News DigiNetz-Gesetz: Investitions-Mikado statt Planungssicherheit

Andy

Tagträumer
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#1
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#3
Das wäre doch viel zu einfach und viel weniger verschwenderisch.
 

Flomek

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#5
Bei uns in der Straße wurde vor 2 Wochen alles aufgerissen, tiefe Löcher gegraben und ich dachte schon "na endlich". Aber schade, nach einem Tag wieder alles dicht, Gasleitung wurde lediglich erneuert. Bei der Gemeinde angefragt, wieso da nicht gleich was passiert, wenn man schon aufmacht. Eine Antwort gibt von der Gemeinde gibt es dazu nicht mehr. Resignation? Man hat echt das Gefühl, es wird nicht vernünftig geplant.
 

estros

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#6
Sprich, man möchte, dass es pro Straße nur einem Anbieter erlaubt ist, GF zu verlegen? So ganz verstehe ich deren Argumentation nicht, wenn bereits GF liegt, greift das neue Gesetz doch gar nicht, dass bei Umbau GF mitverlegt werden muss. Warum meckern die dann???

Überbaut trifft mMn nur dann zu, wenn ein Mitkonkurrent aus freien Stücken seine Leitung verlegt. Sofern hierfür keine Subventionierungsgelder fließen, ist es toll für den Markt für mehr Wettbewerb und Kapazitäten. Wo besteht also jetzt im Kern das Problem?
 

Köf3

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#7
Naja, immerhin wird durch den verzögerten Breitbandausbau die flächendeckende Verbreitung von gewissen Techologien mit äußerst hohem Missbrauchspotenzial (e-Gov, IoT, Smart Home, all-in-Cloud, OS-Streaming) verhindert oder wenigstens unattraktiv gemacht. Zusätzlich ist abzusehen, dass auch das Mobilfunknetz mit 3G-Abschaltung an Reichweite und Abdeckung verliert.

Unternehmen, die zwingend auf High-Speed-Internet angewiesen sind, hilft das natürlich nicht. Mir reichen 6 Mbit tatsächlich grundsätzlich aus, wobei mehr natürlich besser ist.

Wenn man die allgemeine Infrastruktur in unsrem Land betrachtet (Eisenbahn!), dürfte der verschleppte Breitbandausbau wohl nicht überraschend sein.
 
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#8

phil.

Titel, Rang, Status … Ru(h)m
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#9
Schon mal überlegt wie viele Stellen koordiniert werden müssen? Wer traut sich das zu?
Antragsunternehmen, Straßenbauamt, ausführendes Unternehmen, Subunternehmer…
Dann muß noch zufällig an der richtigen Stelle und Tiefe gebuddelt werden und das Telekom-Kabelunternehmen mir ihren Subunternehmer genau dann Zeit haben.

Toll, die Meisten schaffen es ja noch nicht einmal sich innerhalb einer Haushaltsgemeinschaft mit 3 Personen zu organisieren.
 
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#10
Deshalb Leerrohre und hinterher koordinieren, aber das wäre ja zu einfach wie schon erwähnt.

In einigen Neubaugebieten ist es sogar so, dass die Straßen als erstes fertig sind inklusive der obersten Schicht. Und bei jedem neuen Haus bzw jeder Wohnanlage die fertig ist, wir die halbe Straße aufgerissen. Sieht nach 2 Jahren schon aus wie ein Flickenteppich. Achso und Glasfaser wurde natürlich nicht verlegt, wieso auch? Ist halt schon Anfang der 2000er geplant gewesen und da kannte man FTTH noch nicht.
 
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#11
Man hat echt das Gefühl, es wird nicht vernünftig geplant.
Das Gefühl ist sehr richtig !

Liegt aber an den sich Ständig Ändernden Rahmenbedingungen seitens Gesetz/Förderung/Markt/Regulierung durch BNETZA.

