Floppy5885 schrieb:
@SabrinaCB
Aber daraus lässt sich kein genereller technischer Vorteil kleiner Sensoren ableiten.
Ich habe so etwas nie behauptet.
Floppy5885 schrieb:
Ja – wenn große Schärfentiefe das einzige Ziel ist.
Auch das habe ich nie behauptet. Wenn die Schärfentiefe zu groß ist verschmilzt alles in einer Ebene. Das sieht dann nicht gut aus.
Floppy5885 schrieb:
Mit einem größeren Sensor kann ich bei Bedarf die Schärfentiefe erhöhen. Die physisch nicht vorhandene Sensorfläche eines kleinen Sensors kann ich dagegen nicht durch eine Einstellung hinzufügen.
Aber nur bis man in die Beugungsunschärfe kommt. Durch diese Limitierung hat man bei hoher Schärfentiefe mit großen Sensoren keine Vorteile mehr. Man muss Abblenden für eine hohe Schärfentiefe, verliert dadurch an Auflösung in der Mitte und verliert auch noch den Vorteil des mehr Licht auf den Sensor.
Floppy5885 schrieb:
Bis hier bin ich sachlich geblieben aber sorry, Sie haben echt keine Ahnung von Fotografie.
Dachte ich mir.
Floppy5885 schrieb:
Schärfentiefe.
Gerade bei kurzen Aufnahmeabständen kann diese extrem gering werden. Das gilt übrigens genauso für APSC und Vollformat.
Wie kommen Sie darauf, dass mir das nicht bekannt ist?
Floppy5885 schrieb:
Warum gibt es in der Makrofotografie wohl Focus Stacking?
Damit Sie eine Gelegenheit haben, den Gott des Windes gnädig zu stimmen.
Ansonsten müssen Sie nur über ausreichend Überzeugungskraft verfügen, ein Insekt zu überreden, mal still zu halten.
Floppy5885 schrieb:
Dass ein Bein einer Spinne außerhalb der Fokusebene unschärfer wird, ist deshalb kein Beleg für eine schlechte Kamera.
Aber für die Auswahl eines ungeeigneten Werkzeugs.
Floppy5885 schrieb:
Eher im Gegenteil: Sie kritisieren hier praktisch genau die geringe Schärfentiefe, die größere Sensoren beziehungsweise längere reale Brennweiten überhaupt erst ermöglichen.
Die hat man zu Analogzeiten eher unfreiwillig hingenommen, um genug Licht auf den Film zu bekommen. Den Vorteil im Papparazzi-Nahkampfgetümmel hat man erst später genutzt.
Floppy5885 schrieb:
Ja. Sogar direkt bei Ihrem Fan Hersteller Google.
Oh oh oh - da habe ich mich mal lobend über die hier eingestellten Fotos aus dem Pixel 11 pro geäußert, schon bin ich ein Fan. Hätte nie gedacht, wie einfach das geht.
Insgeheim hoffe ich jetzt, Google gibt mir ein Pixel 11 pro für einen Freundschaftspreis. Ich kann das ja gefahrlos schreiben, da das sowieso nicht passiert.
Floppy5885 schrieb:
Google beschreibt beispielsweise bei Super Res Zoom, wie Sensordaten per Remosaicing verarbeitet und anschließend mehrere unterschiedlich belichtete Bilder mittels HDR+ zusammengeführt werden.
Ich kann Sie beruhigen. Die Sensoren der Smartphones waren früher nicht so gut wie heute. Da blieb den Ingenieuren gar keine andere Wahl, als mehrere Belichtungen zusammen zu setzen. Da hat man dann auch bei Fotos aus einem Land am anderen Ende der Welt immer wieder Doppelbilder gesehen, wenn sich Personen bewegten. ist also ein alter Hut.
Floppy5885 schrieb:
Machine Learning Algorithmen (MLA).
