Heute war wirklich mal die Taktik das Problem. PSG steht fast durchgehend mit drei Spielern da, wo andere Teams nur mit einem Spieler stehen. Und was macht Ancelotti? Nichts. Er will da genauso verteidigen lassen wie gegen andere Gegner, die mit einem Spieler in der Spitze natürlich viel behäbiger kontern als PSG. Im Endeffekt kommt dann natürlich kein Bayerndefensiver mehr in die Zweikämpfe, sobald ein Konter die Mittellinie überquert. Das ist nur noch hoffen und nicht mehr verteidigen, bei dem Risiko, das Ancelotti da vorgibt.
Das hat auch nichts mehr mit der Aufstellung zu tun. Selbst wenn man Martinez als DM setzt, würde der bei der Taktikvorgabe stets irgendwo zwischen Mittellinie und gegnerischem Strafraum herumturnen. Ich bezweifel, dass Rudy, Vidal, Tolisso oder Thiago sich von selbst fast ausschließlich in der gegnerischen Hälfte aufhalten. Da würde selbst Ancelotti irgendwann mal ein paar Worte auf den Platz brüllen. So ruhig, wie er da sitzt, muss das Kalkül sein, aber dieser Kalkül ist grober Mist.
Auf der anderen Seite hatte Bayern natürlich bedingt durch die offene Defensive (dass man bei einem Angriff ohne weiteres an 3 Spielern ohne klugen Pass oder gewonnen Zweikampf vorbeikommt, hat man als FCB sonst nie) auch die Chancen, 2 oder 3 Tore zu machen, aber es mangelt einfach an Abschlussstärke. In dieser Saison strahlt bislang kein Spieler Torgefahr aus. Müller hat die vor über anderthalb Jahren verloren und Lewandowski macht nur so viele Tore, weil er in jedem Spiel weit, weit mehr Großchancen bekommt.
Einen platzierten Kopfball oder einen gezielten Schuss sieht man einfach nicht mehr.