, die Teufel bei dem CEM PE nicht auffuhr: Beispielsweise verfügte das System über eine Steuereinheit, über welche sich sämtliche Einstellungen vornehmen ließen. Dass diese Einheit über den Empfänger für die mitgelieferte Fernbedienung verfügte, war ebenso praktisch, da somit nicht wie bei Teufel der große Subwoofer, der irgendwo im Raum untergebracht sein konnte, angepeilt werden musste. Das Display der Steuereinheit erlaubte auch das Ablesen einiger wichtiger Informationen wie des gewählten Signaleingangs und der zugeschalteten Effekte.

Eine weitere Besonderheit des Z-5450 Digital war, dass die zwei Rear-Lautsprecher kabellos angesprochen wurden und somit die mühevolle Verkabelung des gesamten Raumes entfiel – lediglich eine Steckdose in der Nähe der Lautsprecher wurde benötigt. Zudem ermöglichte das Z-5450 Digital es, die Standfüße der Satelliten um 90 ° anzuwinkeln, sodass diese problemlos an einer Wand montiert werden konnten.

Technische Daten
Logitech Z-5450 Digital Teufel Concept E Magnum
Power Edition
Ausgangsleistung 315 Watt Sinus 300 Watt Sinus
Kanäle 5.1
Satelliten 38 Watt Sinus pro Kanal (Front)
40,5 Watt Sinus pro Kanal (Rear)
40 Watt Sinus pro Kanal
Center 42 Watt Sinus 40 Watt Sinus
Subwoofer 116 Watt Sinus 100 Watt Sinus
Frequenzumfang 35 Hz – 20 kHz
Eingänge 6-Kanal analog (Klinke)
2x optischer SPDIF-Eingang
1x koaxialer SPDIF-Eingang
6-Kanal analog (Klinke)
Pegelsteuerung Software
Fernbedienung
Control-Panel
Software
Fernbedienung
Besonderheiten Control-Panel
Fernbedienung
Fernbedienung
Listenpreis ab rund 199 Euro 159 Euro

Das Teufel Concept E Magnum Power Edition setzte die Prioritäten anders und legte mehr Fokus auf innere Werte statt eine eleganten Äußeren oder ausgefeilter Funktionen. Das fing bei dem Center-Lautsprecher an, der über zwei statt einem Mitteltöner verfügte und somit für eine bessere Stimmverständlichkeit in Filmen sorgte. Die Standfüße der Satelliten war weniger ausgefeilt – über Gummifüße waren sie entkoppelt, konnten aber nicht an der Wand montiert werden. Hierfür bot Teufel die Möglichkeit, sie über eine Bohrung aufzuhängen oder an den hauseigenen Lautsprecherständern zu befestigen. Beide Möglichkeiten entfielen für den Center-Speaker, der keine Befestigungsmöglichkeit bot. Anders als bei Logitech befand sich die Steuerungselektronik in dem großen und schweren Subwoofer mit 25-cm-Membran. Dieser bot auch deutlich mehr Einstellungsmöglichkeiten, beispielsweise für die Phase des Subwoofers oder die Cross-Over-Frequenz.

Klanglich gab es einen klaren Sieger

Klanglich stellte sich in den Tests ein klarer Sieger heraus. Obwohl der Logitech Subwoofer laut technischen Daten mehr Leistung hatte, zeigte er sich bei der Musikwiedergabe deutlich zurückhaltender. Das sorgte zum einen dafür, dass der Bass relativ präzise produziert wurde und nicht in einem dumpfen Wummern endete, zum anderen fehlte oft Bass. Ganz anders sah es bei dem CEM PE aus, der einen kräftigen Bass bot, der in keiner Lebenslage enttäuschte. Das zeigte sich besonders dann, wenn die Systeme nahe am Pegelmaximum betrieben wurden – hier glänzte Teufel mit einer sehr guten Pegelfestigkeit und zugleich sattem Bass. Dieser Eindruck bestätigte sich bei der Filmwiedergabe. Während der Concept E Magnum PE eine glaubhafte Bühne erzeugte, verschwammen bei dem Logitech System die Positionen der Klänge. Bei Spielen war das weniger ein Problem, bei beiden Systemen war es problemlos möglich, beispielsweise Schussgeräusche zu lokalisieren.

Fazit

Am Ende war vor 15 Jahren das Fazit klar: Das Teufel Concept E Magnum Power Edition war für 159 Euro eine echte Kaufempfehlung für jeden, der nach einem 5.1-System suchte. Der druckvolle Bass und die hohe Pegelfestigkeit in Kombination mit dem exzellenten räumlichen Eindruck und der guten Abmischung sprachen für das Teufel System. Der Hersteller bot zwar keines der vielen ausgefeilten Features, das das Logitech Z-5450 Digital bot, der Klang war aber überlegen. Ähnlich gute Audiowiedergabe gab es bei Logitech nur bei dem Z-5500 Digital THX für nahezu 400 Euro.

In der Kategorie „Im Test vor 15 Jahren“ wirft die Redaktion seit Juli 2017 jeden Samstag einen Blick in das Test-Archiv. Die letzten 20 Artikel, die in dieser Reihe erschienen sind, führen wir nachfolgend auf:

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