In Deutschland geht NICHTS !!!! einfach. :rolleyes:

Und so etwas wie einen im Detail durchdachten Masterplan für die nächsten 5-10 Jahre gibt es schon gar nicht. :(
 

noxcivi

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#12
Würde Sinn machen, es ist nur nicht gerne Gesehen, dass da Kapital einfach so im Boden liegt für Irgendwann mal... Das das ganze später teurer wird, wird da gerne "übersehen". Für viele zählt halt nur das hier und jetzt.
Die Leerrohre sollen ja auch von Gemeinde/Landkreis bezahlt werden, welche(r) in Besitz der Straße ist, die da aufgerissen wird. Das kostet pro Meter extrem wenig (5-10€/m afaik) und lässt vor allem die Option für eine (vielleicht mögliche, bitte bitte mit ganz viel Zuckerguss) zukünftige Trennung von Glasfaserverleger und ISP (siehe andere EU-Länder).
 
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#13
Genau meine Situation hier.

Bei mir in der Straße liegt Glasfaser.

NICHTS anderes, also außer Funk geht hier nix.
Und "fairer Open Access" sieht für solche Verbände so aus "50MBit synchron kostet 950€ zzgl. MwSt. im Monat" Würde jetzt noch ein anderer kommen (sagen wir Teuerkom mitderen aktuellen Projekt) dann würde jemand für 120€ anbieten und meine Glasfaser rentiert sich nciht, weil ich andere Unternehmen dann nicht mehr abzocken kann.

Gute Logik gefällt mir.
Lasst uns Wettbewerb lieber schlecht reden, damit es maximale Marge hagelt.
 
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#14
Falls ich das falsch verstanden habe, mit Überbau ist gemeint, dass ein weiterer Anbieter bei offenem Graben seine eigene Leitung über die ein Tag vorher hineingelegte wirft? Dabei hat der erste Angst, dass er jetzt nicht alle Haushalte bedient, sondern z.B. die Hälfte zum anderen gehen? Wenn die Anbieter meinen, dass sei ein Problem, kann ich mir nicht vorstellen, dass überhaupt ein anderer irgendwo reinwirft, wo schon ein Kabel liegt. Wenn Anbieter sich die Haushalte nicht teilen wollen, werden sie auch keine Kabel hinterherwerfen. Deren Argumentation widerspricht sich.

Und die Open-Access-Strategie gibt es doch schon, nur heißt das jetzt nicht so. 1und1 nutzt per Gesetz andere Netze. Warum sollte das in Zukunft anders sein?

Bei Strom, Wasser, Abwasser, Gas gibt es je nur ein Netz. Ganz selbstverständlich, alles andere käme einem grotesk vor. Dennoch kann man sich (zumindest bei Strom und Gas) den Anbieter aussuchen. Warum wird das beim Internet nicht genauso gemacht? Klar muss alles koordiniert werden, aber alles andere als Glasfaser in Leerrohren dürfte nicht genehmigt werden.
 
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#15
Ich glaube gemeint ist, dass man investiert und dann der Bautrupp der Stadt irgendwas saniert und per Gesetz einfach was mit reinwirft, was dann alle und nciht nur man selbst nutzen dürfen, und das ist der "Überbau".

Und dann wird es für einen hakelig, weil man dann Konkurrenzfähige Preise statt Abzocke bedienen muss
 

noxcivi

Lt. Junior Grade
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#16
Wenn die Anbieter meinen, dass sei ein Problem, kann ich mir nicht vorstellen, dass überhaupt ein anderer irgendwo reinwirft, wo schon ein Kabel liegt. Wenn Anbieter sich die Haushalte nicht teilen wollen, werden sie auch keine Kabel hinterherwerfen. Deren Argumentation widerspricht sich.
Falsche Annahme. Es geht nicht um das Teilen an sich sondern um den Zeitpunkt des ROI (return on investment), welcher beim "Nachwerfen" viel näher in der Zukunft liegt. Jedenfalls solange es keine gesetzliche Regelung gibt, welche den Erstinvestor für die Wettbewerbsverzerrung entschädigt. (Wäre aber wieder schlecht für den Steuerzahler.)

Kurzum: Man trenne Glasfaserverleger von Internetprovider.
 
