Im Nou Camp von Barcelona fand gestern Abend ein Spiel statt, das für die Bundesliga im Allgemeinen und für Borussia Dortmund im Besonderen von Bedeutung war. Das Halbfinal-Rückspiel in der UEFA Champions League zwischen dem FC Barcelona und Inter Mailand (1:0) hatte sowohl Auswirkungen auf die Frage, ob die Bundesliga ab der kommenden Saison einen vierten Champions-League-Startplatz ausspielt als auch auf die aktuelle Setzliste zur UEFA Europa League.
Durch den Sieg der Bayern in Lyon (2 Punkte) und den Einzug ins Endspiel (1 Bonuspunkt) ist die Bundesliga erstmals seit zehn Jahren in der Fünfjahres-Wertung der UEFA auf den dritten Platz geklettert. Dieser garantiert ab der Spielzeit 2011/2012 drei direkte Startplätze in der Champions League (bisher zwei) sowie weiterhin einen Qualifikationsplatz und drei weitere Startplätze in der Europa League (zwei über die Liga, einen über den Pokal).
Platz drei ist aber noch nicht gesichert. Denn die Italiener können durch Champions-League-Finalist Inter Mailand noch einmal zurückschlagen.
Die Bundesliga verteidigt Rang drei, wenn...
... die Bayern das Finale gewinnen oder
... die Bayern im Finale mindestens das Elfmeterschießen erreichen oder
... Hamburg heute in Fulham mindestens ein Tor schießt, unentschieden (1 Punkt) spielt und damit ins Endspiel (1 Bonuspunkt) einzieht
Das wiederum hätte direkte Auswirkungen für Borussia Dortmund: Der BVB würde damit in der Klubrangliste der UEFA vor dem SSC Neapel bleiben.
Derzeit gibt es mehrere Fallstudien, ob Borussia Dortmund in den Qualifikationsrunden zur UEFA Europa League gesetzt wäre. In der dritten Runde (über Platz sechs in der Liga) wäre dies mit 99,9%iger Wahrscheinlichkeit der Fall.
In der dann folgenden Qualifikationsrunde, den "Play-Offs", die Borussia über Platz vier oder fünf direkt erreichen würde, gibt es noch einige Fragezeichen. In einer Modellrechnung, in der die aktuellen Ligenplätze zugrunde gelegt sind, belegt der BVB derzeit Rang 37. Es wäre der letzte Platz auf der Seite der gesetzten Teams.
Es ist durchaus möglich, dass es noch ein paar Plätze nach oben geht, um ein "Polster" zu bekommen.
Wenn Bayern und/oder der HSV noch drei Punkte holen (2 für einen Sieg, 1 für ein Unentschieden nach 90 oder 120 Minuten, 1 Bonuspunkt für den Einzug ins Finale [gilt nur noch für Hamburg]), würde der BVB (heutiger Koeffizient 14,841) an Dnipro Dnipropetrovsk (14,910) vorbei ziehen, bei vier Punkte auch noch an Odense BK (14,970).
Favoritenstürze in den ersten beiden Qualifikationsrunden zur Europa League würden übrigens keine Verschiebungen bedeuten. Der siegreiche Außenseiter übernimmt in diesem Fall den (besseren) Koeffizienten des Besiegten. Erst wenn sich in der dritten Qualifikationsrunde ein Außenseiter durchsetzt, könnte dies für den BVB in der Setzliste positive Auswirkungen haben. Ab dort gilt dieser Passus nicht mehr.