Das macht natürlich was her, wenn Machine Learning Algorithmen (Denglish) und KI über den Marketing-Tresen (ebenfalls Denglish) gereicht wird.
Floppy5885 schrieb:
Apple macht im Prinzip dasselbe Konzept mit einer anderen Pipeline. Apple beschreibt bei seiner Photonic Engine beispielsweise, dass für ein 24-MP-Foto zunächst aus zusammengefassten Sensorpixeln ein 12-MP-Multi-Frame-HDR-Bild erzeugt und dieses anschließend mit hochauflösenden Sensordaten kombiniert wird.
Da können Sie mal sehen. Olympus hatte das übrigens mit Pixelshift gemacht, aber nur bei Stillleben und ohne die heute verfügbare enorme Rechenleistung. Da Apple da für meinen Geschmack ein bissel zu stark nachschärft, nutze ich den 24 Mpx-Modus nur bei der 35mm Brennweite, da die anders nicht verfügbar ist.
Floppy5885 schrieb:
Apple führt außerdem Photonic Engine, Deep Fusion, Smart HDR und Objektivkorrektur als Kamerafunktionen auf.
Im Marketing muss es natürlich beeindruckend klingen. Ist auch bloß Software. Beim Iphone 16 pro gibt es die Verzeichnungskorrektur nur bei der UWW-Kamera. Bei der Hauptkamera nicht. Und das ist mitunter auffällig.
Floppy5885 schrieb:
Software kann selbstverständlich die Physik nicht außer Kraft setzen.
Laut Marketing-Physik muss es aber gelungen sein. Denn laut Marketing-Physik geht das alles gar nicht, was Smartphones können. In Marketing-Abteilungen sitzen nun mal nicht zwingend Ingenieure.
Floppy5885 schrieb:
Aber gerade Smartphones kompensieren Einschränkungen ihrer kleinen Optiken und Sensoren seit Jahren massiv durch Multi-Frame-Fusion, HDR, Rauschunterdrückung, Super Resolution, Objektivkorrekturen, elektronische Stabilisierung und weitere Algorithmen.
Das war bei Film oder bei HiFI zu Analogzeiten nicht anders. Das hat alles nichts mit Physik zu tun? Wo kommen denn dann die Daten her, die dabei verarbeitet werden?
Focusstacking bei den Fühlt-sich-wertig-an-Kameras (klingt natürlich besser als klobig) ist auch nichts anderes als mehrere Fotos aufeinander zu legen und zusammenzurechnen.
Floppy5885 schrieb:
Die interessante Frage ist daher eher, wie man 2026 ernsthaft bestreiten kann, dass Smartphonehersteller Hardwaregrenzen mit Software zu kompensieren versuchen.
Sie werden es sicher herausfinden. Es ist schließlich ihre Behauptung und nicht meine.
Floppy5885 schrieb:
Das wirklich interessante daran ist aber, dass Vivo diese Softwaretricks ebenso beherrscht, Softwareseitig und Hardwareseitig mehr liefert.
Dafür gibt es das Black-Box-Verfahren. Das wertet das auf ein Eingangssignal folgende Ausgangssignal aus. Welche Box kann das am besten. Sie machen es genau umgekehrt. Sie greifen sich ein technisches Detail heraus und beschreiben damit die Eigenschaft der Box. Das machen Marketingabteilungen so.
Floppy5885 schrieb:
Das ist jetzt leider überhaupt kein technisches Argument mehr.
Das haben Sie richtig erkannt.
Floppy5885 schrieb:
Wenn Hersteller A für Sie gelbstichiger aussieht, Hersteller B natürlicher und Hersteller C „völlig unnatürlich“, dann unterscheiden sich offensichtlich Weißabgleich, Tonemapping, Sättigung, Kontrast, lokale Bearbeitung oder andere Teile der Processing Pipeline.
Genau diese herstellerspezifische Verarbeitung ist Teil von Computational Photography.