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#17
Es handelt sich um eine EU Richtlinie welche durch die Bundesregierung umgesetzt wurde, es kann also gleich doppelt nicht funktionieren!
Eigentlich sollte mein Satz damit beendet sein und alles beantwortet, weil aber immer noch Leute glauben diese Vereine könnten etwas präzisiere ich mich.

Die Bundesregierung hat es verschlafen, die EU-Richtlinie in ein vernünftiges Gesetz zu packen. Die Richtlinie selbst ist nicht anwendbar. Beim nächsten Schritt ist dann wieder versagt worden, denn wenn die Regierung neue Gesetze beschließt, gab es in früheren Zeiten, bevor Anwaltskanzleien gegen Steuermillionen Gesetze schrieben, eine Verordnung über die Anwendung in den ausführenden Behörden. Gesetze können nämlich auch einfach nicht angewendet werden, es sind ja keine Strafgesetze. Die Wege mögen sehr Unterschiedlich gewesen sein aber wenn von der Ausführungsebene gefragt wird, was ist eigentlich mit dem Gesetz was demnächst in Kraft tritt, dann erkennt jeder, das es eigentlich schon zu spät ist.
Dann musste Lokal entschieden werden wie mit dem Gesetz umgegangen wird, und da ist sehr vieles möglich. Wer den Regierungsstil der letzten Jahre kennt, der weiß ja das Aufgaben gerne an untere Zuständigkeiten verteilt werden ohne die Kosten dafür zu decken. Bei der illegalen Einwanderung ist es für die Städte nur schwer möglich sich vor den Kosten zu drücken, beim Diginetz sieht das anders aus. Also wird es gemacht. Ich will jetzt nicht Seitenweise über Ausnahmen schreiben, aber man findet fast immer einen Ausnahmegrund im Gesetz es nicht zu machen, wenn man es nicht will. Das wollen ist dabei kein persönlicher Spaß eines Entscheiders, sondern einfach ein kein Geld da.

Die Realität ist dann nochmal anders, ich kenne eine Menge Straßen in denen Leerrohre liegen, durch den Steuerzahlen wegen des Diginetzes bezahlt, aber nicht genutzt werden. Es ist sogar noch viel besser, es gab Baustellen welche neben einem vorhandenen Leerrohr eine Telekommunikationsleitung gelegt haben, weil die Anmietung des Leerrohres vom Netzbetreiber nicht erwünscht war.
Auch mit dem Diginetz passiert folgendes: 50 Jahre alte Telefonkabel und die Straße wird erneuert. Der Betreiber lehnt aber einfach ab zu erneuern oder die eingebauten Leerrohre zu nutzen. Dann war es das, zwingen kann man private Unternehmen nicht.

Es klapp nicht weil erstens die Gesetzgebungskompetenz des Bundes miserabel geworden ist und zweitens die Privatisierung der Telekommunikation nun mal eine Privatisierung war.
 

senf.dazu

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#18
Na wenn die heutigen Anbieter mal als schnelle Zwischenlösung die Straße trenchen dann wär's aber eigentlich ganz gut wenn beim nächsten Straßenaufriß auch noch in normaler Tiefe Leerrohre untergebracht werden. Auf die Art wandert das Netz nach und nach in langlebigere Tiefen und dabei wird der Wettbewerb an Glasfasereinbläsern vergrößert. Und davon abgesehen Leerrohre kann man vermieten - und damit den Aufwand teilen.

Ein Problem ist das höchstens für Anbieter, die nicht nur den Preis für's Leerrohre verlegen plus einen Kapitalkostenzuschlag von z.B. ordentlichen 10..15% haben wollen sondern lieber noch mehr. Und das geht halt besonders gut wenn man den Konkurrenten keinen Zugriff auf die dark fibre ermöglicht sondern nur auf LayerX Vorprodukte, die mit der Bitrate rasant mehr kosten - wenn die Bundesnetzagentur da keinen Riegel vorschiebt. (eigentlich hängen die Verlegekosten überhaupt nicht von der Bitrate ab. Egal ob man heut 100M oder morgen 1G oder übermorgen 1T auf der Faser macht - das Loch mit Mikroröhren verlegen kostet das Gleiche).
 
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