Man kann darüber diskutieren, welcher Look einem persönlich besser gefällt.
Legen Sie den Vorschlaghammer beiseite. Mir ist auch so klar, wie es um ihre technischen Kenntnisse bestellt ist.
Floppy5885 schrieb:
Sie beweist nicht, dass die darauf betrachtete Smartphoneaufnahme die ursprüngliche Szene farbmetrisch korrekt wiedergegeben hat.
Iphone beherrscht sRGB und EIZO beherrscht das auch. Trotzdem sehen Fotos aus dem iphone gelbstichig aus. Manchmal wird es auch krass ins Blaue verhauen. Das zeigt, dass dort der Weißabgleich erraten wird anhand der Szene.
Floppy5885 schrieb:
Jedoch kann man auf einem 5K Monitor ziemlich gut beurteilen ob das Foto scharf ist, an den Ecken ausgefranst, die Farben ausgebrannt sind etc. Und genau hier an dieser Stelle hat man das Problem der kleinen Sensoren.
Als Dödel gehe ich einfach in die 400%-Ansicht, schaue mir mit der Pipette die Zahlenwerte in den hell belichtetn Bereichen an und gucke, ob beispielsweise in hellen Bereichen die Details noch vorhanden sind. Ich weiß, das machen nur Leute, die keine Ahnung haben. Eigentlich sollte die Software diese Stellen auffinden.
Floppy5885 schrieb:
Ich kritisiere dagegen, wenn bei sehr teuren Smartphones vergleichsweise kleine oder ältere Sensorhardware eingesetzt wird und ein erheblicher Teil des Ergebnisses anschließend computational erzeugt beziehungsweise verbessert werden muss. Da man die Physik eben nicht austricksen kann sind die Ergebnisse eher ernüchternd.
Viel ernüchternder ist eine Gegenüberstellung der Verkaufszahlen der Focus stacking cameras mit den Smartphone cameras. Es gab schon immer mehr Leute, die wenig Ahnung haben, als Experten.
Floppy5885 schrieb:
Aber aus „mir gefällt das Ergebnis besser“ folgt weder, dass kleinere Sensoren technisch überlegen sind, noch dass größere Sensoren überflüssig wären.
Habe ich das behauptet?
Floppy5885 schrieb:
Und vor allem sollte man nicht gleichzeitig Computational Photography loben und so tun, als würden Google, Apple und Samsung überhaupt nicht versuchen, Hardwaregrenzen durch Software zu kompensieren.
Genau das ist seit Jahren eines der Grundprinzipien moderner Smartphonefotografie. Nur das die Chinesen eben zu der Software nun große Sensoren packen. Das Vivo X300U hat nun in der vierten Generation einen eigen Bildprozessor der nicht im SOC ist sondern selbst entwickelt.
Moderne Smartphonesensoren ermöglichen Dynamikumfänge, die den der D850 von Nikon um ein mehrfaches übertreffen.
Da hätten wir beispielsweise den Omnivision OV50X mit bis zu 110 dB (ca. 18 Blendenstufen). Photografix-Magazin berichtet "Apple patentiert Bildsensor mit 20 Blendenstufen Dynamikumfang" (ca. 120dB).
Das bietet den Vorteil, dass die Bilder nicht mehr per nachgelagerter Software zusammengesetzt werden müssen.
Auch hier gilt: es kommt nicht allein auf die Größe eines Sensors, sondern auch auf dessen Technologie an. Diese Technologien bieten letztlich auch die Möglichkeit, kleinere Sensoren zu verwenden, welche die Nachteile großer Sensoren nicht aufweisen. Da geht es nicht nur um hohe Schärfentiefe, sondern auch um einen größeren Zoom im kleinen Gehäuse.
Eines muss man den großen Kameras allerdings lassen. Wenn man die mit Objektiv aus dem Fenster wirft und dann auf den Asphalt aufschlagen, gibt das viel mehr her. Das geht sogar mit 1"ern